Aloe Vera | Heilpflanzenlexikon

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Aloe Vera, Wüstenlilie, Hausmittel

Die Aloe Vera gilt als die Königin der Heilpflanzen. Im Himalaya-Gebiet unter dem Namen „Kumari“ (die lebende Göttin), in Mexiko als „Sábila“ (die Wissende), bei uns als „Pflanze der hundert Wunder“ bezeichnet, ist Aloe Vera sicherlich nicht nur die bekannteste, sondern auch eine der am meisten vermarkteten Heilpflanzen.

Bekannt ist die Aloe Vera seit über 6000 Jahren, wie ägyptische Aufzeichnungen belegen. Auch Aufzeichnungen der Sumerer von vor 4000 Jahren weisen die frühe Erkennung ihrer Heilkraft nach.

Bereits Alexander der Große verwendete die Aloe Vera bei seinen Feldzügen als Mittel gegen Kriegsverletzungen. Die Christen brachten die Aloe Vera nach Indien, wo sie heute als die „original indische Ayurveda Medizin“ bekannt ist.

Darüber hinaus findet die Aloe Vera bei Dioskurides (1. Jh. n. Chr.), in der Bibel, bei den Mayas, bei Christoph Kolumbus, Paracelsus und auch bei Sebastian Kneipp ihre Erwähnung.

Die Aloe Vera wächst stammlos mit bis zu 20 Blättern rosettenartig direkt aus dem Boden. Die Blätter werden bis zu 50 cm lang und bis zu 7 cm breit. Obwohl im Aussehen einem Kaktus sehr ähnlich, ist sie eine Lilienart.

Der Name „Aloe“ kommt aus dem Arabischen und bedeutet „bitter“, da die Schicht zwischen der Blattaußenwand und dem heilwirksamen Gel im Inneren des Blattes bitter schmeckt.

Kenndaten

  • Wissenschaftlicher Name: Aloe Vera
  • Familie: Grasbaumgewächse
  • Unterfamilie: Affodillgewächse (Asphodeloideae)
  • Wuchshöhe: bis zu 50 cm
    Sammelzeit: sobald die Blätter groß genug sind
  • Vorkommen: ursprüngliche Heimat vermutlich auf der arabischen Halbinsel, heute wildwachsend in Afrika, im Süden der USA, in der Karibik, in Asien, im Mittelmeerraum und auf den kanarischen Inseln
  • Standorte: wildwachsend in Wüstengegenden

Synonyme

Aloe barbadensis, Barbados Aloe, Curacao-Aloe, Socotrine Aloe, Venezuela-Aloe, Wüstenlilie, Zanzibar Aloe

Wirksame Inhaltsstoffe

Aminosäuren, Anthracen (Anthrachinon und Anthracenderivate), Enzyme, Glykoproteine, Mineralien, Vitamine

Heilwirkung und Anwendungsgebiete

Zahlreiche Heilwirkungen des im Blattinneren befindlichen Gels sind bekannt, seit Jahrtausenden dient es zur Heilung von Wunden bzw. Verbrennungen. Es stärkt das Immunsystem, fördert die Zellregeneration und wirkt sich positiv auf den Enzymhaushalt aus. Als Abführmittel findet es ebenso Verwendung wie zur Unterstützung der Verdauung.

Große Bedeutung hat die Aloe Vera auf folgenden Gebieten:

  • Brandverletzungen
  • Brandwunden
  • Giftbelastungen
  • Hautkrankheiten wie Akne und Schuppenflechte
  • Kleinere Wunden
  • Körpergeruch
  • Pilzbehandlung
  • Sonnenbrand
  • Stärkung des Immunsystems
  • Verdauung
  • Verstopfung

Auch bei der Behandlung von Aids und Krebs könnte Aloe Vera an Bedeutung gewinnen. Zwar konnten keine Wirksamkeitsnachweise erbracht werden, klinische Studien haben aber eine immunmodulatorische Wirkung von Aloe Vera nachgewiesen. Bei weiteren Anwendungsgebieten, wie Arthritis, Gicht, Rheuma, Arteriosklerose oder Angina Pectoris, fehlen ebenso naturwissenschaftliche Wirksamkeitsnachweise.

Dosierung und Anwendung

Zur Linderung und Behandlung von Verbrennungen oder zur Wundheilung wird das Gel der Aloe Vera aufgetragen.

Zur Stärkung des Immunsystems nimmt man morgens und abends je 2 Teelöffel Saft ein.

Zur innerlichen Anwendung, z. B. als Abführmittel, werden apothekenpflichtige Zubereitungen empfohlen.

Warnhinweise

Vorsicht bei der Einnahme gilt

  • während der Schwangerschaft oder Stillzeit
  • während der Menstruation
  • bei Kindern unter 12 Jahren
  • bei Nierenerkrankungen
  • bei Darmerkrankungen
  • bei Bauchschmerzen unbekannter Ursache

Weiters sollte berücksichtigt werden, dass sich in der Haut des Blattes Aloin befindet – eine stark abführende Substanz.

In Einzelfällen kann es zu Überempfindlichkeiten (Allergien) kommen. Eine Rotfärbung des Harns während der Behandlung ist unbedenklich.

Wichtiger Hinweis: Allfällige in diesem Artikel angeführte mögliche Heilwirkungen von Pflanzen und Zubereitungen sind nicht als ärztliche Handlungsempfehlungen zu verstehen und ersetzen keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.

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Linktipps

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