Gelber Enzian | Heilpflanzenlexikon

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Gelber Enzian, Bitterwurz, Naturheilkraut

Die heilende Wirkung des gelben Enzians war bereits im Altertum bekannt, man setzte ihn zur Behandlung von Wurmerkrankungen ein. Allerdings ist seine Wirkung auf diesem Gebiet nicht belegt, weshalb er in der heutigen Zeit in diesem Bereich kaum mehr Anwendung findet. Wissenschaftlich erwiesen ist aber, dass der gelbe Enzian Magenbeschwerden lindert.

Vor gar nicht langer Zeit galt der gelbe Enzian bei den Bauern als lästiges Unkraut, das man auszurotten versuchte. Man setzte ihn aber auch in großen Mengen als Medizinalpflanze ein und nutzte ihn zur Gewinnung von Kräuterbitter. Aus diesem Grund ist er so selten geworden, dass er heute unter Naturschutz steht. Für medizinische Zwecke wird der gelbe Enzian gezüchtet.

Der gelbe Enzian ist eine mehrjährige Pflanze, die bis zu sechzig Jahre alt werden kann. Er wächst allerdings sehr langsam und blüht meist erst nach zehn Jahren zum ersten Mal. Seine dicken, astartigen Wurzeln werden bis zu einem Meter lang und können bis zu 4 kg wiegen.

Kenndaten

  • Wissenschaftlicher Name: Gentiana lutea
  • Familie: Enziangewächse (Gentianaceae)
  • Wuchshöhe: bis zu 150 cm
  • Farbe der Blüten: Gelb
  • Sammelzeit: März, April, August, September (steht unter Naturschutz!)
  • Vorkommen: in Gebirgen Mittel- und Südeuropas
  • Standorte: sonniger Standort mit nährstoffreichem Boden
  • verwendete Pflanzenteile: Wurzel

Synonyme

Anzianwurzel, Bergfieberwurzel, Bitterwurz, Bitterwurzel, Butterwurz, Darmwurzen, Fieberwurzel, Gelbsuchtwurzen, Halunkenwurz, Hochwurzel, Istrianswurzel, Jänzene, Jäuse, Magenwurz, Sauwurz, Zergang, Zinalwurz, Zinsalwurz, Zintalwurz, Zinzalwurz

Wirksame Inhaltsstoffe

Alkaloide (Berberin), Bitterstoff (Gentiopikrin), Gentianose, Gentiobiose, Gerbstoffe (Gerbsäure), Inulin, Schleimstoffe, Zink

Heilwirkung und Anwendungsgebiete

Auf folgenden Gebieten findet der gelbe Enzian Anwendung:

  • Alkoholismus
  • Appetitlosigkeit
  • Blähungen
  • Blutarmut
  • Darmparasiten
  • Fieber
  • Gicht
  • Herzbeschwerden
  • kalte Füße
  • kalte Hände
  • Krampfadern
  • Kreislaufbeschwerden
  • Leber- und Gallenbeschwerden
  • Magenbeschwerden
  • Magenerkrankungen
  • Malaria
  • Müdigkeit
  • Nervenschwäche
  • Ohnmachtsanfälle
  • Rheuma
  • Schnupfen
  • Schwindel
  • Sodbrennen
  • Übelkeit
  • Untergewicht
  • Verdauungsbeschwerden
  • Verdauungskrankheiten
  • Verstopfung


Der gelbe Enzian wirkt außerdem antibakteriell, menstruationsfördernd und tonisierend.

Dosierung und Anwendung

Aus den Wurzeln des gelben Enzians lässt sich Tee zubereiten. Hierfür 1 TL zerkleinerte Wurzeln mit ¼ Liter kochendem Wasser übergießen, 5 Minuten ziehen lassen und abseihen. Um die Verdauung zu fördern, trinkt man eine Tasse ½ Stunde vor dem Essen.

Warnhinweise

  • Nicht anwenden bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren, da die Anregung der Magensäureproduktion das Krankheitsbild verschlechtern kann.
  • Nicht anwenden bei Bluthochdruck.
  • Bei empfindlichen Personen kann der gelbe Enzian Kopfschmerzen auslösen.
  • Nicht ohne ärztlichen Rat während der Schwangerschaft anwenden.
  • In der blütenlosen Zeit kann der gelbe Enzian leicht mit dem giftigen Weißen Germer verwechselt werden. Am besten lassen sich die beiden Pflanzen anhand der Stellung der Blätter unterscheiden: Die Blätter des gelben Enzians wachsen gegenständig.

Wichtiger Hinweis: Allfällige in diesem Artikel angeführte mögliche Heilwirkungen von Pflanzen und Zubereitungen sind nicht als ärztliche Handlungsempfehlungen zu verstehen und ersetzen keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.

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