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Ackerschachtelhalm | Heilpflanzenlexikon

Ackerschachtelhalm | Heilpflanzenlexikon

Ackerschachtelhalm, Zinnkraut, Heilkräuter

Der Ackerschachtelhalm ist ein Unkraut, welches von Sebastian Kneipp als Heilpflanze entdeckt wurde. Wegen des hohen Anteils an Kieselsäure wird er u. a. bei Nierenerkrankungen eingesetzt, früher auch zum Putzen von Zinn, weshalb er auch unter dem Namen Zinnkraut bekannt ist.



Im Frühjahr sterben die Triebe des Ackerschachtelhalms nach der Fortpflanzung schnell ab. Im Mai wachsen 10 bis 50 cm lange grüne Sommertriebe, deren Stängel schachtelförmig angeordnet sind und ein wenig an Nadelbäume erinnern.

Der farnartige Ackerschachtelhalm hat keine Blüten, die Stängel ersetzen die Blätter. Die Pflanze zählt somit zu den Sporenpflanzen.

Kenndaten

  • Wissenschaftlicher Name: Equisetum arvense
  • Familie: Schachtelhalmgewächse (Equisetaceae)
  • Wuchshöhe: bis zu 50 cm
  • Farbe der Sporen: Hellbraun bis rötlich (Frühling), Grün (Sommer)
  • Sammelzeit: Mai – Juli
  • Vorkommen: Europa, Asien, Nordamerika bis in die arktischen Gebiete
  • Standorte: lehmige Äcker, feuchte Wiesen
  • verwendete Pflanzenteile: Sommersporen

Synonyme

Ackerschachtelhalm, Ackerschaftheu, Acker-Zinnkraut, Bandwisch, Fegekraut, Fegkraut, Fuchsschweif, Katzenrocken, Katzenschwanz, Katzenstert, Katzenstiel, Katzenwedel, Katzenzagel, Katzenzahl, Negenknee, Pfannebutzer, Pferdeschwanz, Ratzenschweif, Rug, Rugen, Rugstert, Schabrausch, Schachtelhalm, Schafheu, Schafrusch, Schafstroh, Schaftelen, Schaftelheu, Schaftheu, Schaftstroh, Scharpisch, Scheuergras, Scheuerkraut, Schnagt, Spinnlich, Unger, Unnet, Zinngras, Zinnheu, Zinnkraut, Zöpfling

Wirksame Inhaltsstoffe

Alkaloide (Nikotin), Flavonoide (Flavone), Kalium, Kalzium, Karbonsäuren, Kieselsäure, Magnesium, Saponine

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Heilwirkung und Anwendungsgebiete

Seit dem Altertum ist der Ackerschachtelhalm als Heilpflanze aufgrund seines hohen Anteils an Kieselsäure bekannt, Dioskurides konnte bereits seine blutstillende Kraft erkennen. Sebastian Kneipp entdeckte die Heilpflanze wieder und setzte sie zur Wundheilung, gegen Rheuma und Gicht ein.

Heute wird Ackerschachtelhalm bei rheumatischen Beschwerden und Gicht sowie als Blasen- und Blutreinigungstee verwendet.

Die Kieselsäure soll eine Stärkung des Bindegewebes, der Haare und der Nägel bewirken, weshalb der Ackerschachtelhalm auch in der Kosmetik eingesetzt wird.

Auf folgenden Gebieten findet der Ackerschachtelhalm Anwendung:

  • Blasenleiden
  • Nierenleiden
  • Blutungen
  • Durchblutungsstörungen
  • Wundheilung
  • Stärkung des Bindegewebes
  • Knochenaufbau
  • Rheuma
  • Gicht
  • Hämorrhoiden
  • Hautkrankheiten
  • Krampfadern
  • Asthma, Husten
  • Haarschäden
  • Stärkung der Fingernägel

Die Wirksamkeit für die meisten eben genannten Anwendungsgebiete ist allerdings nicht bewiesen, lediglich die diuretische (harntreibende) Wirkung ist belegt.

Dosierung und Anwendung

Innerlich wird der Ackerschachtelhalm vorwiegend als Tee eingesetzt. Hierfür 2 TL Kraut mit ¼ Liter Wasser mindestens 20 Minuten kochen, damit sich die Kieselsäure aus den Pflanzen löst. Der fertige Tee ist auch als Spül- oder Gurgellösung geeignet.

Für die äußerliche Anwendung stellt man einen Badezusatz nach folgender Formel her: 150 g Kraut in ½ Liter siedendem Wasser ziehen lassen, diesen Auszug abgeseiht zum Badewasser gießen.

Für Umschläge ca. 10 g Kraut mit ¼ Liter Wasser abkochen.

Zur Blutstillung nutzt man den Presssaft.

Warnhinweise

Nicht anwenden

  • bei Kindern und Säuglingen
  • bei Ödemen, die auf unzureichende Herz- oder Nierentätigkeit zurückzuführen sind
  • bei fierberhaften Erkrankungen
  • bei Bluthochdruck
  • als Vollbad bei größeren akuten Hautverletzungen

Allgemein ist vom Sammeln abzuraten, da es leicht zur Verwechslung mit giftigen Schachtelhalmarten kommen kann, z. B. dem Sumpfschachtelhalm. Jedenfalls ist beim Sammeln darauf zu achten, dass die ausgewählten Schachtelhalme keine braunen Stellen aufweisen, da dies ein Hinweis darauf ist, dass es sich um eine giftige Sorte handelt.

Wichtiger Hinweis: Allfällige in diesem Artikel angeführte mögliche Heilwirkungen von Pflanzen und Zubereitungen sind nicht als ärztliche Handlungsempfehlungen zu verstehen und ersetzen keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.

Linktipps:

– Weitere Informationen über den Ackerschachtelhalm
– TEM – Traditionelle Europäische Medizin erlebt eine Renaissance
– Zypresse als Heilpflanze gegen Gicht
– Heilpflanzenlexikon Stevia

Kave Atefie





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