Donau-Universität Krems: neuer Lehrgang im Bereich der Allergologie

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Erbkrankheiten

Durch den rasanten Fortschritt der klinischen Allergologie und der Umweltmedizin sowie der experimentellen Immunologie hat sich die Allergologie/Allergotoxikologie zu einer äußerst komplexen medizinischen Disziplin entwickelt. Die Donau-Universität Krems greift diesen Trend auf und bietet seit kurzem einen entsprechenden Master-Lehrgang an.

Die Zunahme der durch Allergien bedingten Erkrankungen ist vor allem in den industrialisierten und noch mehr in den sich industrialisierenden Ländern besorgniserregend. Laut Schätzungen ist in Westeuropa gut ein Drittel der Bevölkerung betroffen. Allerdings haben sorgfältige epidemiologische Studien und Ergebnisse der experimentellen Immunologie auch dazu geführt, die zugrunde liegenden Pathomechanismen zu erkennen und eine Vielzahl von Kausalzusammenhängen aufzuklären.

Der Begriff Allergologie bezeichnet eine medizinische Fachrichtung bzw. Teilgebietsbezeichnung, die sich mit der Entstehung, Ausprägung, dem Verlauf und die Behandlung von Allergien beschäftigt. Unter einer Allergie versteht man eine Überempfindlichkeitsreaktion des Immunsystems auf an sich harmlose Stoffe aus der Umwelt, wie z.B. Pollen, Hausstaubmilben, aber auch Nahrungs- oder Arzneimittel. Diese Stoffe werden als Allergene bezeichnet. Der Organismus reagiert auf die Allergene mit einer Überproduktion von Antikörpern, zum Beispiel den Immunglobulinen vom Typ E (IgE), die eigentlich zur Abwehr von Krankheiten hergestellt werden. Wenn solche Allergene eingeatmet oder mit der Nahrung aufgenommen werden oder wenn sie auf andere Weise mit dem Körper in Kontakt kommen, versuchen die IgE, diese an sich harmlosen Stoffe unschädlich zu machen. Dabei werden bestimmte körpereigene Stoffe – vor allem das Histamin – ausgeschüttet, die eine allergische Reaktion (Schnupfen, Atemnot, Nahrungsmittelunverträglichkeit, Hautveränderungen) auslösen.

Methodische Fortschritte wie die Micro-Array-Technologie und die präzise chemisch-physikalische Charakterisierung allergener Komponenten und molekularer Strukturen ermöglichen heute nicht nur eine exakte Diagnose, sondern eröffnen auch erfolgreiche therapeutische Interventionen.

Es zeichnet sich ferner ab, dass die klassische Trennung von rein toxischen und allergischen Reaktionen keineswegs immer die biologische Wirklichkeit widerspiegelt.

Vielmehr können beispielsweise toxische Einflüsse Allergien bahnen oder deren Ausprägung modifizieren. Es gilt also, die Zusammenhänge detailliert zu erfassen, um daraus die notwendigen klinischen Konsequenzen ziehen zu können.

Besonders schwierig ist die Abgrenzung so genannter Pseudoallergien, die in ihrer Symptomatik allergischen Reaktionen entsprechen, jedoch auf anderen Pathomechanismen basieren.

Allergologische Tätigkeit als Arzt setzt also nicht nur gründliche klinische Kenntnisse und Fertigkeiten voraus, sondern auch ein umfangreiches Wissen über die entsprechenden immunologischen Grundlagen und moderne Immunpharmakologie einschließlich der Vakzinationstherapie.

Neuer Lehrgang „Allergologie/Allergotoxikologie“

Um dies zu vermitteln, hat die Donau-Universität Krems unter Leitung von Prof. Bernd-Rüdiger Balda den Lehrgang „Allergologie/Allergotoxikologie“ eingerichtet. Der Lehrkörper besteht aus renommierten WissenschaftlerInnen und KlinikerInnen österreichischer und deutscher Universitäten. Ziel der Donau-Universität Krems ist es, Ärztekammern und Fachgesellschaften in ihren Bemühungen um eine bestmögliche Patientenversorgung und hochqualifizierte Forschung auf dem noch jungen Gebiet der Allergologie und Allergotoxikologie zu unterstützen. Zielgruppen sind ÄrztInnen verschiedener Fachrichtungen und WissenschaftlerInnen anderer Disziplinen (etwa PharmazeutInnen oder BiologInnen), die eine berufliche Karriere in der Allergologie/Immunologie anstreben.

Zielgruppe:

Von Interesse ist der Universitätslehrgang für alle Ärztinnen und Ärzte, die in der Patientenversorgung, Ursachenforschung und Prävention auf dem Gebiet der Allergologie/Allergotoxikologie tätig sind bzw. tätig sein wollen. Das sind neben Allgemeinmedizinern, Internisten, Pädiatern, Dermatologen und HNO-Ärzten auch Betriebsärzte, Amtsärzte und Ärzte in Behörden und Ministerien, die mit langfristigen strategischen Planungen für das Gesundheitssystem befasst sind.

Der berufsbegleitende Lehrgang „Allergologie/Allergotoxikologie“ dauert vier Semester und schließt mit dem akademischen Grad „Master of Science in Allergologie/Allergotoxikologie (MSc).

Foto: www.sticklerfotografie.at

[red]

Linktipps

– Donau-Universität Krems: Lehrgang Allergologie und Allergotoxikologie
– ÖGAI – Österreichische Gesellschaft für Allergologie
– IgG-Test bei Verdacht auf Nahrungsmittelunverträglichkeit?
– Was tun bei Hausstaubmilbenallergie?
– Hyposensibilisierung bei Allergien
– Gesundheitsmanagement – Berufsbild, Studium und Karrierechancen im Überblick