Medizinlexikon: Rotaviren

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Rotaviren

[lat.], rota = Rad, früher als „Duoviren“ bezeichnet

Rotaviren (auchgrund ihrer mikroskopisch gesehenen radähnlichen Struktur) sind Durchfallviren, welche bei Säuglingen und Kleinkindern (aber auch bei Tieren) häufig schwere Durchfallerkrankungen auslösen. Ca. 90% der Kinder bis 3 Jahren hatten bereits eine Rotavireninfektion – die Häufigkeit der Infektionen wird mit zunehmenden Alter (es bilden sich dann Antikörper) geringer.

Infektion

Eine Infektion mit Rotaviren erfolgt meistens fäkal – oral. Erkrankte scheiden via Stuhl mehrere Milliarden Viren aus. Die Übertragung erfolgt meistens über die sog. Schmierinfektion (z.B. über Spielzeug, Körper etc.), manchmal aber auch über die sog. Tröpfcheninfektion (Husten, Sprechen, Speichel). Befallene Lebensmittel oder auch Trinkwasser können gleichfalls Auslöser sein. Die Inkubationszeit beträgt ca. 1-3 Tage. Begünstigt wird die Verbreitung der Rotaviren durch warmes, trockenes Klima – daher gibt es auch (in unseren Breiten) im Winter mehr Erkrankungen.

Symptome

Häufiges Erbrechen und danach Fieber und Durchfall.
Achtung: Bei schwerem Krankheitsverlauf (und folglich langanhaltendem Durchfall) kann der Körper dehydrieren (Wasserverlust). Unbedingt viel trinken und einen Arzt aufsuchen – eine Diagnosik via Schnelltest ist übrigens möglich.

Vorbeugen

Die beste Prophylaxe beim Rotavirus ist die Schluckimpfung, die Kleinkinder schon sehr früh (da die meisten Erkrankungen in den ersten beiden Lebensjahren auftreten) erhalten sollten. Die Schluckimpfung ist zwar keine Garantie, dass es zu keiner Erkrankung kommt – sollte es aber zu einer Erkrankung kommen, verläuft diese dann aber meistens wesentlich harmloser. Die Impfung wird übrigens im österr. Impfplan empfohlen – ist aber kostenpflichtig.

Achtung: Die Ansteckungsgefahr ist während des Virusbefalles für die Eltern eine ausgesprochen hohe.

Therapie

Sollte das Rotavirus Ihr Baby/Kleinkind (oder auch Sie) „erwischt“ haben, ist ausreichendes Trinken absolut wichtig.
Bei starkem Flüssigkeitsverlust ist eine intravenöse Flüssigkeitszufuhr (Infusion) sowie eine Elektrolytsubstitution (Salzlösungen) notwendig – häufig bleibt ein Spitalsaufenthalt zur Abklärungnicht erspart. Diätkost ist unbedingt anzuraten.

Linktipps

– Kinderkrankheiten
– Impfungen

Zur Information: Diese Informationen wurden – im Sinne mündiger Patienten – für interessierte Laien eingerichtet. Keinesfalls dürfen sie als Ersatz für medizinsche Beratung und Hilfe seitens qualifizierten Personals aus dem jeweiligen Fachbereich angesehen oder eingesetzt werden. Kontaktieren Sie bei Beschwerden jedenfalls den Arzt Ihres Vertrauens!