Ritalin Konsum steigt weiterhin an – Diagnose AD(H)S als Hauptursache

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Ritalin Konsum steigt weiterhin an

Ritalin ist ein Medikament zur Behandlung von Kindern, die an ADS (Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom) oder ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom) leiden. Kinder mit der Diagnose ADHS sind rastlos und leiden unter einer geringen Aufmerksamkeitsspanne. Behandeln kann man die Krankheit auf unterschiedliche Weise: mit Medikamenten, Therapie oder einer Kombination aus beidem. Ritalin ist dabei oftmals das Mittel der Wahl, dabei ist das Medikament alles andere als unumstritten und die angegebenen möglichen Nebenwirkungen wie Schwindel, Nervosität, Schläfrigkeit, Förderung von Depressionen, erhöhter Blutdruck und Kopfschmerzen wirken wenig vertrauenserweckend. Dennoch hat sich die verschriebene Menge des unter anderem in Ritalin verwendeten Wirkstoffes Methylphenidat vervielfacht und steigt weiter an.

Seit dem Jahre 1989, in dem die psychische Erkrankung das erste Mal publik wurde, bis zum Jahr 2001 stieg die Diagnose ADHS um das 400 fache. Demzufolge wurde das Medikament auch vermehrt verschrieben. Jedoch nehmen mittlerweile nicht nur betroffene Kinder und Jugendliche Ritalin ein, sondern auch Erwachsene und Jugendliche, die das Medikament zur Leistungssteigerung einsetzen.

Was ist Ritalin?

Zudem werden nach der Einnahme Empfindungen wie Schmerz, Erschöpfung und auch Hunger nicht mehr wirklich wahrgenommen. Der Name „Ritalin“ hat seinen Ursprung im Kosenamen „Rita“ der Ehefrau seines Herstellers Leandro Panizzon, der 1944 Methylphenidat das erste Mal im Selbstversuch einsetzte und dabei seine Leistungssteigerungsfähigkeit am eigenen Leibe erfuhr.

Bis ins Jahr 1971 brauchte es zum Erwerb von Ritalin kein ärztlich ausgestelltes Rezept, seit 1971 ist Ritalin jedoch dem Betäubungsmittelgesetzt unterstellt, da es zur Gruppe der Derivate des Amphetamins gehört.

In Ritalin ist der Wirkstoff Methylphenidat enthalten, welches eine stimulierende Wirkung hat. Es unterdrückt aufkommende Müdigkeit, senkt die Hemmschwelle und steigert die körperliche Leistungsfähigkeit.

Wem wird Ritalin verschrieben?

Ursprünglich wurde Ritalin Kindern verschrieben, die an ADS oder ADHS leiden, um deren Verhaltensauffälligkeiten zu mildern. Es soll dazu dienen, die Transmitter (Botenstoffe) Dopamin und Serotonin im Gehirn ins Gleichgewicht zu bringen, die bei ADS/ADHS-Patienten nicht im richtigen Verhältnis vorkommen. Viele Medien bezeichnen ADS und ADHS als „Fabrizierte Krankheit“, die erfunden wurde, um lebhaften Kindern ein Stopp zu setzen.

In den letzten Jahrzehnten stieg die Diagnose ADS/ADHS vor allem bei Buben sehr stark an. Ihr ungezügeltes Temperament sollte mit dem Medikament „Ritalin“ gezügelt und die Aufmerksamkeitsstörung behoben werden.

Medikamente können aber die Ursache für ADHS nicht heilen, sondern lediglich die Auswirkungen des gestörten Informationsflusses im Gehirn verringern. Experten sind sich einig, dass eine Verhaltens- und Psychotherapie sowie eine besondere schulische Förderung der jungen Patienten unbedingt Teil einer ganzheitlichen Behandlung sein müssen.

Die Wirkweise von Ritalin

Der Wirkmechanismus von Ritalin auf das menschliche Gehirn und seine Vorgänge ist bis heute noch nicht ausreichend geklärt. Es wirkt jedoch auf die mentale Stimmung und das Verhalten von Menschen, da es Amphetamin-ähnliche Substanzen enthält. Die Wirkweise von Metylphenidat wird etwa der von Kokain gleich gestellt, und genauso wie bei Kokain kann Ritalin auf Dauer eine psychische Abhängigkeit auslösen. Nach der Einnahme von Ritalin sollen ADS/ADHS-Patienten für etwa vier Stunden ruhiger sein und ihre Impulsivität lässt nach. Jedoch sind die Nebenwirkungen, die sich nach längerem Konsum von Ritalin einstellen, nicht zu unterschätzen.

