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Farb- und Farblichttherapie: die Macht der Farben

Farb- und Farblichttherapie: die Macht der Farben

Die Macht der Farben

In zahlreichen Studien wurde die psychosomatische Wirkung von bunten Farben auf Körper und Seele untersucht. Und eines steht fest: Farben wirken geradezu wie ein Lebenselexier. Violett, Blau, Grün, Gelb, Orange und Rot: diese Farben brauchen wir wie das tägliche Brot. Und diese Erkenntnis macht sich auch die Farbtherapie (Chromotherapie) zunutze!



Farbe – im Unterschied zum Pigment – ist ein subjektiver Sinneseindruck, der entsteht, wenn Licht einer bestimmten Wellenlänge oder eines Wellenlängengemisches auf die Netzhaut des Auges fällt und dort spezielle Sinneszellen zu einer Nervenerregung veranlasst, die zum Gehirn geleitet wird und dort als Farbe ins Bewusstsein des Menschen tritt. Farbe ist also eine Sinnesempfindung und keine physikalische Eigenschaft eines Gegenstandes.

Die Augen leisten insgesamt den größten Teil der Arbeit der Sinnesorgane – sie liefern etwa 80% der Sinneseindrücke. Die visuelle Farbwahrnehmung des Menschen erfolgt durch bestimmte Rezeptoren, die sich auf der Netzhaut befinden. Von diesen Sinneszellen gibt es zwei Grundtypen: die so genannten Stäbchen unterscheiden nur Schwarz/Weiß-Kontraste, die so genannten Zapfen dienen der Farbwahrnehmung.

Die Zapfen sind in drei Ausprägungen vorhanden, die jeweils ihr Empfindlichkeitsmaximum in den Spektralbereichen haben, die uns als die Grundfarben „Rot“, „Grün“ und „Blau“ vorkommen. Der rotempfindliche Zapfen hat dabei eine Nebenempfindlichkeit im violetten Spektralbereich — deshalb erscheinen uns rotes und violettes Licht auch ähnlich, obwohl sie rein physikalisch betrachtet an den entgegen gesetzten Enden des sichtbaren Lichtspektrums liegen. Jede Kombination von Anregungen der drei Zapfenarten durch auf die Netzhaut treffende Strahlung bewirkt einen spezifischen Farbeindruck.

Menschen, die nur zwei Arten von Zapfen haben, sind rot-grün-blind oder (seltener) grün-blau-blind. Wenn Menschen nur eine Art von Zapfen haben, oder gar keine Zapfen (d.h. sie sehen nur mit den Stäbchen), sind sie farbenblind.

Wirkung der Farben

Wird das Auge von Licht eines bestimmten Wellenlängenbereichs getroffen, so hat dies außer der einfachen Sinnesempfindung (wie „rot“, „blau“) noch weitere, komplexere und farbspezifische psychologische Wirkung. Diese haben bei Menschen desselben Kulturkreises große Gemeinsamkeiten, weisen aber auch individuelle Unterschiede auf. Solche Wirkungen der Farbwahrnehmung werden – intuitiv oder bewusst – zur Erzeugung bestimmter Effekte genutzt: sowohl für künstlerische Gestaltungen als auch in der Mode- und Werbebranche. Psychologische Farbtests versuchen, aus der überdurchschnittlich häufigen Wahl einer bestimmten Farbe oder Farbkombination auf bestimmte Eigenschaften der Persönlichkeit des betreffenden Menschen zu schließen. Im Alltagsleben machen viele Sprichwörter und Redewendungen Gebrauch von den psychologischen Farbwirkungen:

– gelb vor Neid sein
– rot sehen
– in den grünen Bereich kommen
– eine Fahrt ins Blaue machen
– das Leben durch die rosarote Brille betrachten

Es ist zweckmäßig, zwischen zwei Arten von psychologischer Wirkung der Wahrnehmung von Farben zu unterscheiden:

* Assoziationen, das sind Vorstellungen, und zwar meistens Erinnerungen an zuvor Wahrgenommenes, z.B. Feuer (Rot), Gras (Grün), Zitrone (Gelb)
* Gefühle (Farbgefühl, Gefühlston, Anmutungsqualität, Gefühlscharakter). Diese kommen vor allem dann gut zum Ausdruck, wenn man Substantive in Eigenschaftswörter verwandelt oder von vornherein Eigenschaftswörter verwendet, die am ehesten Gefühle auszudrücken vermögen, z.B. gefährlich (Rot), giftig (Grün), frisch (Gelb)

Der Anblick einzelner Farben löst bei verschiedenen Menschen völlig unterschiedliche Reaktionen aus. Wir beurteilen zwar durchweg Farben, die während des Tages vorherrschen, z.B. Rot-, Orange – und Gelbtöne als wärmend und anregend, das Grün der Wiesen und Wälder als entspannend und erholend und das Blau der Nacht als kühlend und beruhigend. Auch assoziieren wir braune Holzfarben mit Gemütlichkeit und Behaglichkeit und Rosa mit Liebe, Sanftheit und Zärtlichkeit. Ob wir jedoch eine Farbe als angenehm oder unangenehm empfinden, hängt ausschließlich von unserer eigenen Wesensart ab.

