Neue Standards in der Wundhygiene

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Wundheilung

Damit neue, innovative Methoden der Wundheilung auch wirklich den PatientInnen zugute kommen, wurde von Mundipharma die „Plattform Woundmanagement“ gegründet, die in Wien mit dem Roten Kreuz, dem Hilfswerk, den Johannitern, der Caritas Socialis und dem Pflege- und Betreuungsdienst der Stadt Wien kooperiert.

Der Homecare-Bereich wird in unserer Gesellschaft immer wichtiger und in diesem Zusammenhang auch das Wundmanagement: Obwohl es viele Wundheilmittel und Wundauflagen gibt, existierte bis vor kurzem kein Leitfaden dafür, wie Wunden verschiedenster Art optimal behandelt werden sollen. 19 Experten (Hygieniker, Chirurgen und Wundmanager) aus dem deutschsprachigen Raum haben nunmehr eine Konsensusempfehlung zur Auswahl von Wirkstoffen für die Wundantiseptik entwickelt, die nunmehr beim Symposium „Neue Standards in der Wundhygiene“ in Wien vorgestellt wurde.

PVP-Jod ist optimal wirksam

Moderne Wundantiseptik hat das Ziel, die Keimzahl auf einer Wunde bestmöglich um 5 Zehnerpotenzen zu reduzieren, also beispielsweise von 100.000 Keimen auf einen einzigen. Dabei hat sich herausgestellt, dass das PVP-Jod diese Zielsetzungen optimal erfüllt. Der Wirkstoff PVP-Jod wird seit langem nicht nur im Spital verwendet, sondern steht auch in der Apotheke rezeptfrei in zahlreichen Anwendungen zur Verfügung. Er ist nicht nur hoch wirksam, sondern brennt auch nicht in der Wunde. Und das wird vor allem von Kindern sehr goutiert.

Das Problem chronischer Wunden bei alten Menschen

Dass chronische Wunden gerade bei alten Menschen schlecht oder nicht heilen, liegt häufig an einem viel zu wenig beachteten Faktum: dem schlechten Ernährungszustand des Patienten. Eine gute Versorgung mit Eiweiß, Kohlehydraten, Vitaminen, Spurenelementen und auch ausreichend Flüssigkeit verbessert die Wundheilung innerhalb weniger Wochen. Bei jedem Wund-Patienten sollte daher der Ernährungsstatus überprüft werden. Krankenschwestern und Krankenpflegern kommt hier eine immer größere Bedeutung zu

Bewegung verbessert die Wundheilung

Ein ganz wichtiger Grundsatz ist: Bewegung verbessert die Wundheilung. Und nicht nur das. Bewegung erhöht auch die Chance, dass die Wunde geschlossen bleibt. In diesem Sinne sind ärztlich verordnete Bewegungsprogramme wundheilungsfördernd und sollten von den PatientInnen unbedingt befolgt werden.

Professionelles Wundmanagement

Professionelles Wundmanagement geht mittlerweile weit über „das Desinfizieren der Wunde“ und das Verbinden hinaus. Die wichtigsten Grundsätze werden im Rahmen der Ausbildung zum „Zertifizierten WundmanagerIn“ vermittelt. Für diese Spezialausbildung interessieren sich mittlerweile neben diplomiertem Pflegepersonal auch Ärzte aus dem niedergelassenen und dem Spitalsbereich aus Österreich, Deutschland und der Schweiz.

Was tun bei kleinen Verletzungen im Alltag?

Sehr oft kommt es zu kleinen Verletzungen im Berufsalltag oder beim Sport. Als wichtigste Grundregel gilt:

  • Die erste Maßnahme ist die Reinigung der Wunde, am besten unter fließendem Trinkwasser.
  • Danach soll die Wunde desinfinziert werden, zum Beispiel mit Betaisodona (es enthält den Wirkstoff PVP-Jod – dieser brennt nicht in der Wunde und ist deshalb bei Kindern, die sich besonders häufig verletzen, sehr beliebt). Und schließlich mit einem geeigneten Pflaster oder einem Verband abdecken.
  • Wenn die Wunde stark verunreinigt ist oder so tief, dass sie genäht werden muss, sofort zum Arzt oder ins Spital gehen! Wer das nicht tut, riskiert eine gefährliche Infektion (z.B. Tetanus) und eine besonders starke Narbenbildung!

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Linktipps

– Betaisodona – Medikament des Jahres 2003
– Wundstarrkrampf (Tetanus)
– Honig als Heilmittel in der Wundbehandlung
– Hyperbare Sauerstofftherapie
– Diabetischer Fuß – was Betroffene tun können