Prostatakrebs – Ursache, Symptome & Therapie

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Prostatakrebs - Ursache, Symptome & Therapie

Prostatakrebs ist der häufigste bösartige Tumor des Mannes und tritt vor allem im fortgeschrittenen Alter auf. Obwohl Ärzte dank der Vorsorgeuntersuchungen viele Erkrankungen schon im Frühstadium erkennen könnten, werden diese von der Mehrzahl der Männer nach wie vor zu wenig wahrgenommen. Die meisten Prostatatumore erkennt man deshalb erst, wenn es für Heilung zu spät ist.

Prostatakrebs – Artikelübersicht:

Prostatakrebs – Was ist das?

  • Das Prostatakarzinom ist eine bösartige Krebserkrankung der Vorsteherdrüse des Mannes.
  • Es verläuft über lange Zeit symptomlos und wird daher häufig erst spät diagnostiziert.
  • Über die Ursachen des Prostatakrebses ist bislang nur wenig bekannt.
  • Die Diagnose erfolgt mithilfe der klinischen Untersuchung der Prostata durch das Rektum, radiologischer Bildgebung und der Entnahme einer Gewebeprobe.
  • In Vor- und Nachsorge spielt das sogenannte Prostataspezifische Antigen (PSA), das im Rahmen einer Blutuntersuchung bestimmt wird, eine entscheidende Rolle.

Allgemeines

Die Prostata, auf deutsch Vorsteherdrüse, sitzt bei Männern unterhalb der Harnröhre und umschließt diese bis zum Beckenboden. Sie produziert ein bei der Ejakulation abgegebenes Sekret, das sich in der Harnröhre mit den Spermien vermischt.

Im Normalzustand hat die Prostata die Größe einer Walnuss. Allerdings nimmt ihre Größe mit fortschreitendem Alter bei vielen Männern zu. Nicht immer handelt es sich dabei um das bösartige Prostatakarzinom. Jedoch erkrankt in unseren Breitengraden mehr als einer von tausend Männern im Jahr an der bösartigen Tumorart.

Ursachen

Über die Ursachen des Prostatakarzinoms ist nach wie vor wenig bekannt. Fest steht, dass das Risiko zu erkranken mit einzelnen Faktoren erheblich ansteigt. Allerdings sind die bekannten Risikofaktoren – allen voran Alter und ein hoher Spiegel des männlichen Hormons Testosteron – nur wenig zu beeinflussen.

Auch die Genetik spielt in der Entstehung des Prostatakarzinoms eine bedeutende Rolle. Haben enge Verwandte wie Vater oder Brüder bereits unter Prostatakrebs gelitten, so steigt das Risiko einer Erkrankung um etwa das doppelte.

Die Ernährungsweise scheint ebenfalls einen entscheidenden Faktor in der Erkrankungsentstehung zu spielen. In den USA und mitteleuropäischen Ländern wie Österreich und Deutschland erkranken beispielsweise zehnmal mehr Männer als in Japan. Diese Unterschiede führen Wissenschaftler auf die unterschiedliche Ernährungsweise und andere Lebensgewohnheiten in ostasiatischen Ländern zurück.

Schließlich kann erhöht auch ein Mangel an Vitamin D – einem Vitamin, das der Körper erst durch Sonneneinstrahlung in der Haut bildet – das Risiko für die Erkrankung an Prostatakrebs. In vergleichenden Studien zur Häufigkeit des Krebses zeigte sich sowohl in Nordamerika als auch in Europa eine auffällige Häufung der Erkrankung in sonnenarmen, nördlichen Gebieten.

Symptome

Die Gefahr des Prostatakarzinoms liegt vor allem in seiner lange andauernden Symptomlosigkeit. Die frühen Stadien der Erkrankung verlaufen in den allermeisten Fällen still. Frühe Warnsymptome gleichen zudem den Beschwerden einer gutartigen Prostatavergrößerung: Vor allem ein verlängerter Zeitraum des Harnlassens und ein schwacher Harnstrahl sind in diesem Zusammenhang zu nennen. Auch vermehrt auftretender und häufiger nächtlicher Harndrang gehören zu den Frühsymptomen.

