Herzinsuffizienz (Herzschwäche)

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Herzinsuffizienz

Die Herzschwäche bedeutet, dass das Herz nicht in der Lage ist, den Körper in jeder Situation ausreichend mit Blut – und damit auch mit Sauerstoff – zu versorgen. Sie wird in Anlehnung an die Empfehlung der New York Heart Association in die NYHA-Stufen I bis IV eingeteilt.


Das menschliche Herz ist ein Phänomen – es ist kaum größer als eine geballte Faust, pumpt fast unermüdlich Blut durch unseren Körper und schlägt dabei ca. 100.000 Mal pro Tag. Virusinfektionen, ein chronisch erhöhter Blutdruck oder Durchblutungsstörungen können dazu führen, dass die Pumpe schwach wird. Wird der Herzmuskel geschädigt so kann er seine Funktion nicht mehr vollständig erfüllen und es kommt zu einer Herzschwäche oder Herzinsuffizienz. Dabei ist das Herz nicht mehr in der Lage, den Körper ausreichend mit Blut zu versorgen und das Blut staut sich vor den beiden Herzkammern.

Herzinsuffizienz

Eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz) besteht, wenn der Herzmuskel nicht genügend Kraft hat, eine ausreichende Menge Blut in den Kreislauf zu pumpen. Das Herz arbeitet nach dem Prinzip einer Doppelpumpe. Die rechte Herzkammer pumpt das Blut, das vom Körper kommt in die Lunge. Dort wird es mit Sauerstoff angereichert. Die linke Herzkammer pumpt das sauerstoffreiche Blut, das von der Lunge kommt, in den Körper.

Bei einer Herzinsuffizienz staut sich das Blut vor der jeweiligen Herzkammer. Ist das Herz zu schwach, um ein normales Volumen Blut auszustoßen, wird weniger sauerstoffreiches Blut in den Körper gepumpt. Das Herz versucht nun, die Auswurfleistung zu verbessern. Dies geschieht eine Vergrößerung der linken Herzkammer und durch Anregung des natürlichen Schrittmachers des Herzens. Bei einer Störung der Erregungsausbreitung ziehen sich die beiden Kammern außerdem nicht gleichzeitig zusammen, die Pumpleistung des Herzens nimmt noch weiter ab.

Eine Herzinsuffizienz beeinträchtigt die Funktion von Herz, Kreislauf, Nieren und Skelettmuskulatur. Die Herzmuskelschwäche ist eine der häufigsten Erkrankungen in der inneren Medizin. Sie ist immer die Folge einer bestehenden Krankheit. In 70 Prozent der Fälle entsteht sie durch unzureichende Behandlung von Bluthochdruck oder einer Durchblutungsstörung des Herzmuskels (koronare Herzkrankheit).

In den Industrieländern erkranken pro Jahr ein bis fünf Patienten auf 1000 Einwohner an Herzinsuffizienz. Die Häufigkeit verdoppelt sich mit jedem Lebensjahrzehnt.Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Die Lebensqualität bei Herzinsuffizienz ist stärker beeinträchtigt als bei den meisten anderen chronischen, inneren Erkrankungen. Sie verschlechtert sich zudem mit dem Fortschreiten der Krankheit. Der Verlauf der Herzinsuffizienz ist vor allem bei höherem Schweregrad ungünstig.

Symptome

Je nach Schweregrad der Erkrankung und betroffener Herzseite treten unterschiedliche Symptome in den Vordergrund.

  • Allgemeine Schwäche und Müdigkeit
  • Benommenheit
  • Herzjagen (Tachykardie)
  • eingeschränkte körperliche Belastbarkeit
  • kurzatmigkeit (z.B. beim Treppensteigen!)
  • Wasseransammlungen in den Beinen

Rechtsherzinsuffizienz

  • Flüssigkeitsansammlungen an den Knöcheln (Knöchelödeme) oder in der Bauchhöhle (Aszites)
  • Vergrößerung der Leber (Stauungsleber)
  • Ausscheidung von Eiweiß im Urin (Stauungsproteinurie)
  • nächtlicher Harndrang

Linksherzinsuffizienz

  • Atemnot tritt besonders im Liegen auf und bessert sich nur beim Aufrichten.
  • Blaufärbung von Haut und Schleimhäuten
  • Stauungsbedingte Bronchitis
  • abnormale Vermehrung der Blutkörperchen erhöht die Zähflüssigkeit des Blutes

