Hyposensibilisierung oder auch spezifische Immuntherapie ist eine Therapieform gegen Allergien, die diese dauerhaft bekämpfen soll. Allergiker sollen durch kontrollierten und wiederkehrenden Kontakt mit dem Allergen, also der allergieauslösenden Substanz, die Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff verlieren. Das bedeutet der Körper vergisst die aufgebauten Schutzmechanismen gegen bestimmte Substanzen.
Laut Prof. Waltraud Emminger, Ärztliche Leiterin des Allergiezentrums Rennweg, liegt die Ursache für Allergien darin, dass “das Immunsystem in den ersten Lebensjahren lernt, eine Toleranz, beispielsweise gegenüber Nahrungsmitteln, zu entwickeln. Bei Allergikern funktioniert diese Toleranzentwicklung nicht ausreichend. Sie reagieren auf Substanzen, die dem Immunsystem überhaupt nicht schaden würden und wehren sie ab. Die Immuntherapie versucht, diese Toleranzentwicklung nachzuholen.”
Die Wirkungsweise kann man sich ähnlich der der Grippeimpfung vorstellen. Durch Spritzen der Allergieauslöser verändert sich die Reaktion des Immunsystems, das bedeutet im Laufe der Zeit reagiert es nicht mehr auf die Allergene. Nicht jede Allergie kann mit der Immuntherapie bekämpft werden. Besonders eignet sich die Behandlung für Pollenallergien, Überempfindlichkeit gegen Insektenstiche und Hausstaubmilbenallergie.
Lebensretter bei Insektengiftallergien?
Speziell bei Allergien gegen Bienen- oder Wespengift kann eine spezifische Immuntherapie lebensrettend sein. Denn diese Überempfindlichkeiten können sogar tödlich enden. Im Fall der Insektengiftallergie gibt es die Möglichkeit der Schnellhyposensibilisierung. Sie erfordert einen Aufenthalt im Krankenhaus, denn es werden in diesem Zeitraum mehrmals täglich Injektionen verabreicht. Im Test sind bereits Impfstoffe gegen Schimmelpilze, eine wirksame Behandlung gibt es bis dato noch nicht. Für jede Allergie gilt, je kürzer die Allergie besteht, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit auf dauerhaften Erfolg der Behandlung.
“Aus einer harmlosen Pollenallergie, die am Anfang Beschwerden an Augen und Nase verursacht, entwickelt sich bei vielen Patienten häufig leider auch allergisches Asthma. Es kommt zu einer Verstärkung der Symptome und die Therapie, die anfangs gut hilft, wirkt nicht mehr ausreichend. Die Allergie sucht sich andere Bahnen, wie eben die Lunge und es kommt zu chronischen Atembeschwerden. Eines muss man auch wissen: Ist die Lunge einmal betroffen, kommt es zu irreversiblen Umbauvorgängen in den Atemwegen, zum so genannten Remodelling, das auch mit der besten Therapie nicht mehr umkehrbar ist.” erklärt Prof. Dr. Emminger die Problematik das Zuwartens auf die Behandlung.
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