Antikörpertherapie: Lichtblick für Lymphompatienten

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Lymphom

Allein in Deutschland erkranken jedes Jahr rund 13.000 Menschen an einer heimtückischen Krebsart – dem Lymphknotenkrebs (Lymphom). Wodurch ein Lymphom entsteht ist weiterhin ungeklärt und unspezifische Symptome, ähnlich der vieler anderer Krankheiten, erschweren die Diagnose. In jüngster Zeit konnten jedoch vor allem durch die Antikörpertherapie große Fortschritte in der Behandlung erzielt werden.

Der Name Lymphom bedeutet „Schwellung der Lymphknoten“ und beschreibt damit ein Symptom, das die meisten Menschen von beginnenden Erkältungskrankheiten kennen. Auch die weiteren Symptome weisen nicht eindeutig und sofort auf eine bösartige Erkrankung wie ein Non-Hodgkin-Lymphom hin: Die Betroffenen leiden oft unter vermindertem Appetit oder Übelkeit. Beschwerden wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Nachtschweiß und Fieber sind ebenfalls typische Symptome und lassen die Betroffenen eher an eine Grippe als an Krebs denken. Weitere Symptome: schmerzlose Schwellung der Lymphknoten im Nacken, in den Achselhöhlen oder der Leiste; unerklärbares Fieber; Nachtschweiß (schweißgebadet aufwachen); Müdigkeit; unerklärbarer Gewichtsverlust in den letzten 6 Monaten; Hautjucken.

Zwei Formen des Lymphdrüsenkrebs

Unterschieden werden Morbus Hodgkin und Non Hodgkin Lymphom, wobei das Non-Hodgkin-Lymphom die fünfthäufigste Todesursache unter den Krebserkrankungen nach Brust-, Prostata-, Darm- und Lungenkrebs ausmacht. Unter Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) versteht man bösartige Erkrankungen des lymphatischen Gewebes, die an vielen verschiedenen Stellen im Körper auftreten können, so beispielsweise in den Lymphknoten, der Milz, der Thymusdrüse, den Adenoiden, den Mandeln und im Knochenmark. Unter dem Begriff „Non-Hodgkin-Lymphom“ werden genau genommen verschieden Erkrankungstypen zusammengefasst, dementsprechend gemischt ist aus das Spektrum der nachgewiesenen und angenommenen Krankheitsursachen.

Krebs muss heute aber nicht mehr zwangsläufig ein Todesurteil sein: Die Kombination von bewährten und innovativen Behandlungsmöglichkeiten, wie die Antikörpertherapie, hat in den letzten Jahren gerade bei den Lymphomen (Lymphknotenkrebs) zu großen Erfolgen geführt. In Deutschland erkranken jährlich rund 15.000 Menschen an einem bösartigen Lymphom. Mit mehr als 6.000 Neuerkrankungen ist das schnell fortschreitende, aggressive Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) eine der häufigsten Formen. Unbehandelt kann es innerhalb weniger Monate zum Tod führen. Aber auch das schleichend verlaufende, follikuläre NHL endete in der Regel bisher nach acht bis zehn Jahren tödlich.

Fortschritte in der Antikörpertherapie

Die Behandlung des Non-Hodgkin-Lymphoms ist abhängig vom Tumortyp und dem Stadium der Erkrankung: Die Therapieoptionen reichen vom abwartenden sogenannten „Watchful Waiting“ bis hin zur aggressiven Hochdosis- Chemotherapie, dazwischen liegen Immuntherapie und Strahlentherapie. Eine neuartige Therapie ist die Behandlung mit monoklonalen Antikörpern.

Das Prinzip der Antikörpertherapie bei Krebserkrankungen beruht auf der gezielten Erkennung und Vernichtung von Krebszellen mithilfe spezifischer, vom Immunsystem produzierter Eiweißstoffe, den Antikörpern.

Wie alle Zellen unseres Körpers weisen auch Krebszellen bestimmte Proteine an ihrer Oberfläche auf, die man als Antigene bezeichnet. Der Aufbau vieler dieser Proteine ist bekannt und so konnten Substanzen hergestellt werden, die solche Antigene erkennen und sich an sie binden: Diese Substanzen, die sogenannten Antikörper, zerstören dadurch auch nur die Zellen, die das entsprechende Antigen haben. Andere, gesunde Körperzellen bleiben erhalten. Die Antikörper erkennen bestimmte Oberflächenstrukturen der Krebszellen. Sie können sich daran anlagern und so Zellen des menschlichen Immunsystems anlocken, die die Krebszellen dann angreifen. Die Bindung der Antikörper an die Zelloberfläche kann in vielen Fällen direkt den Tod dieser Zellen auslösen (sog. Apoptose).

Die Fortschritte in der Behandlung durch die Antikörpertherapie sind enorm: Durch die zusätzliche Verabreichung zu einer Chemotherapie verbesserte die Antikörpertherapie bei Patienten mit einem aggressiven NHL die Heilungswahrscheinlichkeit entscheidend. Zudem konnte bei Patienten mit follikulärem NHL nicht nur die krankheitsfreie Zeit verlängert werden, sondern die Betroffenen leben auch länger. Um die Überlebenszeit dieser Patienten noch weiter zu verlängern, kommt seit kurzem der Antikörper auch als Erhaltungstherapie im Anschluss an die kombinierte Antikörper-Chemotherapiebehandlung zum Einsatz. Dabei werden eventuell noch verbliebene, versteckte Tumorzellen am Wachstum gehindert oder sogar abgetötet.

Linktipps

– Experten-Sprechstunde zum Thema Lymphom
– geringeres Krebsrisiko bei Allergikern?
– Krankheitslexikon
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– Leukämie
– Blutbild, Blutbefund, Blutwerte
– funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT)