Schizophrenie | Krankheitslexikon

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Schizophrenie

Die Schizophrenie ist eine psychiatrische Erkrankung, die durch Störungen im Denken, Fühlen und Handeln gekennzeichnet ist. Die Grundlagen liegen in einer fehlerhaften Informationsverarbeitung im Zentralnervensystem, insbesondere im Bereich des Überträgerstoffes Dopamin. Die Häufigkeit der Erkrankung liegt bei ca. 0,4 % der Bevölkerung.

Symptome:

  • unzusammenhängendes Denken,
  • Unfähigkeit einen logischen Gedankengang zu Ende zu führen
  • plötzliches Gedankenabreißen und damit zu massiven Störungen der Konzentration
  • Die Störung des Gefühlslebens äußert sich u.a. in einem für den Außenstehenden schwer nachzuvollziehenden, zur Situation und zum Zustand des Kranken unpassenden Gefühlsausdruck.
  • Halluzinationen (vor allem in Form des Stimmenhörens)
  • Wahnbildungen (vor allem Beeinflussungs- und Verfolgungsideen)

Dieser zuletzt angeführte Symptomenkomplex führt zu einer gestörten Realitätseinschätzung des Betroffenen. Die Symptome treten in individuell unterschiedlicher Ausprägung auf.

Verlauf:

Das Alter bei Erkrankungsbeginn liegt zwischen 15 und 40 Jahren. Die Krankheit kann schleichend, aber auch plötzlich einsetzen, in weiterer Folge verläuft sie meistens schubweise, das bedeutet, dass nach Wochen bis Monaten der Erkrankung wieder ein psychischer Zustand erreicht wird, indem die akute Symptomatik abgeklungen ist, der Patient jedoch zumeist nicht mehr die volle psychische Leistungsfähigkeit wie vor dem schizophrenen Schub erreicht.

Prognose:

Die Schizophrenie ist eine chronische Erkrankung, die mit der Gefahr von häufigen Rückfällen und somit zunehmenden Restsymptomen einhergeht, die Gefahr einer dauerhaften Invalidisierung, vorallem bei insuffizienter Therapie, in sich birgt.

Therapie:

Die zum heutigen Zeitpunkt effizienteste Therapie ist die Therapie Psychopharmaka der Klasse der Antipsychotika, auch Neuroleptika genannt, die nach Abklingen der akuten Symptomatik in Form einer Rezidivprophylaxe über lange Zeiträume fortgeführt werden sollte. Die Dauer der Therapie mit Antipsychotika hat die Rückfallsrate von 80 auf 20 % senken können. Neben der Psychopharmakatherapie gelten heute auch psychosoziale Therapiemaßnahmen als unverzichtbar, um den Patienten im Sinne einer Rehabilitation die Rückkehr in sein gewohntes soziales Netz (Arbeit, Wohnen, Beziehungen) zu ermöglichen. Mit Hilfe dieser moderenen Therapiekombinationen kann bei der überwiegenden Mehrheit der Patienten eine dauernde Invalidisierung bzw. Hospitalisierung vermieden werden.

Quelle: Univ.Klinik für Psychiatrie, Innsbruck 1997

Informationsstellen:

HPE – Hilfe für Angehörige Psychisch Erkrankter Bernardgasse 36/4/14 1070 Wien
Tel. 01/526 42 02 Fax. 01/526 42 02 – 200
E-mail: hpe-oesterreich@inode.at

Linktipps

AKH-Wien – Psychiatrie
Psychopharmaka
Univ. Klinik für Psychiatrie – Innsbruck
Berufsverband österr. PsychologInnen
Gesundheit & Psychologie im Internet
HPE-Österreich (Hilfe für Angehörige psychisch Erkrankter)

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