Ursachen

Unter Herzinsuffizienz ist eine Funktionsstörung des Herzens zu verstehen, bei der Blut nicht mehr in ausreichenden Mengen ausgeworfen werden kann und die Organdurchblutung eingeschränkt ist. Im fortgeschrittenen Stadium droht Kreislaufversagen. Die kardiale Funktionsstörung kann durch eine primäre Herzmuskelschwäche oder durch Veränderungen der Herzklappen/des Herzbeutels hervorgerufen werden. Häufigste Ursache ist die koronare Herzkrankheit (ca. 70%), gefolgt von dilatativen Kardiomyopathien und hypertensiven Herzerkrankungen. Seltene Ursachen sind Herzklappenerkrankungen, entzündliche Herzerkrankungen sowie angeborene oder erworbene Herzfehler.

Risikofaktoren für die Entwicklung der Herzinsuffizienz sind: Hypertonie, Diabetes mellitus, Rauchen, Alkoholabusus und Adipositas. Herzinsuffizienz ist daher keine Diagnose im eigentlichen Sinn, sondern muss stets in Zusammenschau mit der zugrunde liegenden Herzerkrankung gesehen werden. Die Einteilung des klinischen Schweregrads der Herzinsuffizienz (Leitsymptom Dyspnoe) erfolgt anhand der New York Heart Association (NYHA)-Stadien (NYHA-I: keine Beschwerden; Stadium IV: Luftnot in Ruhe). Bezüglich des zeitlichen Verlaufs unterscheidet man eine akute Herzinsuffizienz (z.B. als Komplikation eines akuten Myokardinfarkts) von einer chronischen Herzinsuffizienz, bezüglich des betroffenen Herzbereichs eine Linksherz- von einer Rechtsherzinsuffizienz.

Fragen & Antworten

Wie erkennt der Arzt eine Herzinsuffizienz?

1. Anamnese: im Gespräch mit dem Arzt wird die Vorgeschichte der Krankheit erzählt und ergänzt durch Krankheitsangaben aus der Familie.

2. klinische Untersuchung

a) Abhorchen von Herz und Lunge (Auskultation)
b) Tastuntersuchung des Bauches (Palpation)
c) Nachweis von Ödemen (Knöchel, Unterschenkel)

3. Elektrokardiogramm (EKG)

4. Brustkorb-Röntgenaufnahme

5. Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiographie)

6. klinisch-chemische Untersuchung: Harnuntersuchung, Blutbild, Serumelektrolyte, Sauerstoffsättigung im Blut

weitere Möglichkeiten:

  • nuklearmedizinische Diagnostik
  • Lungenfunktionsprüfung
  • Ultraschalluntersuchen des Oberbauch (Sonographie)
  • Magnetresonanztomographie

Welche Arzneimittel werden zur Behandlung von Herzinsuffizienz eingesetzt?

Zumeist erfolgt eine Kombinationstherapie in Abhängigkeit zu Grunderkrankung und Schweregrad. Als besonders günstig hat sich in der Behandlung der chronischen Herzinsuffizienz die Dreifachkombination Diuretikum, ACE-Hemmer und Digitalis erwiesen. Je nach Schweregrad der Herzinsuffizienz verordnet der Arzt die Medikamenten nach einem Stufenschema.

– Diuretika dienen der Entwässerung des Körpers, indem sie die Flüssigkeitsausscheidung erhöhen. Sie wirken vorwiegend gegen die Symptome, die die Herzschwäche begleiten, können aber die Prognose der Erkrankung nicht verbessern.

– ACE-Hemmer: Diese Arzneistoffe verhindern, dass das Angiotensin Converting enzyme (ACE) Angiotensin I in Angiotensin II umwandeln kann. Dadurch wird der Blutdruck gesenkt und der Herzmuskel arbeitet kräftiger.

– In leichteren Fällen können auch pflanzliche Arzneimittel eingesetzt werden. Weissdornextrakt führt zu einer Befindlichkeitsverbesserung und ist angezeigt bei den NYHA-Stadien I und II. Die Wirkung setzt erst nach einigen Tagen ein.

Linktipps

– Herzinsuffizienz: Zahlen, Daten, Fakten
– Krankheitslexikon: Bluthochdruck
– Krankheitslexikon: Herzinfarkt
– Herzrhythmusstörung – Vorhofflimmern
– Kennen Sie Ihre Cholesterin-Werte?
– Schritt für Schritt gesünder leben
– Arteriosklerose: Gefahr für Herz und Kreislauf
– www.herzvital.at