Der Angriff der Pollen

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Therapiemöglichkeiten bei Pollenallergie

Nicht die Allergiker sind das Übel, sondern die Allergie auslösenden Substanzen: Vor allem Pflanzenpollen, Tierhaare und Raumallergene lassen viele Menschen leiden. Dazu die Erkenntnis, dass einer von drei Allergikern Asthma entwickelt. Doch die Medizin bietet mittlerweile glücklicherweise eine große Auswahl an hilfreichen Therapien.

Laut Österreichischer Lungenunion leiden 80 Millionen Menschen in Europa unter einer Pollen-, Hausstaub-, Schimmel- oder Tierhaarallergie. Eine Umfrage an österreichischen Allergikern ergab, dass 40% der Patienten sich unzureichend über ihre Erkrankung informiert fühlen und 30 % aller österreichischen Patienten mit allergischem Asthma oder Heuschnupfen gar nicht behandelt werden. Dabei sollte grundsätzlich jede Allergie, so sie auch sicher als solche diagnostiziert wurde, behandelt werden um eben Spätfolgen wie Asthma zu vermeiden.

Allergie-Info

Unter einer Allergie versteht man eine überschießende Reaktion des Immunsystems nach wiederholtem Kontakt mit Stoffen, die von ihm als fremd erkannt werden, so genannten Allergenen. Die Neigung zu einer Überempfindlichkeit, ausgelöst durch den Kontakt mit an sich harmlosen Substanzen, nennt man Atopie. Diese Atopie – also die Neigung zu Allergien – ist höher je belasteter die Eltern sind. Allergien sind also häufig – aber nicht immer – vererbt.

Folgende Allergene werden unterschieden:

  • Inhalations-Allergene (über die Atmung):
    z.B. Gräserpollen, Pilzsporen, Mehl, Wohnungsstaub, Tierhaare
  • Haut-Allergene (über die Haut):
    z.B. Wiesenpflanzen, Nickel, Duftstoffe, Primeln
  • Nahrungsmittel- oder Arzneimittel-Allergene (über den Mund):
    z.B. Milch, Eier, Krebse, Fisch, Fleisch, Schmerzmittel, Penicillin
  • Insektenstich- und Injektions-Allergene:

Normalerweise kann ein gesundes Immunsystem zwischen „harmlosen“ und „bedrohlichen“ Angriffen gut unterscheiden. Allergen aber sind raffiniert: Da sie gefährlichen Keimen in ihrem Aufbau sehr ähnlich sind wird die Unterscheidung für das Immunsystem schwierig und es kommt zu einer „Fehlentscheidung“: Das System schaltet auf „Abwehr“ – schießt also im übertragenen Sinn mit Bomben auf Mücken. Der Körper bildet sogenannte IgE Antikörper (Immunglobolin E): Treffen dies Antikörper nun auf den Allergieauslöser (das Allergen), kommt es zu einer folgenschweren Kettenreaktion deren sichtbare Zeichen jeder Betroffene nur zu gut kennt: gerötete, juckende Augen, geschwollene Schleimhäute, triefende Nasen und heftige Niesattacken.

Allergie Therapien im Überblick

Wer den Verdacht hat an einer Allergie zu leiden sollte nicht zögern und umgehend einen Arzt aufsuchen um frühzeitig eine optimale Behandlung zu erhalten.

Die Behandlung von Allergien richtet sich danach, wie heftig die Beschwerden sind und wie häufig sie auftreten. Bei leichteren Allergiearten, wie etwa bei mildem Heuschnupfen, hilft meist eine lokale Behandlung, also die Anwendung eines antiallergischen Medikaments (z.B. Augentropfen, Nasenspray).

Grundsätzlich ist zwischen 3 Strategien zur Bekämpfung der Allergie zu unterscheiden:

  • Vermeidung des Kontaktes mit AllergenenStoffe, die als Auslöser der allergischen Beschwerden vermutet werden, müssen gemieden werden.
  • Medikamentöse BehandlungIhr Arzt wird Ihnen in den meisten Fällen ein Antihistaminikum verschreiben. Ein Antihistaminikum der neuesten Generation wirkt stark und schnell und macht nicht müde. Bei bereits mäßigen Beschwerden wird eine Kombinationstherapie mit einem Kortison-Nasenspray empfohlen, der nur in sehr geringen Konzentrationen vom Körper aufgenommen wird.? Antihistamin bei schwacher Allergie.
    ? Antihistamin + lokale Behandlung (etwa Cortison-Nasenspray) bei mittelschwerer Allergie
    ? Spezifische Immuntherapie bei starker Allergie

    Vorsicht ist vor allem bei abschwellenden Nasentropfen geboten, da sie zu einem Gewöhnungseffekt führen können und in Folge die Schleimhäute schädigen.
    Injektionen mit Adrenalin und/oder Kortison sind nur im Akutfall – etwa bei einem anaphylaktischen Schock das Mittel der Wahl.

  • Hyposensibilisierung (Allergieimpfung)Allergieimpfung zur Gewöhnung an ein Allergen. Bei dieser sogenannten Immuntherapie werden dem Körper über Jahre geringe Dosen des allergieauslösenden Stoffes verabreicht. Dadurch „gewöhnt“ sich der Organismus daran, das Immunsystem wir toleranter gegen den Auslöser und die Allergie kann sich nicht weiter entwickeln. Die Immuntherapie steht als Injektionsimpfkur, aber auch als Schluckimpfung (besonders bei Kindern) zur Verfügung.

Mit der sogenannten Gräsertablette steht ein neues Mittel zur Verfügung , das die Beschwerden doch deutlich verringern und das Auftreten der gefürchteten Folgeerkrankung Asthma verhindern kann. Bei der Tablette handelt es sich um eine Weiterentwicklung der Immuntherapie – auch hier raten Experten zu einer längerfristigen Anwendung – ca. 3 Jahre durchgehend oder aber auch kurz vor Beginn bis zum Ende der Saison.

Vor allem bei leichten Allergieformen haben sich auch gewisse alternative Behandlungsmethoden bewährt: Als Beispiele seien hier die Homöopathie,oder die Akupunktur genannt. Aber auch diese sogennaten sanften Therapien sollte zuvor mit einem qualifizierten Arzt besprochen werden.

Fotohinweis: sofern nicht extra anders angegeben, Fotocredit by Fotolia.com

Linktipps

– Allergie-Corner: Infos von A bis Z
– Pollenallergie – was ist das eigentlich
– Allergietest: Chip hilft bei Diagnose von Allergien
– Polleninformation: aktuelle Belastungen nach Region
– Tablette gegen Gräserpollenallergie
– Allergien: Entgleisung des Immunsystems
– hilfreiche Tipps & Tricks für Pollenallergiker
– Pollen-Tagebuch online