Linde | Heilpflanzenlexikon

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Linde, Sommerlinde, Hausmittel

Die Linde ist ein Baum mit einer Wuchshöhe von bis zu 40 Metern und einem Stammdurchmesser von bis zu 1,8 Metern. Die Sommerlinde (Tilia platyphyllos) ist mit der Winterlinde (Tilia cordata) die häufigste Lindenart in Europa. Die Sommerlinde ist auch jene Lindenart, die bevorzugt als Heilpflanze genutzt wird.

Die Linde ist ein beliebter Schattenspender, sie wird vom Menschen daher gerne an öffentlichen Plätzen, oder auch als Grünpflanze im städtischen Bereich gepflanzt. Wild wächst sie eher selten.

Linden können viele hunderte Jahre alt werden, da sie im hohen Alter aus ihrer Krone heraus sogenannte Innenwurzeln bilden können, die sich durch den sich allmählich zersetzenden Baumstamm hindurch bis zur Erde hinunter senken, wo sie sich verankern und eine neue Krone bilden. So können Linden bis ins höchste Alter aus ihrem alten Holz neue Äste hervorbringen.

Lindenholz wird vorwiegend in der Schnitzerei und Bildhauerei verwendet. Vor allem in der Spätgotik findet man viele berühmte Werke aus Lindenholz, beispielsweise jene von Tilman Riemenschneider, einem der bedeutendsten Bildschnitzer und Bildhauer.

In der Naturheilkunde werden die Blüten der Sommerlinde unter anderem zur Herstellung von Erkältungs- oder Beruhigungstees, oder auch als Mittel bei Grippe und Fieber eingesetzt.

In Deutschland wurde die Sommerlinde durch das „Kuratorium Baum des Jahres“ zum „Baum des Jahres 1991“ gewählt.

Kenndaten

  • Wissenschaftlicher Name: Tilia platyphyllos
  • Familie: Malvengewächse (Malvaceae)
  • Wuchshöhe: bis zu 40 m
  • Farbe der Blüten: grünlich Gelb
  • Sammelzeit: Juni – Juli
  • Vorkommen: Europa
  • Standorte: nährstoff- und basenreiche, steinige Lehmböden
  • verwendete Pflanzenteile: Blüten

Synonyme

Augustlinde, Bastbaum, Bastholzlinde, Frühlinde, Großblättrige Linde, Hartlinde, Kleinblättrige Linde, Silberlinde, Sommerlinde, Spätlinde, Steinlinde, Stein-Linde, Waldlinde

Wirksame Inhaltsstoffe

ätherische Öle, Farnesol, Flavon- und Flavonolglykoside, Flavonoide, Gerbstoffe (Gerbsäure), Saponine, Schleimstoffe, Terpene

Heilwirkung und Anwendungsgebiete

Lindenblüten wirken appetitanregend, beruhigend, blutreinigend, entspannend, entzündungshemmend, harntreibend, krampflösend, schleimlösend und schweißtreibend. Auf folgenden Gebieten werden sie eingesetzt:

  • Angstzustände
  • Blasenleiden
  • Bluthochdruck
  • Darmentzündung
  • Erkältungskrankheiten
  • Falten
  • Fieber
  • Furunkel
  • Gicht
  • grippale Infekte
  • Hexenschuss
  • Husten
  • Ischias
  • Kopfschmerzen
  • Migräne
  • Nierenleiden
  • Ödeme
  • schwache Abwehrkräfte
  • Rheuma
  • Schlaflosigkeit
  • Schnupfen
  • Sodbrennen
  • Verstopfung
  • Wassersucht
  • Wunden


Dosierung und Anwendung

Aus Lindenblüten wird hauptsächlich Tee zubereitet, aber auch zur Herstellung von Badezusätzen oder einer Gesichtsauflage kann man sie verwenden.

Tee:
2 TL Blüten mit kochendem Wasser übergießen und nach 10 Minuten abseihen. Davon täglich 1 – 3 Tassen lauwarm, bei einer Schwitzkur heiß, trinken.

Badezusatz:
100 g Blüten mit 2 Liter kochendem Wasser übergießen, nach 10 Minuten abseihen und dem Badewasser zugeben.

Auflage gegen müde Haut und Fältchenbildung:
3 TL getrocknete Blüten mit ¼ Liter kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen und bis auf Körpertemperatur auskühlen lassen. Damit eine Tuch tränken und dieses auf das gereinigte Gesicht legen.

Warnhinweise

  • Überdosierung kann zu Nierenschäden führen. Lindenblütentee ist daher für den Dauerkonsum nicht geeignet.
  • Auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr während der Behandlung ist unbedingt zu achten!

Wichtiger Hinweis: Allfällige in diesem Artikel angeführte mögliche Heilwirkungen von Pflanzen und Zubereitungen sind nicht als ärztliche Handlungsempfehlungen zu verstehen und ersetzen keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.



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