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Telemedizin: Handys als Gesundheitswächter

Telemedizin: Handys als Gesundheitswächter

Mobiltelefone als gesundheitswächter

Für die Lebensqualität chronisch kranker Menschen ist die kontinuierliche medizinische Überwachung zentral. Elektronische Helfer ermöglichen alten bzw. kranken Menschen ein selbstständiges Leben. Auf diesem Zukunftsmarkt für die Technikindustrie operiert auch das Austrian Research Center, dessen eHealth systems-Team für ihren innovativen und anwenderfreundlichen Telemonitoring-Ansatz international ausgezeichnet wurde. Die Forscher haben ein intuitives Verfahren entwickelt, bei dem medizinische Messgeräte direkt mit dem Handy des Patienten kommunizieren können.

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Die Anwendung ist ähnlich einfach wie die berührungslose Karte für den Schilift. So können zB. die Werte des Blutdruckmessgerätes direkt ins Handy eingelesen und verschlüsselt an den Arzt weitergeschickt werden. Internationale Technologiebeobachter haben das Potential erkannt und das österreichischen Patent als richtungsweisende Entwicklung in der Gesundheitstechnologie ausgezeichnet.

Chronische Krankheiten mit Telemedizin selbst managen

Chronische Krankheiten wie Adipositas, Bluthochdruck, Herzschwächeoder Diabetes sind in den Industrienationen stetig im Steigen. Für die PatientInnen ist die regelmäßige Überwachung ihrer Gesundheitswerte ein zentraler Faktor ihrer Lebensqualität. Die Telemedizin sichert die engmaschige medizinische Versorgung und beugt Folgeerkrankungen vor, indem sie den Kontakt zwischen Arzt und PatientInnen intensiviert, ohne dass zusätzliche Arztbesuche notwendig werden.

Oftmals scheitert die Anwendung aber an hohen technischen Anforderungen an die PatientInnen. Genau hier setzt die Innovation des österreichischen Expertenteams an.

„Wir haben uns die Aufgabe gestellt, die medizinische Überwachung für die Patienten so einfach wie möglich zu machen. Das Handy als Gesundheitswächter bietet die ideale Lösung, um PatientInnen aktiv in das Management ihrer chronischen Erkrankung einzubinden“, so Dr. Günter Schreier.

Das Handy als Schnittstelle des Gesundheitsmanagements

Als Mittler zwischen Arzt und Patienten dienen handelsübliche Handies, die mit „Near Field Communication (NFC) – Technology“ ausgestattet sind. NFC ist eine drahtlose Übertragungstechnik, die für die Kommunikation zwischen Geräten über kurze Distanzen von wenigen Zentimetern ausgelegt ist. Durch einfaches Berühren eines NFC-fähigen Blutdruckmessgerätes mit einem NFC-fähigen Mobiltelefon kann der Blutdruckwert einfach und bequem ausgelesen und weitergesendet werden – ohne auch nur eine Taste zu betätigen. Gerade für ältere Menschen ist diese Methode intuitiv und einfach anzuwenden.

Der Patient kann über diese Art der Kommunikation seine selbst gemessenen Gesundheitsdaten jederzeit und ortsunabhängig an eine Monitoringzentrale senden. Der Arzt kann diese Daten entweder in regelmäßigen Abständen einsehen oder wird bei einer Grenzwertüberschreitung automatisch gewarnt. Auch für die regelmäßigen Arztbesuche sind diese Daten ein wichtiges Instrument zur Verfeinerung der Diagnose und Therapie, da die Daten einen raschen und graphischen Überblick über den Verlauf von Gesundheitsparametern der Patienten zwischen den Arztbesuchen geben.

Bedeutung von Telemedizin im Vormarsch

Der Begriff Telemedizin bezeichnet die Erbringung von Gesundheitsdienstleistungen über eine räumliche Distanz. Die Informationen für Diagnose, Therapie und Prävention von Krankheiten werden mit Hilfe von Informationsund Kommunikationstechnologien ausgetauscht. Die Entwicklung der Technologie der Telemedizin, zusammen mit der Verfügbarkeit neuer Datenübermittlungssysteme und Netzwerke, bringt ständig neue Alternativen zu traditionellen Behandlungsmethoden. Telemedizinische Verfahren werden in größerem Umfang seit den 1980er-Jahren erprobt – dabei wird auch eine konsultierende Kommunikation via IT (etwa Internet, Mobilfunk usw.) zwischen zwei Ärzten wird unter dem Begriff subsumiert.

Der Frost and Sullivan Award

Dass es am wachsenden Bedarf intelligenter Kommunikationstechnologien im Gesundheitsbereich keinen Zweifel gibt, wurde vom Austria Research Center rechtzeitig erkannt: Heute kommen auf 100 Erwerbstätige etwa sieben Pflegebedürftige, im Jahr 2050 sollen es 26 sein. Ohne den massiven Einsatz von Technik wird sich die Betreuung dann nicht mehr bewältigen lassen. Entsprechend auch die Begründung des Expertengremiums zur Preisvergabe: „die Entwicklung bezieht sich auf die größte Herausforderung im Selbstmanagementprozess der Patienten – die Schnittstelle zwischen Mensch und Computer.“

Die Auszeichnung mit dem Frost & Sullivan „2007 European Excellence in Research Award“ bestätigt das hohe Anwendungspotential der österreichischen Innovation. Der Preis wird an Firmen und Forschungsprojekte vergeben, von denen zu erwarten ist, dass sie Marktentwicklungen entscheidend beeinflussen.

Foto: ARC Ges.m.b.H.

Linktipps:

– Telemedizin bei Diabetes
– Telemedizin & E-Health
– Smartphones als Gesundheitsmanager
– Steuererklärung: Den Fiskus an den Krankheitskosten beteiligen
– Mobilfunkbasiertes Therapiemanagement-System (ARC)

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Kave Atefie





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