Nach der „Empiristischen Theorie der Gefühlswirkung von Farben“ werden die Farbgefühle individuell und implizit (unbewusst, nicht erinnerbar) gelernt: es sind vor allem diejenigen Gefühle, die der Mensch auf Grund seiner ererbten Triebstruktur und Daseinsthematik ursprünglich gegenüber bestimmten überall vorkommenden „Universalobjekten“ bzw. „Universalsituationen“ entwickelt. Da diese eine bestimmte Eigenfarbe besitzen, treten als Folge eines Lernprozesses nach einiger Zeit die gleichen Gefühle bereits bei alleiniger Wahrnehmung dieser Farbe auf (entsprechend der Ausbildung „bedingter Reflexe“ bei den Pawlowschen Hunden). Als solche Universalobjekte finden sich der blaue Himmel und das Wasser, die grüne Vegetation, das rote Feuer und Blut, die gelbe Sonne, der braune Erdboden (und die braunen Fäkalien), der graue Felsen, die schwarzen Brandreste; und die Universalsituationen, in denen sich der Mensch täglich befindet, sind die dunkle (schwarze) Nacht und der helle (weiße) Tag.

Farbtherapie / Farblichttherapie

Die Farbtherapie ist eine Fachrichtung der Alternativmedizin, die sich die therapeutische Wirkung von Farben auf die menschliche Psyche und den menschlichen Organismus zunutze macht. Basiert auf der Erkenntnis, dass Farben und Licht die Menschen sowohl positiv als auch negativ stimmen können. Bei der Farbtherapie (Chromotherapie) wird die psychologische Wirkung von Farben genutzt, um Krankheiten vorzubeugen oder körperliche und psychische Probleme zu behandeln. Der Patient wird bei der Farbtherapie mit farbigem Licht bestrahlt. Grünes Licht etwa soll die Kreativität fördern, Gelbes Licht soll entspannen und steht für Heiterkeit, Blau lindert Schmerzen und fördert die Heilung und Rottöne sollen stimulierend und vitalisierend wirken. Bei beiden Therapien wird der Körper mit farbigem Licht bestrahlt, um Alltagsbeschwerden, Hauterkrankungen und psychische Probleme zu behandeln. Aufgrund der vorwiegend positiven Berichte kommen deshalb seit wenigen Jahren Farblichtanwendungen auch im Wellness-Bereich immer häufiger zur Anwendung, aber auch die asiatische Lehre des Feng Shui beschäftigt sich ausführlich mit dem gezielten Einsatz von Licht und Farbe etwa im Wohnbereich.

Im europäischen Kulturkreis war der Dichter Johann Wolfgang von Goethe einer der ersten, der sich intensiv mit der Wirkung der Farben auf die menschliche Psyche beschäftigte. 1810 erschien von ihm das Buch „Zur Farbenlehre“, das er als sein Lebenswerk betrachtete und für noch bedeutungsvoller hielt als seine literarischen Schriften. Als Begründer der modernen Farbtherapie gilt der Amerikaner Edwin D. Babbit, der in seinem 1878 herausgegebenen Werk „Die Prinzipien von Licht und Farbe“ praktische Anwendungsmöglichkeiten beschrieb. Das heutige breite Interesse an der Farbtherapie ist vor allem dem deutschen Heilpraktiker Heinz Schiegl zu verdanken, der 1979 ein populärwissenschaftliches Buch zu diesem Thema unter dem Titel „Colortherapie“ veröffentlichte.

Neueste Forschungen haben einige bisherige Vermutungen bestätigt:

  • Blau beschleunigt die Wundheilung und lindert zugleich Schmerzen. Einige Zahnärzte bestrahlen inzwischen Zähne und Zahnfleisch vor der Behandlung mit Blaulicht, um ihren Patienten die Betäubungsspritze zu ersparen.
  • Rot regt alle Lebewesen an, Pflanzen wachsen besser, Hühner legen mehr Eier, bei Menschen erhöht sich die Pulsfrequenz.
  • In gelb ausgemalten Kantinen lässt es sich entspannter essen, und
  • zartes Grün an den Wänden beflügelt den Einfallsreichtum und die Kreativität.

Wie der Transfer des Lichts und der Farben auf Körper und Seele genau funktioniert, ist noch ein junges und lange nicht ausgereiztes Forschungsgebiet. Nicht immer lassen sich die teils verblüffenden Erfolge der Farbtherapie wissenschaftlich beweisen – noch nicht. Die Wirkung, die farbiges Licht bei der Bestrahlung der Körperoberfläche hervorruft, beruht aber offenbar auf einem vollkommen anderen Prinzip als der psychologische Einfluß, den das Betrachten farbiger Gegenstände ausübt. Eine mögliche Erklärung dafür liefert die moderne Biophotonenforschung mit dem Nachweis, dass die Zellen aller Lebewesen elektromagnetische Schwingungen ausstrahlen. Es wird vermutet, dass die Haut in der Lage ist, Farbschwingungen aufzunehmen und deren Wirkung in das Innere des Körpers weiterzuleiten – hierbei gibt es offenbar besonders empfängliche Hautareale und Punkte, zu denen u.a. auch die Akupunkturpunkte gehören.

Linktipps:

– Lärmschutz
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– Nuad Thai-Massage Bodywork
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– Gesunde Ernährung
– Pilates – modernes Traing für den Alltag
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– Königliche Massagen: Tuina, Lomi Lomi & Shiatsu
– Schlafstörungen

Kave Atefie





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