Was bedeutet eigentlich Muffensausen?

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Hier unser aktuelles Erklärvideo zur Frage „Was bedeutet eigentlich Muffensausen?“. Des Rätsels Lösung ist einfach und doch verblüffend. Sehen Sie selbst!

In diesem Video zeigen wir woher der Begriff Muffensausen kommt und was er eigentlich bedeutet.

Muffensausen als Synonym für einen Angstzustand

Der Begriff Muffensausen leitet sich vom Wort Muffe ab. Muffe ist die Bezeichnung für ein kurzes Rohr, steht in diesem Ausdruck aber für den Darmausgang (After).

Kurz nach einem großen Angstzustand oder extremer Anspannung, kann der vorher krampfhaft angespannte Schließmuskel erschlaffen, wodurch Darmgase mehr oder weniger lautstark entweichen können. Es „saust“ also die Muffe weil wir vor lauter Angst die Kontrolle über unseren Darm verloren haben.

Was geschieht bei Angst?

Angst ist ein ganz normales Gefühl, so wie Wut, Ärger, Trauer, Freude oder Liebe auch. Üblicherweise reagiert der Mensch mit Angst, wenn er in eine bedrohliche Situation kommt. Dann laufen bestimmte körperliche Reaktionen ab, die den Zweck haben aus der Gefahrensituation schnell flüchten zu können oder die Gafahr abzuwehren.

Angst und Angstreaktionen sind also völlig normal, vermutlich sogar lebenswichtig, da sie uns vor Gefahren schützen. Und die Körperreaktionen bei Angst sind extrem effizient. Es ist ein ausgeklügelter Ablauf des sympathischen Nervensystems, die Reaktionen sind dabei höchst mannigfaltig und nicht selten das Ergebnis einer langen Evolution.

  • Das Herz schlägt schneller
  • Der Blutdruck steigt
  • Die Aufmerksamkeit wird gesteigert
  • Man beginnt zu schwitzen (um den Körper zu kühlen)
  • Der Stoffwechsel erhöht sich
  • Die Körpertemperatur erhöht sich
  • Die Lungen nehmen mehr Sauerstoff auf, die Atmung wird beschleunigt
  • Die Augenpupillen erweitern sich, die Gefahr soll besser erkannt werden
  • Der Drang zu Körperausscheidungen wird zuerst unterdrückt
  • Es wird weniger Speichel produziert
  • Das Hungergefühl nimmt ab, auch die Verdauung verlangsamt sich
  • Das Blut wird dicker, so soll eine mögliche Verletzung schneller verschlossen werden

Angstverhalten: Biologisches Reaktionsmuster mit Sinn und Zweck

Damit wird unser Körper auf Kampf oder Flucht vorbereitet, die meisten genannten Faktoren haben demnach auch zum Ziel, Energie für einen Kampf oder die Flucht bereitzustellt. Sobald sich der Körper auf die Situation eingestellt hat, greift das Parasymphatische Nervensystem ein und reguliert die Angstsymptome in Richtung Normalzustand. Ziel: Ruhe und Entspannung. Genau in dieser Phase kann es dann zu Flatulenzen, Blasen- und Darmentleerung kommen.

Von diesem Umstand leitet sich also der Begriff „Muffensausen“ und die Redewendung „vor Angst in die Hose machen“ ab.

Der Ablauf ist allerdings nicht bei allen Menschen gleich. Manche Menschen verschlägt es in belastenden Situationen die Sprache und sie wirken wie erstarrt (Schrecktyp), andere wiederum werden gereizt, aggressiv und sind sehr unruhig (Kampf-/Fluchttyp).

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Quellen:

¹ Körperliche Symptome bei Angst und Panik
² Psychosomatische Grundlagen von chronischem Durchfall und imperativem Stuhldrang (PDF)


Fotohinweis: sofern nicht extra anders angegeben, Fotocredit by Fotolia.com

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