Quarterlife crises

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Quaterlife Crises

Man muss nicht mehr bis 50 warten, um in eine Sinnkrise zu verfallen und sein Leben in Frage stellen. Heute stellt sich schon in den Mittzwanzigern eine Lebenskrise ein.

Hinter der selbstbewussten Fassade der „Internetgeneration“ lauern meist Selbstzweifel, Unsicherheit und Einsamkeit. Jeder denkt er leidet für sich alleine, das stimmt aber nicht.

Fast jeder zweite zwischen 20 und 30 Jahren kämpft mit diesem Problem. Die Mittzwanziger sind gut ausgebildet und alle Wege stehen ihnen offen. Doch – oder gerade aus diesem Grund verfallen sie in ein Sinntief und stehen oftmals kurz vor einem Nervenzusammenbruch.

Die amerikanische Journalistin Alexandra Robbins und die Psychologin Abby Wilner, beide selber „Tweentysomething“ (Mittzwanziger), haben dieses Phänomen des Stimmungseinbruches erforscht und somit den Begriff der „Quaterlife Crisis“ definiert und ein Buch darüber geschrieben. „Ich weiß, was ich will“, diese Aussage triff nur noch selten zu. Besonders nach einer Ausbildung, verfällt ein Teil der jungen Generation, egal welches Geschlechts oder welcher Gesellschaftsschicht, in ein schwarzes Loch und still in die Depression.

„Lebe jetztund hier“ ist das Credo der Jugend und drängt in die Welt hinaus, um nicht den Anschluss zu verpassen. Man will finanzielle Sicherheit, strebt nach der ersten eigenen Wohnung und spielt mit dem Gedanken einer ersten, wirklich festen Beziehung. Man hat die Verbote und Regeln der Eltern satt und will die Welt mit großen schritten erkunden. Insgeheim sehnt man sich aber nach der Sicherheit, welche es auch im „Hotel Mama“ gegeben hat und einem Menschen, der weiß wo es langgeht.

Der Erwartungsdruck auf die 20 bis 30 Jährigen ist gestiegen, der Konkurrenzdruck hat stark zugenommen. Dadurch verfallen viele in eine Sucht, machen eine Weiterbildung nach der anderen, arbeiten bis zum Umfallen um der Konkurrenz immer einen Schritt voraus zu sein, bis das Leben aus den Fugen gerät. Man zieht sich schlagartig zurück, verfällt in Depressionen. Nach außen versucht man cool zu wirken und im Inneren fällt man wie ein Kartenhaus. Die geglaubte Sicherheit existiert auf einmal nicht mehr.

TIPPS
Wenn man mit 25 unglücklich ist, ist das nicht gleich ein Symptom einer Krise. Die Palette der Gefühle reicht von allgemeiner Unzufriedenheit über Zukunftsängste bin hin zur schweren Depression. Es ist zwar jetzt nicht unbedingt üblich, mit gleichaltrigen über Probleme zu reden, man gibt sich viel lieber dem Jungsein hin, aber genau das kann schon gewaltig helfen. Und was noch sehr hilft ist, alles ein wenig lockerer zu sehen und nicht alle Probleme auf einmal lösen zu wollen.

Linktipps

– Reportage zur Quaterlife Crisis
– Junge Angst vor dem Älterwerden