Erweiterung der Hauptschlagader nun sanft möglich

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Hauptschlagader-OP

Wien – Ausbuchtungen der Hauptschlagader (Aortenaneurysmen) stellen für die Patienten auf Grund der permanenten Gefahr des Platzens eine akute Bedrohung dar. Bis vor Kurzem konnten etwa Erweiterungen der Brust-Aorta nur in aufwendigen, belastenden Operationen behandelt werden. Im Wiener AKH hat ein Ärzteteam aber bereits mehrere Eingriffe nach einer neuen – und vor allem „sanfteren“ – Methode mittels einer so genannten Stentprothese vorgenommen. Die Technik wurde am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien präsentiert.

Der Herzchirurg Univ.-Prof. Dr. Martin Grabenwöger und der Radiologe Univ.-Prof. Dr. Johannes Lammer betonten, dass die von ihnen angewandte Methode den Aufenthalt des Patienten auf der Intensivstation von zwei Wochen auf rund ein bis zwei Tage reduziert. Die Ausschaltung des Herzkreislaufsystems und die gesamte Eröffnung des Brustkorbes ist demnach nicht mehr notwendig.

Bei der minimalinvasiven Technik wird über einen lediglich rund fünf Zentimeter langen Hautschnitt im Leistenbereich eine Gefäßprothese in die Ader eingeführt. Das Blut fließt nach dem Eingriff in dem Bereich dann ausschließlich über die entfaltete Prothese. Das Aneurysma wird so überbrückt.

„Die Stentprothese ist ein Rohr, das aus einem Metallgeflecht besteht und in das eine Kunststoffmembran eingearbeitet ist“, beschrieb Lammer den Aufbau des Geräts. Da die mitunter lebensgefährliche Erweiterung voll ausgefüllt wird, steht diese nicht mehr unter Druck. „Sie kann somit nicht mehr platzen“, wie der Mediziner betonte.

In Wien sind bereits rund 40 Patienten mit Brust-Aortenaneurysmen mit der Methode behandelt worden.

Linktipp:

– Internisten Österreich – Ärzteverzeichnis