Der Druck des Prostatatumors auf Blase und Harnleiter kann auch Schmerzen während des Harnlassens verursachen. Wächst der Krebs zudem in die aus dem Rückenmark austretenden Nerven ein, kann das auch Erektionsstörung zur Folge haben.

Häufig kommt es aber erst nach Metastasierung, also Streuung des Krebses, zu ersten Beschwerden. Am weitaus häufigsten metastasiert das Prostatakarzinom in die Knochen. Patienten beschreiben hier vor allem Schmerzen in Wirbelsäule und Becken durch Knochenmetastasen.

Sind diese deutlich fortgeschritten, können auch spontane Knochenbrüche ohne vorangegangenen Unfall auftreten. Zudem verursachen die Metastasen in einigen Fällen Rückenmarksverletzungen bis hin zu Querschnittslähmungen. In jedem Fall zeigen sich vor allem die Knochenmetastasen verantwortlich für die Beschwerden und die hohe Sterblichkeit dieser Krebserkrankung.

Diagnose

Der erste Schritt in der Diagnostik des Prostatakrebs erfolgt im Normalfall durch einen Urologen mithilfe einer klinischen Untersuchung. Vom Mastdarm aus kann er die Größe und Form der Prostata ertasten. Erfahrene Untersucher können bereits hier eine erste Verdachtsdiagnose stellen.

Verschiedene Bildgebungsverfahren geben dann weiteren Aufschluss. In der sogenannten transrektalen Ultraschalluntersuchung kann die Prostata durch ein in den Mastdarm eingeführtes Ultraschallgerät genauer betrachtet werden. In der Magnetresonanztomographie (MRT) kann ein Radiologe neben der Prostata auch mögliche Metastasen erkennen.

Gerade Knochenmetastasen lassen sich allerdings noch deutlich besser im sogenannten PET-CT, einer Sonderform des Röntgens, untersuchen. In dieser Form der Bildgebung kann der Untersucher zudem auch eine gutartige Vergrößerung der Prostata von einem bösartigen Tumor unterscheiden.

In der Blutuntersuchung hat vor allem das sogenannte Prostataspezifische Antigen (PSA) einen wichtigen diagnostischen Stellenwert. Ein erhöhtes PSA kann einen Hinweis auf eine Veränderung der Prostata geben. Allerdings ist der Wert auch bei einer gutartigen Prostatavergrößerung oder Prostata-Entzündung erhöht.

Sogar sportliche Beanspruchungen in der Beckenregion wie Fahrradfahren können den PSA-Wert beträchtlich ansteigen lassen. Aber vor allem in der Tumornachsorge bei schon bekanntem Prostatakrebs spielt der PSA eine entscheidende Rolle. Anhand von ihm können Rezidive des Krebses frühzeitig erkannt und behandelt werden.

Den schlussendlichen Beweis des Prostatakrebses kann ein Arzt nur mithilfe einer Gewebeprobe aus der Prostata stellen. Diese sogenannte Biopsie entnimmt er ultraschallgezielt mithilfe einer Nadel. Anschließend untersucht ein Pathologe das entnommene Gewebe. Unter dem Mikroskop kann er Krebszellen zweifelsfrei feststellen.

Im Rahmen der Diagnosestellung erfolgt zudem eine Einteilung des Tumors anhand verschiedener Kategorien, welches in Fachkreisen Grading genannt wird. Hierbei spielt zum einen der sogenannte Gleason-Score eine Rolle. Pathologen teilen den Krebs in diesem Zusammenhang anhand der Bösartigkeit seiner Zellen einem bestimmten Score zu.

Neben dem Gleason-Score sind auch Tumorgröße, Metastasierung und Lymphknotenbefall durch den Krebs wichtige Prognosefaktoren. Die Einteilung des Krebses kann im Verlauf der Erkrankung dabei helfen, Therapieentscheidungen zu treffen und Vorhersagen bezüglich des Krankheitsverlaufs zu treffen.

