Mate (auch: Yerba Mate) | Heilpflanzenlexikon

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Mate, Heilpflanzen, Naturheilmittel

Der Mate wurde von den Ureinwohnern Südamerikas vermutlich schon vor Jahrtausenden kultiviert. Ende des 16. Jahrhunderts begannen die Jesuiten mit dem systematischen Anbau von Yerba Mate und führten diesen auch nach Europa ein.

Der Mate ist ein immergrüner Baum, der in wilder Form Wuchshöhen von bis zu 20 Metern erreicht, in Kulturen jedoch maximal 5 bis 6 Meter hoch wird. Die Heimat des Mate liegt in Südamerika. Genutzt werden seine ledrigen Blätter, die bis zu 20 cm lang und 8 cm breit werden. Aus ihnen wird vorwiegend Tee hergestellt, der das Nationalgetränk in vielen Ländern Südamerikas, beispielsweise in Paraguay, Uruguay oder Argentinien, ist.

‚Yerba Mate‘ oder ‚Mate‘ – etymologischer Hintergrund

Das Wort Mate stammt vom Quechua-Wort „mati“ ab, das eine ausgehöhlte Kalebasse als Trinkgefäß bezeichnet, also den Behälter, in dem die Blätter aufgegossen werden. Heute werden die gebrauchsfertigen getrockneten Blätter in Brasilien als „erva-mate“ verkauft oder auch einfach „erva“, in den spanischsprachigen Ländern „yerba“ oder „hierba“ (= Kraut, gemeint ist Heilkraut) genannt. Saher also die beiden Bezeichnungen Mate oder Yerba Mate.

Therapeutische Eigenschaften des Mate

Aufgrund seiner therapeutischen Eigenschaften erfreut sich der Mate auch in Europa immer größerer Beliebtheit. So wird Mate-Tee dank seiner hungerstillenden und leistungssteigernden Wirkung beispielsweise als „Schlankmacher“ geschätzt. Außerdem wird der Mate in der Volksmedizin bei Fieber, Kopf- und rheumatischen Schmerzen sowie bei Depressionen eingesetzt. Aufgrund seines Koffeingehalts wirkt er aktivierend und kreislaufstärkend. Durch seine gerbende Wirkung findet der Mate auch äußerlich Anwendung bei der Behandlung von Hautproblemen.

Kenndaten

  • Wissenschaftlicher Name: Ilex paraguariensis
  • Familie: Stechpalmengewächse (Aquifoliaceae)
  • Wuchshöhe: bis zu 20 m
  • Farbe der Blüten: Weiß
  • Sammelzeit: Mai bis September
  • Vorkommen: Brasilien, Bolivien, Paraguay, Argentinien, Uruguay
  • Standorte: warm und schattig; feuchte Wälder (Araukarien-Wälder)
  • verwendete Pflanzenteile: Blätter

Synonyme

Jesuitentee, Mate-Baum, Mate-Strauch, Mate-Tee, Mate-Teestrauch, Missions-Tee, Paraguay-Tee, Südseetee, Yerbabaum, Yerba-Mate, Yerbapalme

Wirksame Inhaltsstoffe

Aldehyde, ätherisches Öl, Chlorogensäure, Chlorophyll, Flavonoide, Gerbstoffe (Gerbsäure, Tannine), Inosit, Ketone, Koffein, Mineralstoffe, Phenole, Saponine, Theobromin, Theophyllin, Trigonellin, Ursolsäure, Vanillin, Vitamine A, B1, B2 und C

Heilwirkung und Anwendungsgebiete

Der Mate wirkt aktivierend, harntreibend, hungerstillend, leistungssteigernd und schweißtreibend. Außerdem regt er Nerven, Muskeln und den Stoffwechsel an. Auf folgenden Gebieten findet der Mate Anwendung:

  • Depressionen
  • Ekzeme
  • Fettsucht
  • Fieber
  • Hautprobleme
  • Heißhunger
  • Juckreiz
  • Kopf- und rheumatische Schmerzen
  • Kreislaufschwäche
  • Magenbeschwerden
  • Müdigkeit
  • Muskelschwäche
  • Speichel- und Magensaftbildung
  • Stoffwechselschwäche
  • Übergewicht
  • Verdauungsschwäche
  • Verstopfung


Dosierung und Anwendung

Der Mate wird vorwiegend zur Herstellung von Tees genutzt. Hierfür übergießt man 1 TL (2 g) zerkleinerte Mateblätter mit ca. 150 ml siedendem Wasser, lässt dies 5 bis 10 Minuten lang ziehen und seiht den Aufguss anschließend ab.

Warnhinweise

  • Während der Schwangerschaft und der Stillzeit nur in äußerst geringen Mengen einnehmen.
  • Nicht anwenden bei Kindern unter 14 Jahren.
  • Aufgrund des hohen Koffeingehalts kann die gleichzeitige Einnahme von anderen Medikamenten zu Wechselwirkungen führen.
  • Der Mate sollte nicht zu häufig und in nicht zu großen Mengen eingenommen werden, da ihm ein karzinogenes Potential zugeschrieben wird.

Wichtiger Hinweis: Allfällige in diesem Artikel angeführte mögliche Heilwirkungen von Pflanzen und Zubereitungen sind nicht als ärztliche Handlungsempfehlungen zu verstehen und ersetzen keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.

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