Schizophrenie | Krankheitslexikon

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Schizophrenie | Krankheitslexikon

Fotocredit: Artem Furman | Fotolia

Die Schizophrenie ist eine psychiatrische Erkrankung, die durch Störungen im Denken, Fühlen und Handeln gekennzeichnet ist. Sie zählt zu den Psychosen.


Die Grundlagen liegen in einer fehlerhaften Informationsverarbeitung im Zentralnervensystem, insbesondere im Bereich des Überträgerstoffes Dopamin. Die Häufigkeit der Erkrankung liegt bei ca. 0,4 % der Bevölkerung.

Symptome

  • unzusammenhängendes Denken
  • Unfähigkeit einen logischen Gedankengang zu Ende zu führen
  • plötzliches Gedankenabreißen und damit zu massiven Störungen der Konzentration
  • Die Störung des Gefühlslebens äußert sich u.a. in einem für den Außenstehenden schwer nachzuvollziehenden, zur Situation und zum Zustand des Kranken unpassenden Gefühlsausdruck.
  • Halluzinationen (vor allem in Form des Stimmenhörens)
  • Wahnbildungen (vor allem Beeinflussungs- und Verfolgungsideen)

Dieser zuletzt angeführte Symptomenkomplex führt zu einer gestörten Realitätseinschätzung des Betroffenen. Die Symptome treten in individuell unterschiedlicher Ausprägung auf.

Grundsätzlich werden drei große Symptomgruppen unterschieden:

  • Positivsymptomatik
  • Diese Symptome wie inhaltliche Denkstörungen (z.B. starke Fehlinterpretationen des normalen Erlebens), Ich-Störungen und/oder Sinnestäuschungen können zu Halluzinationen oder Wahn führen. Sie kommen hauptsächlich in den akuten Stadien vor.

  • Negativsymptomatik
  • Diese Symptome wiederum sind gekennzeichnet durch eine Minderung, Herabsetzung und Verarmung psychischer Merkmale eines Menschen. Beispiele sind Antriebsminderung, Affektverflachung oder sozialer Rückzug. Sie sind typisch für längere dauernde Verläufe.

  • Kognitive Symptomatik
  • Kognitive Symptome sind Defizite in der Aufmerksamkeit und der Flexibilität des Denkens, sowie Störungen im Arbeitsgedächtnis und bei Problemlösung.

Verlauf

Bei Menschen, die eine Schizophrenie entwickeln, treten vorBeginn der Krankheit sogenannte präpsychotische Verhaltensänderungen auf. Dazu zählen etwa Lustlosigkeit, Misstrauen, Ängstlichkeit, Reizbarkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Leistungsabfall, die Entwicklung skurriler Ideen, aber auch verkürzter Schlaf und verminderte Ausdrucksfähigkeit.

Da diese Verhaltensweisen nicht sehr spezifisch sind und gerade bei Jugendlichen in der Pubertät recht häufig vorkommen, sind derartige Veränderungen schwer zu deuten.

Das Alter bei Erkrankungsbeginn liegt zwischen 15 und 40 Jahren. Die Krankheit kann schleichend, aber auch plötzlich einsetzen, in weiterer Folge verläuft sie meistens schubweise, das bedeutet, dass nach Wochen bis Monaten der Erkrankung wieder ein psychischer Zustand erreicht wird, indem die akute Symptomatik abgeklungen ist, der Patient jedoch zumeist nicht mehr die volle psychische Leistungsfähigkeit wie vor dem schizophrenen Schub erreicht.

Der Verlauf ist keineswegs bei allen Patienten gleich.

Etwa ein Drittel der betroffenen hat nur eine oder zwei kurze Krankheitsepisoden mit daruffolgender Heilung. bei einem zweiten Drittel entwickelt sich ein chronischer Verlauf mit durchaus schwerwiegenden Beeinträchtigungen im Alltag. Beim dritten Drittel wechseln sich Krankheitsphasen mit stabilen Phasen mit deutlich reduzierter Symptomatik ab.

Die Einjahresrezidivrate (Rückfallquote innerhalb eines Zeitraumes von einem Jahr) beträgt ohne antipsychotische Medikation cirka 75 Prozent, wohingegen mit Medikation nur etwa 20 Prozent ein Rezidiv (Wiederauftreten der Krankheit) erleiden.

Diagnose

Die exakte Diagnose einer Schizophrenie erfordert ausreichend klinische Erfahrung des behandelnden Arztes mit diesem Krankheitsbild. Es sind umfangreiche Untersuchungen nötig um potenzielle organische Ursachen auszuschließen, deswegen empfiehlt sich auch eine enge Zusammenarbeit mit Fachärzten.