Therapie

Die Therapie des Prostatakarzinoms unterscheidet sich von Fall zu Fall deutlich. Das Grading des Tumors spielt hier eine wichtige Rolle. Zudem sind auch andere Faktoren wie der allgemeine Gesundheitszustand des Betroffenen therapieentscheidend.

Bei nicht-metastasiertem Prostatakrebs stehen allerdings vor allem zwei Therapieoptionen im Mittelpunkt: Zum einen kann der Krebs in einer Operation vollständig entfernt werden. Im Regelfall entnimmt der Chirurg hierbei auch umliegende Lymphknoten.

Mögliche Komplikationen sind hierbei vor allem die Verletzung umgebender Strukturen wie Harnleiter, Blase und Mastdarm. Inkontinenz sowie Verlust der Erektionsfähigkeit sind mögliche Folgen. Zudem durchtrennt der Operateur im Rahmen der Prostata-Entfernung die Samenleiter. Der Patient ist nach der Operation daher in jedem Fall steril.

Eine andere Option stellt für Betroffene die gezielte Strahlentherapie der Prostata dar. Hierbei bestrahlt ein Facharzt das Krebsgewebe mit spezieller radioaktiver Strahlung, die die Krebszellen zum Zelltod animiert. Hierbei kommt es seltener zu Inkontinenz und sexuellen Funktionsstörungen, allerdings treten vermehrt Durchfall und Darmentzündungen auf.

Bei metastasiertem Prostatakrebs spielen Operationen dagegen eine untergeordnete Rolle. Mithilfe einer Hormontherapie kann das Fortschreiten des Krebses verlangsamt werden. Da die Medikamente hierbei jedoch das männliche Hormon Testosteron weitgehend unterdrücken, kommt es bei Patienten zu wesentlichen Nebenwirkungen. Zu diesen zählen neben Hitzewallungen, Muskelabbau, Depression und Osteoporose auch die erektile Dysfunktion und Libidoverlust.

Eine Chemotherapie mit dem Wirkstoff Docetaxel kann ebenfalls einen lebensverlängernden Effekt zeigen und den Krebs verkleinern.

Bei Knochenmetastasen kann zudem auch die Strahlentherapie eine wesentliche Hilfe darstellen. Durch Bestrahlung der Metastasen können Strahlentherapeuten diese verkleinern und die mit ihnen einhergehenden Schmerzen deutlich verringern.

Die genaue Therapieplanung sollte allerdings mit den behandelnden Ärzten unter ausführlichem Abwiegen der Vor- und Nachteile der jeweiligen Therapieform erfolgen.

Vorsorge

Um dem Prostatakrebs vorzubeugen, steht zunächst vor allem die Vermeidung bekannter Risikofaktoren im Vordergrund. Allen voran sind hier gesunde Ernährung und die Vermeidung von Übergewicht zu nennen. Beide scheine eine wichtige Rolle in der Entstehung der Erkrankung zu spielen.

Ab 45 Jahren können Männer zudem die urologische Vororgeuntersuchung in Anspruch nehmen. Durch die Bestimmung des PSA-Werts sowie die klinische Untersuchung der Prostata kann hier eine Größenzunahme frühzeitig erkannt werden.

Vor allem Männer mit bekannter familiärer Vorbelastung (erhöhtes Vorkommen des Prostatakrebses in der Familie) sollten die Vorsorgeuntersuchungen ab 45 Jahren in Anspruch nehmen. Zudem sollten Männer bei unspezifischen Symptomen wie häufigem Harndrang einen Urologen aufsuchen, um den Prostatakrebs ausschließen zu können.

Die Aufmerksamkeit rund um das Thema Prostatakrebs hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Ursache dafür ist auch der „Movember“. Die ursprünglich us-amerikanische Movember-Bewegung hat den November zum weltweiten Monat der Männergesundheit aufgerufen. Männer machen im Rahmen dessen durch das Wachsen eines Oberlippenbarts, des sogenannten Moustache, auch auf das Prostatakarzinom aufmerksam.

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Quellen:

¹ Deutsche Krebsgesellschaft
² Weiterführende Informationen zu Risikofaktoren (Deutsches Krebsforschungszentrum)

= [rebekkakühn] =

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