Internet wird verstärkt in Gesundheitsfragen konsultiert

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Internet wird verstärkt in Gesundheitsfragen konsultiert

Das Internet steht als Gesundheitsratgeber hoch im Kurs. Immer mehr Menschen googeln im Internet nach Krankheiten und deren mögliche Behandlung. Tatsächlich ist der freie und schnelle Informationszugang ein großer Fortschritt, allerdings sollte man das Lesen im Internet nicht als billigen Ersatz für den Arztbesuch sehen.

Ein Viertel der deutschen Onliner nutzt derzeit das Internet als Informationsquelle im Zusammenhang mit einem Arztbesuch. Sieben Prozent der Befragten informieren sich ausschließlich im Vorfeld eines Arztbesuchs, acht Prozent nutzen das Internet für Informationen zum Thema Gesundheit im Anschluß an eine stationäre Sprechstunde beim Arzt. Zehn Prozent der Befragten geben an, dass sie sich sowohl vor als auch nach dem Arztbesuch im Internet informieren. 53 Prozent können sich aber vorstellen, das Internet als Informationsquelle im Zusammenhang mit einem Arztbesuch nutzen zu wollen. Das war 2003, 2006 war bereits jeder dritte Bundesbürger auf Gesundheitsrecherche im Web unterwegs. Heute ist es schon etwa jeder zweite.

Immer mehr Onliner ziehen Internet in Gesundheitsfragen zu Rate

„Das Internet wird auch für medizinische Themen eine immer wichtigere Informationsplattform. Öffentlich zugängliche Informationsangebote und die schnelle Verfügbarkeit von medizinischen Themen stellen an den Arzt neue Anforderungen. Industrie und Verbände sollten das Internet verstärkt dazu nutzen, die Patientennähe mit diesem Kommunikationskanal weiter zu stärken,“ sagt Dirk Balsmeier, Senior Research Consultant Healthcare bei TNS EMNID.

Über 2 Millionen Österreicher und fast 28 Millionen Deutsche – immerhin rund 60 Prozent der deutschen Internetnutzer – würden sich mittlerweile im Web nach Krankheiten, gesunder Ernährung und Co. erkundigen. Am intensivsten werden die Online-Ratgeber von den 30 bis 49-Jährigen genutzt, hier liegt der Anteil bei 43 Prozent. Ältere Bürger ab 65 nutzten die Gesundheitsinformationen mit 36 Prozent dagegen deutlich seltener. Auch zwischen Männern und Frauen gibt es einen großen Unterschied: Während 40 Prozent der Frauen das Internet bei Gesundheitsfragen zurate ziehen, tut dies nur rund ein Drittel der Männer.

Auch die Vermarktung von Arzneimitteln im Internet spielt eine immer stärkere Rolle. Laut der repräsentativen Umfrage des Verbandes „Bitkom“ hat bereits jeder sechste Bundesbürger mit einem Internetanschluss ein Medikament online bestellt. In absoluten Zahlen kauften rund neun Millionen Deutsche ab 14 Jahre schon einmal ein Arzneimittel in einer Online-Apotheke oder sonstigem Versandhandel.

“Das Internet ist eine schier unendliche Informationsquelle zum Thema Gesundheit”, sagt Bitkom-Vizepräsident Heinz Paul Bonn. “Es bietet alte Hausrezepte gegen die Erkältung, Tipps für eine gesunde Ernährung oder die Möglichkeit des Erfahrungsaustauschs bei schwereren Krankheiten – einen Arztbesuch ersetzt es hingegen nicht.”

Linktipps

– Thema der Woche: Online-Therapie
– ÖBIG warnt vor Medikamenten aus dem Internet
– Das Internet als Gesundheitsratgeber
– Internetprovider
– Eurostat: Statistiken zur Internetnutzung in Europa