Die Klassifikationskriterien, die die Diagnose einer Schizophrenie begründen, werden von der International Classification of Diseases (ICD-10) vorgegeben.

Die Leitsymptome der Erkrankung umfassen gemäß der ICD-10:

1. Gedankenlautwerden, -eingebung, -entzug, -ausbreitung
2. Kontroll- oder Beeinflussungswahn, Gefühl des Gemachten bzgl. Körperbewegungen, Gedanken, Tätigkeiten oder Empfindungen, Wahnwahrnehmungen
3. Kommentierende oder dialogische Stimmen
4. Anhaltender, kulturell unangemessener oder völlig unrealistischer Wahn (bizzarer Wahn)
5. Anhaltende Halluzinationen jeder Sinnesmodalität
6. Gedankenabreißen oder – einschiebungen in den Gedankenfluss
7. Katatone Symptome wie Erregung, Haltungsstereotypien, Negativismus oder Stupor
8. Negative Symptome wie auffällige Apathie, Sprachverarmung, verflachter oder inadäquater Affekt.

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Erforderlich für die Diagnose Schizophrenie sind mindestens ein eindeutiges Symptom (zwei oder mehr, wenn weniger eindeutig) der Gruppen 1 bis 4 oder mindestens zwei Symptome der Gruppen 5 bis 8. Diese Symptome müssen fast ständig während eines Monats oder länger deutlich vorhanden gewesen sein.

Prognose

Die Schizophrenie ist eine chronische Erkrankung mit mehr oder weniger starkem episodischem Verlauf. Dies geht mit der Gefahr von häufigen Rückfällen und somit zunehmenden Restsymptomen einher und birgt die Gefahr einer dauerhaften Invalidisierung, vorallem bei insuffizienter Therapie, in sich.

Therapie

Die zum heutigen Zeitpunkt effizienteste Therapie ist die Therapie Psychopharmaka der Klasse der Antipsychotika, auch Neuroleptika genannt, die nach Abklingen der akuten Symptomatik in Form einer Rezidivprophylaxe über lange Zeiträume fortgeführt werden sollte. Die Dauer der Therapie mit Antipsychotika hat die Rückfallsrate von 80 auf 20 % senken können.

In der medikamentösen Therapie sind heute sogenannte atypische Antipsychotika Standard. Die älteren, sogenannten typischen Antipsychotika werden wegen der extrapyramidalen Nebenwirkungen (motorische Störungen, Symptome wie Zittern, rastlose Bewegungen, unwillkürliche Muskelkontraktionen oder Sprachstörungen) nur noch in Ausnahmefällen verordnet.

Neben der Psychopharmakatherapie gelten heute auch psychosoziale Therapiemaßnahmen als unverzichtbar, um den Patienten im Sinne einer Rehabilitation die Rückkehr in sein gewohntes soziales Netz (Arbeit, Wohnen, Beziehungen) zu ermöglichen.

Die kognitive Verhaltenstherapie ist heute internationaler Standard und allen Erkrankten uneingeschränkt zu empfehlen. Diese Form der Psychoterpaie vereint zwei Ansätze, nämlich

1. das Erkennen falscher und belastender Überzeugungen, Gedanken und Erwartungen
2. Verhaltensweisen, die einem das Leben erschweren bzw. Probleme verstärken zu ändern

Mit Hilfe dieser moderenen Therapiekombinationen kann bei der überwiegenden Mehrheit der Patienten eine dauernde Invalidisierung bzw. Hospitalisierung vermieden werden.

Aber auch das soziale Umfeld kann wesentlich dazu beitragen, den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen, indem diese Personen lernen, ihre Kommunikation an die Bedürfnisse der Kranken anzupassen.

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Quellen:

¹ S3-Leitlinie Schizophrenie (Kurzfassung; Stand: 03/2019)
¹ Univ. Prof. Dr. Johannes Wancata, Univ.Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, MedUni Wien (in: Ärzte Krone 21/2021)
³ Univ.Klinik für Psychiatrie, Innsbruck 1997

Informationsstellen:

HPE-Österreich – Hilfe für Angehörige psychisch Erkrankter
Tel. 01/52 64 202 Web: www.hpe.at
E-mail: [email protected]

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Fotohinweis: sofern nicht extra anders angegeben, Fotocredit by Fotolia.com (bzw. Adobe Stock)

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