Genauso wenig wie bei anderen Präparaten mit dem Wirkstoff Metylphenidat, wie Concerta, Medikinet oder Equasym. Diese Präparate unterscheiden sich hauptsächlich darin, wie schnell die Wirkung eintritt.

Warum Erwachsenen und Jugendliche Ritalin einnehmen

Durch die Einnahme von Ritalin steigt die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit, was sich schon kurze Zeit nach dem Schlucken der Tablette bemerkbar macht. Man hat das Gefühl, alles schaffen zu können, verspürt keine Müdigkeit und ist hellwach und konzentriert. Dadurch stellt das Arzneimittel aus der Gruppe der Amphetamine für viele Erwachsene in Jobs, bei denen viel Leistung erwartet wird und für Schüler und Studenten, die unter enormem Lernstress stehen, eine Möglichkeit dar, diesem Druck gewachsen zu sein. Das Mittel wird deshalb oft verharmlosend als „Gehirn-Doping“ beschrieben.

Die Nebenwirkungen von Ritalin

Ritalin ist dem Betäubungsmittelgesetz unterstellt und ist ein süchtig-machendes Präparat.

Die Diagnose ADHS ist bei Kindern rasch zur Hand, doch sie ist oft falsch. „Viel zu schnell werden Kinder zu Ärzten geschickt, von dort zum Facharzt weitervermittelt, und viel zu schnell ist eine Diagnose dann gestellt, ohne die genauen Zusammenhänge zu hinterfragen und sich individuell mit dem Kind und den Anforderungen, die das Umfeld an es stellt, zu beschäftigen. Um eine ADHS-Diagnose stellen zu können, ist ein vielschichtiges Verfahren notwendig und bedarf es einer langfristigen Diagnostikphase, sie kann nicht auf einer knappen Einschätzung beruhen.“ meint etwa Diplom-Pädagogin Katharina Saalfrank, die durch die TV-Serie „Die Super Nanny“ in Deutschland einem breiteren Publikum bekannt wurde.

Fest steht, dass der Missbrauch von Ritalin in den letzten Jahren stetig ansteigt und die Nebenwirkungen des Medikaments dabei völlig außer Acht gelassen werden. Bei Kindern kann sich die Einnahme von Ritalin auf das Wachstum auswirken, es kann zu Magen-Darm-Beschwerden, ständigen Ein- und Durchschlafproblemen und guter Letzt zu Depressionen führen. Bei Menschen mit Epilepsie kann Ritalin zu vermehrten Anfällen führen, ganz allgemein lässt es einen nach Nachlassen der Wirkung schläfrig und schwindelig werden, weshalb die Teilnahme am Straßenverkehr oder das Bedienen großer Maschinen gefährlich sein kann.

Nervosität und Schlaflosigkeit sind auf Dauer unerwünschte Nebenwirkungen, dazu kommt das Nachlassen des Appetits und ungewollte Gewichtsabnahme. In der Packungsbeilage von Ritalin wird ganz klar davor gewarnt, dass bei Missbrauch des Medikamentes der plötzliche Tod durch ernste Nebenwirkungen auf das Zentrale Nervensystem und das Herz-Kreiskauf-System eintreten kann. Ein Überdosis Ritalin hat dabei die gleichen Wirkungen wie eine Überdosis Kokain.

Sollten Eltern eine medikamentöse Behandlung in Erwägung ziehen, dann lassen Sie Ihrem Kind die Medikamente nur nach einer sorgsamen Untersuchung durch einen Kinderarzt oder die Kinder- und Jugendpsychiaterin verschreiben. Es kommt leider viel zu oft vor, dass insbesondere Hausärzte ohne spezielle Kenntnis die Medikamente schon nach einer kurzen Befragung der Eltern ohne weitere Untersuchung verschreiben.

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Quellen:

¹ Die Fehldiagnose „ADHS“ und ihre fatalen Folgen (welt.de)
² AD(H)S – Aufmerksamkeits-Defizit/Hyperaktivitäts-Störung Bericht (Bundesministerium für Gesundheit,)


Linktipps

– ADS / ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom) | Krankheitslexikon
– ADHS die konstruierte Erkrankung? Gibt es ADHS wirklich?
– Infos zum Thema „Hyperaktivität“
– Medikamente: Infos über Arzneimittel als Kapseln, Pillen, Säfte, Spritzen

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