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Alkoholsucht

Alkoholsucht

Alkoholsucht

Alkoholsucht – oft verkannt und weit verbreitet. Nach Koffein steht Alkohol gemessen an der Häufigkeit des Gebrauchs weltweit an zweiter Stelle unter allen suchterzeugenden Substanzen. Damit gehört die Abhängigkeit vom Alkohol zu den größten Volkskrankheiten der zivilisierten Welt.

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Wann spricht man von Missbrauch des Alkohols und wann ist man süchtig?

Missbrauch

Darunter wird ein solcher Alkoholkonsum verstanden, der den gesellschaftlichen Normen entsprechend erhöht ist oder zu unpassenden Gelegenheiten erfolgt. Durch die Einwirkung des Alkohols kann es zu vorübergehenden, deutlichen Veränderungen und Beeinträchtigungen von seelischen und körperlichen Funktionen kommen. Ein Missbrauch kann auch dann vorliegen, wenn Alkohol in Situationen getrunken wird, in denen der Konsum nicht angemessen ist, wobei die Menge in anderen Situationen durchaus zu tolerieren wäre (z.B. 2 Flaschen Bier vor Antritt einer Autofahrt verglichen mit der gleichen Menge im Laufe eines Abends bei einer Grillparty)

Abhängigkeit

Alkoholabhängigkeit ist ein Konsum, der den Grenzwert überschreitet, von dem an das Auftreten alkoholbedingter Erkrankungen wahrscheinlich ist. Man unterscheidet psychische (gekennzeichnet durch starkes Verlangen und Kontrollverlust) und körperliche Abhängigkeit (charakterisiert durch Entzugserscheinungen und Toleranzsteigerung). Weitere Folgeerscheinungen sind meistens: Auftreten massiver Konflikte mit der Umwelt (evtl. drohender Arbeitsplatz- und Führerscheinverlust, Partnerschaftsprobleme), Persönlichkeitsveränderungen, sozialer Abstieg, hirnorganische und sonstige schwere körperliche Schädigungen. Die Entstehung einer Alkoholabhänigkeit hat viele Ursachen, wobei die individuellen Voraussetzungen, auch die genetische Veranlagung, das soziale Umfeld und das Suchtmittel Alkohol mit seinen spezifischen Wirkungen die Hauptrolle spielen.

Es wird zwei Gruppen von Alkoholikern unterschieden: süchtige und nichtsüchtige. Während sich bei der ersten Gruppe nach mehreren Jahren übermäßigen Trinkens „der Verlust der Kontrollierbarkeit“ der Alkoholaufnahme einstellt, entwickelt sich dieses Phänomen bei der anderen Gruppe niemals. Die Gruppe mit dem „Kontrollverlust“ wird „Alkoholsüchtige“ genannt.

Der Drang des Alkoholsüchtigen zeigt sich darin, dass beim Genus kleiner Alkoholmengen (z.B. 1 Weinbrandbohne) ein Verlangen nach mehr Alkohol entsteht, begleitet vom Verlust der Selbstkontrolle. Wir dürfen uns also nicht vorstellen, dass diese Menschen von einem ständigen Drang erfaßt seien – die Sucht meldet sich erst beim Genus kleiner Mengen Alkohols.

Zur Einteilung von Alkoholproblemen wurde von Jellinek (1960) diese Tabelle erstellt:

Alpha-Typ (Konflikttrinker)

– kein Kontrollverlust, aber undiszipliniertes Trinken bei Verärgerung, Unlustgefühlen und sozialen Schwierigkeiten
– psychische Abhängigkeit, gebunden an den Anlaß

Beta-Typ (Gelegenheitstrinker)

– zeitweiliger exzessiver Alkoholkonsum (z.B. am Wochenende oder bestimmten Anlässen), da Grenzwert gelegentlich überschritten wird, kann es zu Gesundheitsschäden kommen (Leberschädigung)
– keine körperliche oder psychische Abhängigkeit, höchstens soziokulturelle

Gamma-Typ (Süchtiger Trinker)

– Kontrollverlust, Perioden der Abstinenz sind jedoch möglich, Toleranz erhöht, Entzugssymptome können auftreten, Folgekrankheiten des Alkoholismus zeigen sich
– erhebliche psychische, später auch körperliche (physische) Abhängigkeit

Delta-Typ (Gewohnheits- oder Spiegeltrinker)

– Unfähigkeit zur Abstinenz, gewohnheitsmäßige Aufnahme von großen Mengen Alkohol über den Tag verteilt, selten Kontrollverlust
– physische Abhängigkeit steht im Vordergrund, psychische A. entwickelt sich meist erst nach einigen Jahren (Übergang zum Gamma-Typ möglich)

Epsilon-Typ (Quartalstrinker)

– episodisch massives Trinken durch Verstimmungszustände z.B. bei depressiven Personen
gefolgt von Wochen oder Monaten der Abstinenz, Trinken wegen äußerer Anlässe (Wochenende, Feier, etc.) ist hier nicht gemeint
– Gefährdung nur in bestimmten Episoden

Therapeutische Vorgehensweise bei Alkoholabhängigkeit (Anton-Proksch-Institut, Kalksburg)

Ambulante Behandlung bei:

– guter Motivation,
– guter sozialer Integration
– gutem Gesundheitszustand

Stationäre Behandlung bei:

– zu erwartendem massiven Abstinenzsyndrom
– mäßiger Motivation
– ausgeprägter psychischer Grundstörung
– deutlichen Begleit- und Folgeerkrankungen
– konfliktreichem privaten und beruflichen Milieu
– mangelnder Gelegenheit zur ambulanten Therapie

Behandlung besteht aus:

– Entzugsbehandlung,
– akut-psychiatrischer Versorgung,
– internistischer Versorgung,
– physikalischer Therapie,
– Pflegemaßnahmen

4 weiterführende Schritte:

– Diagnose und medizinische Behandlung
– Suche nach Ursache und Versuch einer Veränderung
– Aktivierung und zukunftsorientiertes Vorgehen
– ambulante Weiterbehandlung

Linktipps:

– Alkohol am Steuer
– Gefahrenquelle Alkohol
– Alkohol ist Österreichs Volksdroge Nr. 1
– Tipps gegen Kater & Katzenjammer
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– Die Top-Mythen über Alkohol
– Anton-Proksch Institut Kalksburg
– Die „neuen“ Süchte: Arbeitssucht, Kaufsucht, Sexsucht

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Kave Atefie





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