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Gesundheitsversicherungen

Gesundheitsversicherungen

Gesundheitsversicherungen

Versichern kann man vieles – nur die Gesundheit nicht. Und dennoch werden eine Vielzahl von Versicherungen angeboten, mit denen man im Falle des Falles zumindest die finanziellen Folgen von Krankheiten, Unfällen oder gar Todesfällen abfedern kann.

Nachfolgend finden Sie einen Überblick über die in Österreich gängigsten Versicherungsprodukte zu den Themen Gesundheit und Vorsorge.



Der Klassiker – die Krankenversicherung

In der Regel ist man als Österreicher von Kindheit an von der staatlichen Krankenversicherung erfasst. Das heimische Gesundheitssystem steht finanziell zwar längst nicht mehr auf gesunden Beinen – dennoch zählt die staatliche Grundversorgung noch immer zu den besten, wenn auch teuersten Gesundheitssystemen weltweit.

Im Gegensatz zu anderen Ländern ist es in Österreich nicht möglich, aus dem staatlichen Sozialversicherungsnetz auszutreten und in eine private Krankenversicherung zu wechseln. Wie z.B. aus Deutschland bekannt, kann nicht jeder Besserverdienende oder Selbstständige in die PKV wechseln. Dies hat jedoch den Vorteil, dass keine Zwei-Klassen-Gesellschaft innerhalb der ärztlichen Versorgung entsteht und für Unruhen innerhalb der Gesellschaft sorgt. Alternativen in Österreich für eine gute Krankenversicherung gibt es aber. Sehr wohl kann man etwa diverse Zusatzversicherungen abschließen.

Die beliebteste, aber auch kostspieligste private Kranken-Zusatzversicherung ist hier die Sonderklasse-Krankenversicherung. Die wesentlichen Merkmale dieser Versicherung: freie Arztwahl, freie Krankenhauswahl mit Sonderklasse (Einbett- oder Zweibettzimmer).

Auch wenn man seitens öffentlicher Krankenanstalten immer wieder die Bevorzugung von Sonderklassepatienten dementiert: privat Krankenversicherte erhalten in der Regel rascher einen Operationstermin. Als beispielhaft gilt das “künstliche Hüftgelenk”: Privatpatienten warten hier ein paar Wochen, Kasseversicherte oftmals viele Monate oder gar das eine oder andere Jahr.

Die klassische Krankenversicherung besteht aus einem oder mehreren Bausteinen wie dem Spitalgeld bzw. Taggeld für jeden Krankheitstag, einer Auslandskrankenversicherung, einem Begleitkostentarif (Kostenübernahme, wenn man mit Kindern im Spital bleibt), oder einer Zahnkostenversicherung. Letztere geht allerdings ganz schön ins Geld und kann nur zusammen mit anderen Versicherungsmodulen abgeschlossen werden. Vergleichsweise wenig kostet eine reine Unfallversicherung, die lediglich Unfallfolgen, jedoch keine im Zuge einer Krankheit anfallenden Kosten abdeckt.

Eine häufig gewählte Versicherungsform im Bereich der Krankenversicherungen ist die Wahlarztversicherung. Hier erhält der Versicherte Kosten für Privatärzte ohne Krankenkassenvertrag refundiert. Sehr oft werden auch alternativmedizinische Angebote unterstützt, die von den Pflichtversicherungen nur in minimalem Ausmaß anerkannt werden.

Der Abschluss einer Krankenversicherung sollte rechtzeitig angedacht werden, denn je früher man abschließt, desto maßvoller bleiben die Prämien – und dies für die gesamte Versicherungsdauer. Überdies können Versicherungsunternehmen bei entsprechend schlechtem Gesundheitszustand des Versicherungswerbers einen Abschluss überhaupt ablehnen. Es lohnt sich also, so früh wie möglich über Vor- und Nachteile nachzudenken.

Relevant für die Prämienhöhe einer Krankenversicherung ist neben dem gewählten Leistungsumfang der aktuelle Gesundheitszustand, etwaige Vorerkrankungen, das Alter und auch das Geschlecht.

Empfehlenswert – die Unfallversicherung

Gerade für junge Menschen ist es überlegenswert, eine Unfallversicherung abzuschließen. Befindet man sich gerade im Aufbau einer beruflichen Existenz, könnte ein schwerer Unfall mit Invaliditätsfolge nicht nur das eigene Leben nachhaltig verändern – auch eine eventuell vorhandene Familie bzw. Angehörige wären davon schwer belastet. Wenigstens den finanziellen Nöten nach schweren Unfällen lässt sich mit geringen Kosten vorbeugen.

Primär sollte man bei einer Unfallversicherung auf eine hohe Invaliditätssumme achten. Der dabei festgesetzte Wert ist im Falle eines Unfalls Berechnungsbasis für die Auszahlung, deren Höhe sich schließlich nach dem Grad der Invalidität richtet. Die sogenannte “Gliedertaxe” dient hier als Bemessungsgrundlage für den Grad der Invalidität. Als Invaliditätssumme wird hier zumeist das 6- bis 10-fache Jahreseinkommen empfohlen.

