Schafgarbe | Heilpflanzenlexikon

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Schafgarbe, Tausendblatt, Hausmittel

Die (Gemeine) Schafgarbe war bereits im alten China als Heilpflanze bekannt, und lange vor der Entdeckung Amerikas schworen auch die Indianer schon auf ihre Heilwirkung. In der Antike berichtete der griechische Arzt Dioskurides von ihrer Heilkraft. Die alten Griechen nutzten die Schafgarbe vorwiegend zur Blutstillung. Der Sage nach hat Achilles die Schafgarbe verwendet, um die Wunden seiner Mitkämpfer zu heilen. Im Mittelalter empfahl auch Hildegard von Bingen die Schafgarbe zur Behandlung von Wunden.

Die Schafgarbe ist eine mehrjährige, ausdauernde, krautige Pflanze. Ihre meist unverzweigten Stängel sind zäh und innen markhaltig. Darauf bilden sich doldenrispig angeordnete, weiße, manchmal auch leicht rosafarbene Blüten.

In der Naturheilkunde wird sie heute vorwiegend bei Verdauungsbeschwerden oder Frauenleiden eingesetzt.

Kenndaten

  • Wissenschaftlicher Name: Achillea millefolium
  • Familie: Korbblütler (Asteraceae)
  • Wuchshöhe: bis zu 150 cm
  • Farbe der Blüten: Weiß, selten Rosa
  • Sammelzeit: Juni – September
  • Vorkommen: Europa, Nordasien und Nordamerika
  • Standorte: sonnige, trockene Standorte auf Wiesen, Weiden und Wegrändern
  • verwendete Pflanzenteile: blühendes Kraut, Blüten

Synonyme

Achilleskraut, Augenbraue der Venus (Supercilium Veneris), Bauchwehkraut, Blutkraut, Blutstillkraut, Feldgarbenkraut, Frauenkraut, Gachelkraut, Gänsezungen, Gänsezungenkraut, Garbenkraut, Gotteshand, Grillengras, Grützblume, Grundheil, Heil-aller-Welt, Jungfrauenkraut, Kachel, Katzenkraut, Katzenschwanz, Lämmerzunge, Lämmlizung, Margaretenkraut, Schafrippe, Schafrippenkraut, Schafzunge, Soldatenkraut, Tausendblatt, Teekraut, Wundkraut, Zangeblume

Wirksame Inhaltsstoffe

ätherisches Öl (Chamazulen), Azulen, Bitterstoffe, Cineol (=Eukalyptol), Cumarine, Flavonoide, Gerbstoffe, Kampfer, Polyine, Salizylsäure, Sesquiterpene (Guaianolide), Triterpene

Heilwirkung und Anwendungsgebiete

Die Schafgarbe wirkt blutreinigend, blutstillend, gefäßtonisierend sowie krampflösend und wird auf folgenden Gebieten eingesetzt:

  • Afterjucken
  • Akne
  • Angina Pectoris (unterstützend)
  • Appetitlosigkeit
  • Blähungen
  • Bluthochdruck
  • Brandwunden
  • Diabetes
  • Durchblutungsstörungen
  • Durchfall
  • Eierstockentzündung
  • Ekzeme
  • Erkältung
  • Erysipel (Rotlauf)
  • Frauenkrankheiten
  • Gallebeschwerden
  • Gallenkoliken
  • Gastritis
  • Geschwüre
  • Gicht
  • Gürtelrose
  • Hämorrhoiden
  • Herzschwäche
  • Kopfschmerzen
  • Krampfadern
  • Kreislaufschwäche
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Menstruationsbeschwerden
  • Neuralgien
  • Nierenschwäche
  • Ödeme
  • Pfortaderstauungen
  • Rheuma
  • Schaufenster-Krankheit
  • Schleimhautentzündungen
  • Schnupfen
  • Schürf- und Stichwunden
  • Schuppenflechte
  • Sonnenbrand
  • Unterleibskrämpfe
  • Verdauungsschwäche
  • Verstopfung
  • Wechseljahrsbeschwerden
  • Weißfluss
  • Wundheilung


Dosierung und Anwendung

Die Schafgarbe dient zur Herstellung von Tees, Tinkturen oder Badezusätzen.

Tee:
2 Teelöffel Blüten mit 1 Tasse kochendem Wasser übergießen, 15 Minuten ziehen lassen und abseihen. Davon täglich 3 Tassen zwischen den Mahlzeiten trinken.

Tinktur:
45 g Kraut mit 250 ml 70 %-igem Alkohol ansetzen, 8 Tage ziehen lassen und abseihen. Davon täglich 3 x 20 Tropfen mit Wasser oder Tee einnehmen.

Badezusatz:
100 g Blüten und Kraut mit einem Liter Wasser überbrühen und ziehen lassen. Den Absud ins Badewasser geben.

Warnhinweise

  • Nicht ohne ärztlichen Rat während Schwangerschaft und Stillzeit anwenden!
  • Bei empfindlichen Personen kann die Schafgarbe allergische Reaktionen auslösen.
  • Nicht anwenden bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Korbblütlern.

Wichtiger Hinweis: Allfällige in diesem Artikel angeführte mögliche Heilwirkungen von Pflanzen und Zubereitungen sind nicht als ärztliche Handlungsempfehlungen zu verstehen und ersetzen keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.

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