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Leberzirrhose: Zerstörung von Leberzellen mit unabsehbaren Folgen

Leberzirrhose: Zerstörung von Leberzellen mit unabsehbaren Folgen

Leberzirrhose

Gelbfärbung der Augen, Bauchwassersucht, gerötete Handinnenflächen: dies sind Symptome, die auf eine fortgeschrittene Leberschädigung, die man als Leberzirrhose bezeichnet, hinweisen – auf eine Erkrankung, die auf der Vernarbung von Lebergewebe beruht und zu einer schrittweisen Verminderung der Leberfunktionen führt. Etwa 0,25% der Bevölkerung in den Industrienationen, so sagen Schätzungen, sind Betroffene einer Leberzirrhose.



Wenn auch übermäßiger Alkoholkonsum zu mehr als 50 % für die Ausbildung einer Leberzirrhose verantwortlich zeichnet, können ebenso andere Lebererkrankungen dahinter stecken: etwa eine chronische Virushepatitis vom Typ B oder C oder eine nichtalkoholische Fettleberhepatitis (NASH).

Symptome der Leberzirrhose

Oftmals bleibt eine Leberzirrhose unentdeckt, denn die deutlich wahrnehmbaren Symptome treten oft erst nach längerer Dauer der Leberschädigung ein. Mögliche Symptome sind:

  • Gelbsucht („Ikterus“), erkennbar an einer Gelbfärbung der Augen und gewisser Hautpartien
  • andere „Hautzeichen“ wie gerötete Handinnenflächen (Palmarerythem), Gefäßspinnen (Naevus araneus) und milchig-weiße Fingernägel.
  • das Auftreten einer Hepatischen Enzephalopathie, einer Beeinrächtigung der Gehirnfunktion. Je nach Schweregrad zeigen Betroffene lediglich leichte Verwirrtheit, aber auch ein charakteristisches Zittern der Hände („flapping tremor“) oder, in schweren Fällen, unkontrollierte Aggressivität.
  • Aszites, eine Zunahme des Bauchvolumens durch Bauchwasser. Dies entsteht durch Erhöhung des Drucks in der Pfortader vor der Leber, wodurch Flüssigkeit in die Leibeshöhle „ausgeschwitzt“ wird und sich im Bauchraum ansammelt.
  • Auch Ösophagusvarizen (Krampfadern in der Speiseröhre) können als Sekundärerkrankung einer Leberzirrhose auftreten, was oftmals an erbrochenem Blut erkannt wird.

Allgemein zeigen Betroffene bereits viel früher zumeist unspezifische Symptome wie Abgeschlagenheit und Verminderung des Leistungsvermögens, diese werden allerdings vorderhand selten mit einer Leberzirrhose in Verbindung gebracht. Um so wichtiger ist die rechtzeitige Diagnose durch einen Arzt, denn nur so kann den oft lebensgefährlichen Folgen der Leberzirrhose vorgebeugt werden.

Lebensgefährliche Folgen möglich

Die lebensgefährlichen Umstände, die eine Leberzirrhose nach sich ziehen kann, sind vielfältig. Oftmals zu wenig beachtet wird etwa das deutlich erhöhte Risiko eines hepatozellulären Karzinoms, also Leberkrebs. Wichtig sind daher bei diagnostizierter Leberzirrhose regelmäßige Untersuchungen des Patienten im Hinblick auf eine mögliche Krebserkrankung.

Überaus problematische Folgen können sich aus Ösophagusvarizen ergeben. Diese an der Innenseite der Speiseröhre liegenden Krampfadern entstehen dadurch, dass die verhärtete Leber zu wenig Blut durchlässt, dadurch in der Pfortader ein Überdruck entsteht („portale Hypertension“) und sich das Blut nun einen anderen Weg hin zur Lebervene sucht. Treten an den leicht verletzlichen Varizen Blutungen auf, können diese tödlich enden.

Lebensbedrohlich kann auch das sogenannte hepertorenale Syndrom sein, ein Multiorganversagen, das ebenfalls Folge des gestörten Blutdurchflusses durch die Leber ist aufgrund dessen im Blutkreislauf der Blutdruck absinkt, worauf die Niere zwecks Vermeidung zu schneller Entwässerung des Körpers ihre Tätigkeit komplett einstellt.

Therapiemöglichkeiten

Spricht man von Therapie der Leberzirrhose, sind mehrere Behandlungsebenen zu unterscheiden:

  • Therapie der zugrund liegenden Erkrankung: Um ein weiteres Fortschreiten der Leberzirrhose zu verhindern, gilt es zunächst, die zugrunde liegende Krankheit zu behandeln. Vielfach bedeutet dies kompletten Verzicht auf Alkoholgenuss, unter Umständen begleitet von einer Entzugstherapie. Für andere Ursachen, etwa Virushepatitisinfektionen, haben sich die Therapiemöglichkeiten in den letzten Jahren stark verbessert.
  • Therapie der Folgeerkrankungen: Hierunter fallen sämtliche Therapien sekundärer Erkrankungen und Syndrome, etwa die Behandlung von Ösophagusvarizen und aller anderen in Frage kommenden Folgeerkrankungen. Zur Senkung des Blutdrucks in der Pfortader kommt als operative Methode auch die Einbringung eines transjugulären intrahepatischen Stentshunts (TIPS) in Betracht, eines „Verbindungsstücks“ zwischen Pfortader und Lebervene.
  • Therapie im Hinblick auf die Funktionen der Leber selbst: Allgemein wird davon ausgegangen, dass es sich bei einer Leberzirrhose um einen nicht umkehrbaren Prozess handelt, sich also die Funktionen der Leber auch bei Behebung der Ursache nicht mehr wiederherstellen lassen. Allerdings lassen neuere Ansätze aufhorchen, die auf der Einpflanzung aufbereiteter Leberzellen bzw. von Stammzellen basieren. Dies könnte mittelfristig einen Durchbruch bei den Therapiemöglichkeiten bringen.

Die ultimative Therapie bei fortgeschrittener Leberzirrhose besteht nach wie vor in der Lebertransplantation. Aufgrund der mittlerweile großen Erfahrungen in der Transplantationstechnik und der ausgereiften Nachbehandlung liegt die Überlebensrate nach Lebertransplantationen nach fünf Jahren bei über 70%.

Nächste Folge: Hepatische Enzephalopathie

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Linktipps:

– Die Leber: Aufbau, Funktion, Erkrankungen
– Leberzirrhose muss nicht vom Alkohol kommen
– Lebertumore – Symptome, Diagnose, Behandlung und Prognose
– Leber | Medizinlexikon
– Leber (Mann) | Körperatlas
– Fettleber

Kave Atefie





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