Di, 22.05.2012
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Narben: der Arzt kann helfen

Besonders bei größeren Wunden und zu erwartenden unansehnlichen Narben kann der Arzt mit konservativen Behandlungsformen helfen. Speziell, wenn Narben zu funktionellen Einschränkungen führen – meist ist das der Fall, wenn sie sich in der Nähe von Gelenken befinden -, ist ärztliche Hilfe angezeigt. So können Kortisoninjektionen in die Narbe das Wachstum der Narbe eindämmen. Vereisen der Narbe sorgt dafür, dass die Durchblutung der Narbe gestoppt wird, damit werden hypertrophe Narben und Keloide glatter und sichtbar kleiner. In atrophe Narben wiederum kann eigenes Körperfett injiziert werden. Mit dieser Behandlung wird die Neubildung des Bindegewebes angeregt.

Auch der Einsatz kortisonhaltiger Salben, östrogenhaltiger Gels oder mit Vitamin A angereicherten Cremes beugt in vielen Fällen unschönen Naben vor. Alle diese Behandlungen sollten möglichst rasch nach der Operation oder Verletzung begonnen werden, optimalerweise schon nach wenigen Tagen. Ein Druckverband kann durch den kontinuierlich ausgeübten Druck hypertrophen Narben vorbeugen. Diese Kompressionsbandagen müssen – um effektiv wirksam zu sein – über einen Zeitraum von mehreren Monaten angelegt werden. Besonders nach Verbrennungen, aber auch nach Hauttransplantationen wird mit Druckverbänden gearbeitet. Nach der Heilung der Wunde sind auch Massagen ein gutes Mittel, um das Narbengewebe einzudämmen, denn durch ziehende Bewegungen wird die Narbe geschmeidiger.

Narbenbehandlung auf dem OP-Tisch

Sollten diese Formen der Behandlung nicht zum Erfolg führen, bleibt meist nur noch eine Operation als mögliche Alternative, immer verbunden mit dem Risiko einer Verschlechterung des Problems. Bevor eine Narbe chirurgisch behandelt werden kann, muss sie zunächst vollständig verheilt sein. Dies ist meist frühestens nach einem Jahr der Fall. Entschließt man sich dann zur OP, können verschiedene Methoden angewandt werden. Bei kleinen Narben reicht es häufig aus, wenn sie ausgeschnitten und vernäht werden. Laserbehandlungen können Zellen abtöten, die Narbe schrumpft, und die Haut wird straffer. Mit dem Laser kann eine Narbe allerdings auch einfach nur aufgehellt und somit dem Hautbild angepasst werden.

Hauttransplantationen werden nur bei sehr großen Narben, meist bei Keloiden oder hypertrophen Narben, vorgenommen. Dabei wird die Narbe ausgeschnitten und an diese Stelle Eigenhaut transplantiert. Eine weitere Möglichkeit der operativen Behandlung ist das sogenannte Schleifen der Narben. Dabei wird die oberste Schicht der Narbe geglättet, dadurch wird der Narbenrand flacher und die Narbe wird unauffälliger.

[ameis]

Linktipps:

…. Haut, Spiegel der Seele
…. Windpocken (Feuchtblattern)
…. Haut & Haar – Infos & Tipps
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