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Blasenschwäche (Harninkontinenz) | Krankheitslexikon

Blasenschwäche (Harninkontinenz) | Krankheitslexikon

Blasenschwäche

Unter Harninkontinenz versteht man den unkontrollierten Harnabgang tagsüber oder nachts. Die Entleerung der Blase funktioniert durch ein kompliziertes Zusammenspiel von Muskeln und Nerven: der eine Teil wird über das Gehirn gesteuert.



Ursache

Bei der Stress- oder Belastungsinkontinenz ist das Verschlusssystem der Beckenbodenmuskulatur mit den dazugehörigen Schließmuskeln beeinträchtigt, nicht jedoch die nervale Steuerung. Zu dieser häufigsten Form der Blasenschwäche (80 % aller Patientinnen) kommt es, wenn der Beckenboden, etwa durch Geburten, Operationen oder hormonelle Veränderungen z. B. nach den Wechseljahren, geschwächt ist. Besonders bei stärkerem Druck aus dem Bauchraum wie beim Husten, Niesen, Lachen oder körperlicher und sportlicher Betätigung kann die Belastung für das geschwächte Verschlusssystem zu stark sein und Urin unwillkürlich abgehen.

Bei der Urge- oder Dranginkontinenz ist die Harnblase überaktiv. Die Patientin kann den plötzlich aufstrebenden Harndrang nicht mehr rechtzeitig steuern, und es kommt zum unwillkürlichen Urinabgang. Zusätzlich kann gehäuftes nächtliches Wasserlassen vorliegen. Bei der gemischten Stress-/Dranginkontinenz ist die Blase überaktiv und zugleich das Verschlusssystem gestört. Zur Abklärung der Ursache der Harninkontinenz wird eine Blasendruckmessung (urodynamische Untersuchung) durchgeführt. Sie ist nicht schmerzhaft und erlaubt im Anschluss eine sichere Aussage über die Funktion der Blase und ihres Verschlussmechanismus. Auch die Art der Therapie steht in engem Zusammenhang mit den urodynamischen Messergebnissen.

Die Harninkontinenz-Therapie kann einerseits medikamentös und andererseits operativ durchgeführt werden. Zur operativen Versorgung wird die Anlage eines TVT-Bandes (tension free vaginal tape) durchgeführt. Hierbei wird in Lokalanästhesie ein Kunststoffnetzband um die Harnröhre gelegt, das die Harninkontinenz beseitigt.

Bei ausgeprägten Senkungserkrankungen muss die Harninkontinenz in Kombination mit einer Senkungsoperation behoben werden, was häufig nur in Vollnarkose erfolgen kann.

Symptome

Bei mangelnder Kontrolle der Blase geht unvorhergesehen und unwillkürlich Urin ab. Unwillkürlicher Harnabgang beim Husten, Pressen, Niesen, Heben, Springen und anderen körperlichen Anstrengungen. Bei der Überlauf-Inkontinenz wird die Blase manchmal so groß, dass sie im Unterbauch zu tasten ist. Wenn ihr Füllungsmaximum erreicht ist, entleert sie sich unwillkürlich.

Heilung bei …

  • Blasenkontraktion

Es wird eine Verhaltenstherapie empfohlen. Es wird trainiert, tagsüber alle zwei Stunden Urin zu lassen und zwischendurch den Harndrang zu unterdrücken. Wenn dies gelingt, kann die Zeitspanne zwischen den Toilettengängen immer weiter verlängert werden.

  • Überlauf-Inkontinenz von Zuckerkranken

Es ist wichtig, sich einfach daran zu erinnern, die Blase zu entleeren. Denn das willkürliche Wasserlassen funktioniert noch. Nur das Gefühl für die Füllung der Blase geht verloren.

  • Stressinkontinenz von Frauen

Es hilft ein Training des Beckenbodens. Frauen, bei denen das Training erfolglos geblieben ist, können die Inkontinenz operativ korrigieren lassen.

Vorsicht: Unbehandelt kann eine Überlauf-Inkontinenz zu einem Nierenschaden führen!

Vorbeugung

Einer Stressinkontinenz kann man vorbeugen: Es ist sehr wichtig, dass Frauen nach einer Entbindung den Beckenboden trainieren. Entsprechende Techniken können in Kursen erlernt werden. Fragen Sie ihren Arzt nach entsprechenden Kursen.

Linktipps:

– Beckenbodentraining gegen Blasenschwäche
– Pflanzliche Heilmittel bei Blasenschwäche
– Harnwegsinfekt | Medizinlexikon
– Was tun bei Harninkontinenz?
– Bettnässen: Schulbeginn setzt Kinder unter Druck
– Prostatabeschwerden