Frauenmantel | Heilpflanzenlexikon

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Frauenmantel, Liebfrauenmantel, Naturheilkunde

Der Frauenmantel hat sich als Heilmittel hauptsächlich in der Frauenheilkunde bewährt, was eine mögliche Erklärung für seinen Namen ist. Die Ähnlichkeit seiner gefalteten Blätter mit mittelalterlichen Mariendarstellungen könnte ein anderer Grund für seinen Namen sein. Der botanische Name (Alchemilla) leitet sich jedenfalls vom Begriff Alchemie ab und soll darauf zurückgehen, dass im Mittelalter die Alchemisten den von den Blättern gesammelten Tau zur Herstellung des Steins der Weisen verwendet haben.

Der Frauenmantel bevorzugt Wiesen, lichte Wälder und Gebüsche. Er bildet oft ganze Teppiche, kommt aber auch vereinzelt vor.

Seine Wurzel treibt im Frühjahr Stängel aus, an denen gefaltete Blätter wachsen. In der Mitte dieser Blätter sammeln sich oft Tautropfen, ein typisches Merkmal des Frauenmantels. Aus manchen Blättern entspringen Stängel, an deren Ende ab Mai kleine gelbe Blüten wachsen.

Kenndaten

  • Wissenschaftlicher Name: Alchemilla vulgaris
  • Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
  • Wuchshöhe: bis zu 50 cm
  • Farbe der Blüten: Gelb
  • Sammelzeit: Mai – September
  • Vorkommen: Europa, Asien, Nordamerika
  • Standorte: Gebüsche, Wiesen, lichte Wälder, sonnige bis schattige Standorte mit frischen bis feuchten, mäßig nährstoffreichen Böden
  • verwendete Pflanzenteile: blühendes Kraut

Synonyme

Alchemistenkraut, Allerfrauenheil, Dächlichrut, Echter Sinau, Frauenhaarmantel, Frauenhäubel, Frauenhilf, Frauenhut, Frauenmäntli, Frauenrock, Frauentrost, Frauenwurzel, Gänsefuß, Gänselgrün, Gewittergras, Hasenmänteli, Haubn, Herbstmantel, Hergottsmäntelchen, Hergottsmäntelein, Hiadl, Himmelstau, Immertau, Krausemäntelchen, Kroanfüss, Liebfrauenmantel, Löwenfuß, Löwenfußkraut, Mantelkraut, Mäntli, Marienblümli, Marienkraut, Marienmantel, Milchkraut, Muttergottesmantel, Mutterkraut, Neunlappenkraut, Ohmkraut, Perlkraut, Regendachl, Regendächle, Regentropfen, Röckli, Schweinsrose, Silberchrut, Silberkraut, Silbermänteli, Sinau, Sinnau, Sintau, Sonnenthau, Synnaw, Taubecher, Taubecherl, Taublatt, Taufänger, Taukraut, Taumantel, Taurosenkraut, Tauschüsselchen, Tauschüsserl, Tränenschön, Trauermantel, Unser Frowen Mantel, Wasserträger, Weiberkittel, Wiesen-Frauenmantel, Wiesensina, Wundwurz, Zugmantel

Wirksame Inhaltsstoffe

Amine, ätherische Öle, Bitterstoffe, Flavonoide, Gerbstoffe (Tannine), Glykoside (Saponine), Phytosterin

Heilwirkung und Anwendungsgebiete

Die Schulmedizin hat bei ihren Untersuchungen des Frauenmantels keine große Heilkraft entdecken können, auch die Anwendung bei frauentypischen Beschwerden ist wissenschaftlich nicht begründet. Lediglich bei Magen- und Darmbeschwerden vermutet man Heilwirkung.

Umsomehr wird der Frauenmantel in der Volksheilkunde geschätzt. Laut dieser gibt es kaum einen Bereich des Körpers, auf den er nicht positiv einwirken kann.

Der Frauenmantel wirkt laut Volksheilkunde adstringierend, beruhigend, blutbildend, blutreinigend, blutstillend, harntreibend, krampflösend, milchfördernd und tonisierend und findet daher auf folgenden Gebieten Anwendung:

  • Akne
  • Appetitlosigkeit
  • Arteriosklerose
  • Asthma
  • Ausfluss
  • Bindehautentzündung
  • Blähungen
  • Darmstörungen
  • Diabetes (unterstützend)
  • Durchfall
  • Eiterungen
  • eitrige Wunden
  • Ekzeme
  • Erkältung
  • Fieber
  • Furunkel
  • Geschwüre
  • Halsentzündung
  • Hautunreinheiten
  • Herzschwäche
  • Kehlkopfentzündungen
  • Kopfschmerzen
  • Lidrandentzündung
  • Magenschwäche
  • Menstruationsbeschwerden
  • Mund- und Rachenentzündung
  • Nachtschweiß
  • Nierenschwäche
  • Ödeme
  • Östrogen-Dominanz
  • Prämenstruelles Syndrom
  • Schlaflosigkeit
  • Schnupfen
  • trockene Haut
  • Wechseljahrsbeschwerden
  • Weißfluss
  • Wunden
  • Zahnfleischentzündung


Außerdem soll der Frauenmantel die Gebärmutter während der Schwangerschaft stärken.

Dosierung und Anwendung

Die Blätter des Frauenmantels können für die Herstellung von Tees, Gurgellösungen, Kaltaufgüssen oder als Badezusatz genutzt werden.

Tee:
2 TL Blätter mit ¼ Liter heißem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. Davon 2 Tassen täglich zwischen den Mahlzeiten trinken.

Gurgellösung oder Mundspülung:
2 TL Blätter in ¼ Liter heißem Wasser kochen lassen und abseihen.

Kaltaufguss:
Blätter mit kaltem Wasser ansetzen, nach mehreren Stunden abseihen.

Badezusatz:
4 TL Blätter mit 1 Liter kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen.

Warnhinweise

Während der Schwangerschaft darf Frauenmantel nicht angewandt werden. Vorsicht vor Überdosierung, da das im Frauenmantel enthaltene Tannin in überhöhten Dosen Leberschäden verursachen kann.

Wichtiger Hinweis: Allfällige in diesem Artikel angeführte mögliche Heilwirkungen von Pflanzen und Zubereitungen sind nicht als ärztliche Handlungsempfehlungen zu verstehen und ersetzen keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.

Linktipps

– Beifuß gegen Appetitlosigkeit
– Huflattich | Heilpflanzenlexikon
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