Müdigkeits-Syndrom besser behandelbar

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Müdigkeitssyndrom

Verbesserung der Lebenssituation bei mehr als einem Viertel der Patienten bereits nach Wochen eingetreten.


Als Chronisches Müdigkeitssyndrom – CFS (Chronic Fatigue Syndrome) wird ein Zustand schwerer und langwieriger Müdigkeit oder Mattheit bezeichnet, welcher sich durch Ruhe nicht bessert und nicht eindeutig einer anderen Krankheit zugeschrieben werden kann.

Das chronische Erschöpfungssyndrom nimmt in dieser Systematik der Krankheitsbilder insofern eine Sonderstellung ein, als die auftretenden unspezifischen Beschwerden auch einer Vielfalt anderer Erkrankungen zugeordnet werden könnten und eindeutige organische oder psychische Ursachen bisher nicht bekannt sind. Die Frage, ob es sich beim chronischen Erschöpfungssyndrom überhaupt um eine eigenständige Erkrankung oder eher um einen Symptomkomplex im Rahmen vielfältiger anderer Erkrankungen handelt, ist Gegenstand intensiver wissenschaftlicher Diskussion.

Allerdings leiden nachweislich rund 70 Prozent der Tumorpatienten während einer Krebsbehandlung unter dem Müdigkeitssyndrom – auch als Fatigue bekannt. (Smets et al. 1993; British Journal of Cancer, 68:220-4). Eine Krebserkrankung stellt in jedem Fall eine große seelische und körperliche Belastung für den Betroffenen dar. Dies äußert sich häufig in Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Appetitmangel. Beim Kampf gegen die Krankheit Krebs selbst werden aber derartige Erschöpfungszustände oft vernachlässigt. In einer aktuellen Umfrage klagten 80 % der Patienten über eine starke Beeinträchtigung der Lebensqualität durch Müdigkeit und Antriebslosigkeit, jedoch nur 27 % wurden auch entsprechend behandelt.

In einer aktuellen Untersuchung erwies sich laut der Firma Germania Pharmazeutika ein Mistelpräparat als wirksames Mittel zur Behandlung dieses sogenannten “Müdigkeits-Syndroms”. Dieses zusätzlich zur normalen Krebstherapie verabreichte Präparat besserte die Lebensqualität bei Patienten mit unterschiedlichen bösartigen Tumoren. Eine Befragung nach 4 und nach 12 Wochen Misteltherapie ergab, dass mehr als die Hälfte der Betroffenen von dieser Zusatzbehandlung profitierten. Die Patienten fühlten sich weniger erschöpft und waren deshalb aktiver, ihre Stimmungslage hatte sich wesentlich gebessert und der Appetit war gestiegen.

Die Misteltherapie erwies sich somit in dieser Untersuchung als ein wirksames Mittel gegen das Müdigkeits-Syndrom bei Krebs. Als Zusatzbehandlung zur Krebstherapie kann die Mistel die Lebensqualität der Patienten entscheidend verbessern und ihnen beim Kampf gegen die Erkrankung wirksam helfen.

Laut Information des Deutschen Bundesverbandes Chronisches Erschöpfungssyndrom (Fatigatio E.V.) sind allzu euphorische Meldungen aber mit äußerster Vorsicht zu genießen, zumal das Chronische Müdigkeitssyndrom (Chronic Fatigue Syndrome – CFS) zu jenen Erkrankungen gehört, bei denen, nach allgemeiner Auffassung, bisher keine anerkannte kausale Therapie verfügbar ist.

Aufgrund der häufigen Vorgeschichte von schwelenden Infekten könnten Pflanzen mit immunstimulierender Wirksamkeit aber sinnvoll sein. Hierzu gehören in erster Linie z.B. die Mistel und der Sonnenhut. Ob langfristig günstige Wirkungen hierbei zu erzielen sind, muss klinischen Studien vorbehalten werden. Aufgrund persönlicher Erfahrungen erscheint eine Misteltherapie bei sorgfältiger Indikationsstellung bei einer Untergruppe von Patienten indiziert und erfolgversprechend. [CFS-Forum 3/4 1996 – C. von Keudell, Y. Saha, F. Worku, D. Melchert]

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Linktipps

– Das Chronisches Müdigkeitssyndrom – Definition
– Müdigkeitssyndrom (CFS) – wenn der gesunde Schlaf zur Krankheit wird
– Tourette-Syndrom

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