Unfallversicherungen gelten zumeist weltweit und rund um die Uhr. Achten Sie bei Ihrer Versicherung aber trotzdem auf den Geltungsbereich – oft werden qualitätslose Billigversicherungen angeboten, welche im Schadensfall wenig leisten und viel Ärger verursachen.

Abgesehen vom Invaliditätsrisiko können – wie bei der Krankenversicherung – auch bei einer Unfallversicherung Module wie Taggeld nach Unfall, Spitalgeld nach Unfall, Transportkosten, Bergekosten gewählt werden. Überdies kann für die Hinterbliebenen im Falle des eigenen Todes vorgesorgt werden. Schließlich werden Unfallversicherungen speziell für Kfz-Lenker und Kfz-Insassen angeboten.

Die Prämien bei der Unfallversicherung sind zumeist Unisex-Prämien, also für Frauen und Männer gleich hoch. Auch das Alter spielt bei der Prämienbemessung kaum eine Rolle.

Zur Absicherung – die Lebensversicherung

Die finanzielle Absicherung im Extremfall (Todesfall) ist für viele Menschen ein wichtiges Thema. Mit einer Er- und Ablebensversicherung gibt es hier ein vielfach bewährtes Produkt. Die Er- und Ablebensversicherung ist eine steuerbegünstigte Möglichkeit, um Kapital anzusparen, da die Auszahlung von der KESt befreit ist. Steuerlich absetzen lassen sich Prämien jedoch bei Neuverträgen nur mehr bei lebenslanger Rentenzahlung. Abgesehen vom Steuervorteil kann man mit dieser Versicherungsform auch die Familie bzw. bestehende Kredite gut absichern.

Möchte man im Zuge der Lebensversicherung nur eine Risikoabsicherung für die Angehörigen oder aufgrund eines Kredits vornehmen, jedoch nichts ansparen, bieten sich die Produkte “Risikoablebensversicherung” und “Kreditrestschuldversicherung” an. Hier leistet die Versicherung ausschließlich im Ablebensfall die vereinbarte Versicherungssumme.

Die Prämienhöhe richtet sich bei Lebensversicherungen nach Alter, Geschlecht, Laufzeit und der gewünschten Versicherungssumme. Wie bei allen Gesundheitsversicherungen sind auch hier vor dem Abschluss der Versicherung Gesundheitsfragen zu beantworten.

Ähnliche Produkte sind die Begräbniskostenversicherung (“Bestattungsvorsorge”) oder die Kindervorsorgeversicherung. Bei diesen Versicherungen steht, wenn auch aus unterschiedlichen Beweggründen, eher der Spargedanke im Vordergrund.

Eine nicht allzu häufig gewählte Versicherungsform im Bereich der Lebensversicherungen ist die “Dread-Disease-Versicherung”. Diese zahlt die Versicherungssumme nicht erst bei Erleben oder Ableben, sondern bereits bei Auftreten schwerer Krankheiten, etwa bei Krebs oder Herzinfarkt. Denn was nützt eine klassische Lebensversicherung, wenn einen der Herzinfarkt in jüngeren Jahren jahrelang ans Bett fesselt …

Zur Sicherheit – Berufsunfähigkeitsversicherungen

Stark auf dem Vormarsch befinden sich Versicherungen gegen Berufsunfähigkeit, auch wenn diese in Österreich derzeit nur selten abgeschlossen werden.

Kann man seinen Beruf aufgrund Krankheit oder Unfall nicht mehr ausüben, steht man oft vor den Trümmern seiner Existenz. Gerade jüngere Menschen – Selbstständige wie auch Angestellte oder Beamte – erhalten hier seitens der öffentlichen Hand nur geringe Unterstützung und müssen oftmals einen Beruf weit unter ihrer Qualifikation ausüben.

Gegen relativ geringe Prämien – abhängig von Beruf, Geschlecht, Alter und gewünschtem Auszahlungsbetrag – kann man sich für diese Fälle absichern. Gleiches gilt für Selbständige im Rahmen einer Berufsunfähigkeitsversicherung, wobei hier die Deckung von Fixkosten bei Berufsunfähigkeit durch Krankheit oder Unfall im Vordergrund steht.

Auch gegen Pflegebedürftigkeit können seit einigen Jahren private Versicherungen im Rahmen einer Pflegeversicherung abgeschlossen werden. Das Leistungsgefüge orientiert sich bei dieser Art von Versicherungen an den staatlichen Pflegegeldstufen.

Linktipps:

- Informationen private Krankenversicherung
- Alle Gesundheitsversicherungen im Überblick
- Versicherungsverband Österreich
- Österreichische Sozialversicherung