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Kann Musik förderlich für die Gesundheit sein?

Kann Musik förderlich für die Gesundheit sein?

Kann Musik förderlich für die Gesundheit sein?

Die Antwort auf die Frage, ob Musik bei der Heilung hilft, lautet: ja! Musik, egal welcher Musikrichtung, hilft bei der geistigen Genesung, macht fröhlich und entspannt den Körper. Mit Musik wird die Sprachfähigkeit gefördert, es werden Glückshormone ausgeschüttet, Erinnerungen und Emotionen geweckt. In der Medizin gilt die Musiktherapie als anerkannte Heilmethode zur Wiederherstellung psychischer und körperlicher Gesundheit. Zu laute Musik kann allerdings auch Hörschäden verursachen.



Dass Musik positive Eigenschaften auf Geist und Körper haben kann, ist unumstritten. Überraschend ist, dass die Einsatzbereiche ständig zunehmen, wie Studien laufend bestätigen. In manchen Krankenhäusern der Vereinigten Staaten gehört Musik mittlerweile zur Standardtherapie – Motto: Mozart statt Medikamente.

Doch nicht nur als Konsument kann man von der heilenden Wirkung wohlklingender Töne profitieren (rezeptive Musiktherapie), auch das musizieren selbst kann therapeutische Wirkung erzielen (aktive Musiktherapie). Aber alles der Reihe nach.


Musik – mehr als bloße Freizeitaktivität

Musik hören oder selber machen, gehört zu den wichtigsten Freizeitaktivitäten der meisten Menschen. So musizieren etwa allein in Deutschland 7 Millionen Menschen, wobei mehr als 1,7 Milliarden Euro in der Phonoindustrie verdient wurden. Musizieren ist schon lange nicht mehr auf das Kindes- oder Jugendalter beschränkt. Mittlerweile erlernen immer mehr ältere Menschen ein Instrument und schaffen sich in der Pension ein neues Hobby.

Das Erlernen und Spielen eines Instruments hat nachweislich positive Eigenschaften, denn es fördert die Gesundheit und Lebensfreude. Diese Menschen werden zufriedener und können besser mit dem Alt werden oder mit gewissen Krankheiten umgehen. So genesen Schlaganfall-Patienten schneller, wenn sie in der Rehabilitation von Anfang an Musik hören. Und auch die Konzentrationsfähigkeit und das verbale Gedächtnis werden bei mehreren Stunden Musik am Tag mehr gefördert, als ohne Musik. Die aktive Musiktherapie fördert bei Schlaganfall- und Parkinson-Patienten zudem die Grobmotorik und Mobilität. So wird die Heilung beschleunigt und der allgemeine Gemütszustand kann sich positiv entwickeln.

Die Einsatzbereiche der Musiktherapie sind breit gestreut und kommen bei Patienten mit Essstörungen, Angststörungen, Somatisierungsstörungen ebenso zum Einsatz wie bei Menschen, die unter Depressionen leiden. Selbst bei Bluthochdruck zeigt der Einsatz von Musik therapeutische Erfolge. Eine Studie der Universitätsklinik Herne hat belegt, dass sich bei Rezeption einer bestimmten Musik der Blutdruck messbar senken ließ. In dem speziellen Fall war es Musik des Komponisten Bach, insgesamt spielt vor allem klassische Musik vor allem von Mozart, Bach oder Händel eine große Rolle in der Musiktherapie. Generell wirkt instrumentale, ruhige Musik ohne abrupte Wechsel nachweislich am besten – es spielt dabei überhaupt keine Rolle, ob man die Musik mag oder nicht.

Musik spielt nicht nur bei der Therapie eine große Rolle, sondern auch bei der Vorbeugung, Erhaltung und Förderung und körperlicher und geistiger Gesundheit und zwar bei Kindern und Erwachsenen.


Musik hören für Kinder

Auch wenn das Musik hören oder selber Musizieren eine Freizeitaktivität ist, so muss das Gehirn doch einiges verarbeiten, die Nerven müssen eine Aufgabe bewältigen. Hierbei werden Lernprozesse in Gang gesetzt, die im Wachstum eines Kindes förderlich sind. So werden, mithilfe der Musik, Schaltungen im Kopf umgelegt, welche die Informationen durch die Musik verarbeiten und Emotionen wecken. Emotional verankert hören schon Kinder die unterschiedlichen Musikstücke, die sie dann beruhigen.

Immer wiederkehrende Lieder z. B. beruhigen Schreikinder und schaffen Erinnerungen. Ähnlich ist es bei demenzkranken älteren Menschen, die anhand der Musikstücke positive Erinnerungen heraufbeschwören und so eine Art Glücksgefühl vermittelt bekommen. Dies wird häufig in der Musiktherapie eingesetzt. So kann die Musik als Beruhigung bei Kindern angewendet werden. Besonders positiv wirken sich hier Kinderlieder aus, die als Ritual jeden Abend gespielt oder gesungen werden.

Kinderlieder animieren zum Mitsingen oder leisem Vorsingen durch die Eltern. Sie sind beruhigend, friedlich und machen den Weg frei für süße Träume. Kinder schlafen schneller ein, denn das Glückshormon sorgt für ein Wohlfühl-Gefühl. So ist auch der gemeinsame Gesang ein wichtiger Aspekt in der frühkindlichen Erziehung und wird in Schule oder Kindergarten gefördert. Gruppenverhalten und die Sprache werden so verbessert, das hyperaktive Kind beruhigt. Mit einfachen Texten, die zum Auswendiglernen anregen, wird das Gehirn gefordert und eine zusätzliche Tanzeinlage fördert die Bewegung, wie auch das Körpergefühl. Neugeborene, die 9 Monate lang im Körper der Mutter eine bestimmte Musik oder Lieder gehört haben, werden diese Musik in ihrem Leben immer wiedererkennen. Macht man dies zum abendlichen Ritual wird das Kind mit Vorfreude ins Bett gehen und dort friedlich abwarten.



Mit den passenden Kinderliedern kann Kindern der Weg in ein beschauliches, fröhliches Leben geebnet werden. Die Arbeit des Gehirns, der Nerven und des Bewegungsapparates kann durchaus mit wiederkehrenden Musik- und Tanzeinlagen gefördert werden. Als Abschluss des Tages sollten die Lieder allerdings beruhigen und beim Einschlafen helfen.


Welche Musikgewohnheiten können schaden?

Während Popmusik als Muntermacher gilt, der stimmungsaufhellend und motivationssteigernd wirkt, steigert klassische Musik die Konzentration und die Gedächtnisleistung und mobilisiert außerdem das Immunsystem. Doch diese Wirkung wird nur bei angemessener Lautstärke erzielt. Zu laute Musik kann schnell zur Gesundheitsgefährdung werden und Hörschwächen, Schwerhörigkeit oder Ohrgeräusche (Tinnitus) verursachen.

Jugendliche sind dabei besonders gefährdet, da sie oftmals laute Musik über Kopfhörer hören oder häufig Musikveranstaltungen mit extrem lauter Musik besuchen, wodurch die Gefahr eines Hörschadens massiv erhöht wird.

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Quellen:

¹ Österreichische Gesellschaft für Musik und Medizin
² Österreichischer Berufsverband der MusiktherapeutInnen

Linktipps:

– Kinderlieder und Schlaflieder zum Download
– Musik als Medizin
– Was ist autogenes Training?
– Kunst als Medizin

Kave Atefie





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