Welcher Beziehungstyp bin ich?

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Welcher Beziehungstyp bin ich?

Haben Sie sich auch schon mal gefragt, warum Paare, bei denen die Partner so offensichtlich verschieden sind und unterschiedliche Interessen haben, eine glückliche Beziehung führen, während andere, von denen alle dachten, dass sie füreinander geschaffen seien, sich wieder getrennt haben? Woran liegt das? Sind Gemeinsamkeiten unabdingbar, um eine Beziehung lebendig zu halten? Oder liegt der Reiz gerade im anders sein? Nun, das hängt wohl auch davon ab, welcher Beziehungstyp sie sind…

‚Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne‘, wusste schon Hermann Hesse und was ist verliebt sein schon anderes, als das Versprechen eines neuen Anfangs. Doch welcher Beziehungstyp passt zu welchem? Wie kann es gelingen, das wunderbare Gefühl der Schmetterlinge im Bauch, das Sehnen nach dem anderen, der einzigartig und wunderbar ist, aufrecht zu erhalten. Geht das überhaupt oder kann sich Liebe auch ganz anders äußern?

Die Liebe ist ein seltsames Spiel…

Wenn zwei sich verlieben und Gefallen aneinander finden scheint alles gelingen zu können – auch ein Leben zu zweit, bis dass der Tod sie scheidet. Doch was kommt nach dem beflügelnden Anfang? Wie kann es gelingen aus Verliebtheit Liebe werden zu lassen?

Jeder Mensch ist einzigartig – auch in seinem Gefühlsleben. Zweisamkeit oder Freiheit, Unabhängigkeit oder Dauerkuscheln, Harmonie, oder alles ausdiskutieren wollen? Verschiedenen Beziehungstypen ist Unterschiedliches wichtig und je nachdem werden unterschiedliche Erwartungen an den Partner und die Beziehung gestellt.

Seit Menschengedenken stellen wir uns die Frage wie ein Leben zu zweit gelingen kann. Egal ob in der Literatur, im Theater, der Malerei oder im Rahmen von wissenschaftlichen Arbeiten zu den Themen Psychologie, Neurowissenschaften oder Philosophie – dem seltsamen Spiel der Liebe wurde immer Bühne gegeben – und das gilt bis heute.

Bedürfnisse

Autonomie und Nähe, das Bedürfnis nach Freiraum einerseits und nach Unabhängigkeit andererseits sind die Pole zwischen denen wir uns bewegen. Während die einen nicht eine Minute ohne ihren Partner sein wollen, gibt es auch andere, denen ein gemeinsames Wochenende bei ansonsten getrennten Wohnsitzen reicht.

Forscher der University of Illinois haben 376 Personen die sich zu einem ‚ersten Date‘ verabredet hatten neun Monate lang begleitet um mehr über Beziehungsmuster heraus zu finden. Ziel der Untersuchung war es, unterschiedliche Erwartungen und so unterschiedliche Beziehungstypen zu identifizieren.

Das Studiendesign war darauf ausgelegt jene Personen, die sich zu Paaren zusammengefunden hatten, regelmäßig nach ihrem Befinden zu befragen. Wie ist das individuelle Wohlbefinden, wie schätzt man das Befinden des Datingpartners ein, was erwartet man, was bekommt man und wie zufrieden ist man damit? Werden die individuellen Bedürfnisse befriedigt und glaubt man, auch jene des Partners zufrieden zu stellen. Und auch die Frage, ob sich die Probanden eine längere Beziehung, ja gar eine Ehe vorstellen könnten wurde gestellt.

Welcher Beziehungstyp bin ich

Die Studie identifizierte vier Beziehungstypen:

  • Beziehungstyp partnerfokussiert
  • Beziehungstyp sozial vernetzt
  • Beziehungstyp konfliktreich
  • Beziehungstyp dramatisch

Vorweg: Das Ergebnis dieser und vieler anderer Studien: je ähnlicher sich Menschen sind, desto größer ist die Erfolgsaussicht für das Gelingen einer Partnerschaft.

Andererseits gibt es auch jene, die sich gerade von der Unterschiedlichkeit des anderen besonders angezogen fühlen. Genau das ‚anders sein‘ des Partners ist so reizvoll und eröffnet Sichtweisen und Lebensmodelle, die bisher fremd waren.

Natürlich gibt es auch erfolgreiche Partnerschaftsmodelle zwischen Menschen die sehr unterschiedlich sind. Fakt ist aber, dass in diesen Konstellationen Beziehungsarbeit zum Alltag gehört. Denn nichts ist selbstverständlich nachvollziehbar und fast alles braucht eine Erklärung.

Verlieben sich zwei Menschen die unterschiedlichen Beziehungstypen angehören, dann sind Missverständnisse und Kränkungen vorprogrammiert und nahezu unausweichlich. Soll die Liebe dennoch Bestand haben, dann heißt es: Karten auf den Tisch und reden, reden, reden… Sich dem Partner verständlich zu machen, wenn dieser ein anderer Beziehungstyp ist und auch selbst die Bereitschaft zu haben, diesen verstehen und akzeptieren zu wollen ist keine leichte Aufgabe. Aber sie kann gelingen, wenn beide das möchten.

sozialer Beziehungstyp

Partnerfokusierte und ’sozial Vernetzte‘ sind üblicherweise umgängliche Zeitgenossen. Sie sind unaufgeregt und schätzen Harmonie, entweder zu zweit oder in größeren Gruppen, und sie wissen, was ihnen Freude bereitet.

Die Partnerfokussierten wollen möglichst viel Zeit zu zweit verbringen. Gemeinsame Hobbys, gemeinsame Freizeitaktivitäten und auch ein Freundeskreis, der sich wechselseitig versteht, sind wichtige Voraussetzungen dafür, dass Beziehungen des Typs ‚partnerfokussiert‘ gelingen.

Durch die intensiv miteinander verbrachte Zeit wird die Bindung zwischen Partnerfokussierten immer enger, sie entwickeln ein symbiotisches Beziehungsmodell bei dem der eine nicht ohne den anderen sein will.

Die Partner berichten entsprechend häufig von hoher Beziehungszufriedenheit und die Wissenschaft räumt diesem Beziehungstyp die größten Erfolgschancen ein.

Die sozial Vernetzten lieben gemeinsame Aktivitäten mit Freunden und Bekannten, sind gern in Vereinen organisiert und rundum gesellig. Nicht selten prägt sogar der gemeinsame Freundeskreis die Beziehung und stärkt die sozial Vernetzten zusätzlich.

Beziehungen der sozial Vernetzten fußen auf gemeinsamen Interessen, die auch mit anderen Menschen geteilt werden. Die sozialen Kontakte dieses Beziehungstyps sind vielfältig und daher auch stabil.

Laut Studienergebnissen sind auch solche Verbindungen besonders aussichtsreich. Schließlich fußen diese Langzeitbeziehungen meist auf einem freundschaftlichen Fundament. Und dies ist oft stabiler als wildes, aufflackerndes Begehren. Apropos ‚wild’…

wilder Beziehungstyp

Konfliktreiche und Dramatische brauchen Aufregung in ihrem Leben. Nichts langweilt sie mehr als Eintönigkeit und Harmonie. Entsprechend inszenieren sie Dramen wenn es eine zeit lang (zu) gut läuft. Das muss man mögen! Wilde Beziehungstypen werden sich in einer Partnerschaft mit den ‚Sozialen’ eher schwertun – und vice versa.

Konfliktreiche brauchen Spannung, sie sind ständig auf einer Achterbahn der Gefühle unterwegs. Diskutieren, Streiten, sich wieder Zusammenraufen gehört zum Alltag und was von außen dramatisch aussieht ist für die Konfliktreichen oft ein normaler Entscheidungsfindungsprozess.

Personen dieses Beziehungstyps werden durch die ständigen Spannungen zwar aufgerieben, die Versöhnung kann aber umso leidenschaftlicher ausfallen und die häufigen Streitigkeiten destabilisieren diese Beziehung nicht notwendigerweise. Klar ist aber auch: Konfliktreiche brauchen Gleichgesinnte an ihrer Seite. Andere Beziehungstypen finden Konfliktreiche auf Dauer nämlich häufig ziemlich anstrengend.

Dramatische haben die geringsten Erfolgsaussichten. Partnerschaften dieses Beziehungstyps beginnen zwar meist vielversprechend und aufregend, doch wer hoch fliegt kann auch tief fallen. Die dramatischen brauchen ihre Hochs genauso wie ihre Tiefs. Und sie brauchen vor allem auch viel Freiraum.

Die meisten Dramatischen brauchen viel Zeit ohne den Partner. Sie brauchen weitere Bühnen und auch auf diesen Drama und das ist nicht beziehungsfördernd. Zudem werden Entscheidungen oft auf Basis vergangener Erlebnisse, häufig negativer Erfahrungen, gefällt.

Dramatische Beziehungstypen stehen sich manchmal selbst im Wege und werden nicht selten Opfer sich selbst erfüllender Prophezeiungen. Das Trennungsrisiko der Dramatischen ist etwa doppelt so hoch wie das anderer Paare.

Fazit: jeder Topf findet seinen Deckel, und wenn der Deckel nicht exakt passt, muss man halt Möglichkeiten finden, ihn passend zu machen. Und noch ein Tipp. Reden hilft im Zweifelsfall immer!! Denn nach dem Partner, der Ihre Gedanken und Bedürfnisse errät, suchen Sie möglicherweise zeitlebens vergebens.

Linktipps

– Die fünf Sprachen der Liebe
– Persönlichkeitstest – Wer bin ich?
– Sexuelle Gesundheit – was ist das?
– Wieviel Eifersucht ist normal in der Beziehung
– Stalking

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