Goldrute | Heilpflanzenlexikon

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Goldrute, Hausmittel, Naturheilkraut

Als Heilpflanze zur Wundheilung war die Goldrute bereits den Germanen bekannt. Martin Luther soll sie zur Behandlung seiner Gebrechen genutzt haben. Heute wird die Goldrute aufgrund ihrer harntreibenden Wirkung vor allem bei Blasen- und Nierenleiden eingesetzt. Wegen ihres hohen Gehalts an Flavonoiden wird die Goldrute auch zum Färben von Wolle oder Baumwolle verwendet. Sie gibt den Stoffen einen goldgelben Ton.

Die (gewöhnliche) Goldrute blüht in leuchtend gelben Farben im Hochsommer, wenn die meisten anderen Blumen bereits verblüht sind. Der Farbe der Blüten sowie ihrer Wuchsform verdankt sie wohl ihren Namen. Ihre Blätter sind länglich und ähnlich einer Lanzette geformt.

Kenndaten

  • Wissenschaftlicher Name: Gewöhnliche Goldrute (Solidago virgaurea)
  • Familie: Korbblütler = Asteraceae
  • Wuchshöhe: bis zu 1 m
  • Farbe der Blüten: leuchtend Gelb
  • Sammelzeit: Juli – Oktober
  • Vorkommen: Europa und Asien
  • Standorte: lichte, sonnige Standorte, trockene Böden
  • verwendete Pflanzenteile: blühendes Kraut

Synonyme

Echte Goldrute, Edelwundkraut, Fuchsschwanz, Gemeine Goldrute, Goldraute, Goldrautenkraut, Goldwundkraut, Gülden, Gülden Wundkraut, Heidnisch, Heidnisches Wundkraut, Heilwundkraut, Heydnisch Wundkraut, Himmelbrand, Machtheilkraut, Ochsebrot, Ochsenbrot, Petrusstab, Pferdekraut, Schoßkraut, Unsegenkraut, Waldkraut, Wisselnkraut, Wundkraut

Wirksame Inhaltsstoffe

ätherische Öle, Bitterstoffe, Flavonoide, Gerbstoffe, Inulin, Kaffeesäure, Nikotinsäureverbindungen, Phenolglycoside (Leiocarposid und Virgaureosid A), Salizylsäure, Solidagosaponine, Sesquiterpen (γ-Cadinen), Sinapinsäure, Vanillinsäure

Heilwirkung und Anwendungsgebiete

Die Goldrute wird vor allem als harntreibendes Mittel in Tees eingesetzt. Sie wirkt außerdem adstringierend, blutreinigend und leicht fiebersenkend und findet auf folgenden Gebieten Anwendung:

  • Anregung des Stoffwechsels
  • Arthritis
  • Blähungen
  • Blasenentzündungen
  • Darmentzündung
  • Diabetes
  • Durchfall
  • Entzündungen im Mund- und Rachenraum
  • Frühjahrs- und Herbstkuren
  • Gicht
  • Harnwegsinfektionen
  • Hautabschürfungen
  • Insektenstiche
  • Magenkrämpfe
  • Nierenbeckenentzündung
  • Nierengrieß und -steine
  • Ödeme
  • Rheuma
  • Störungen der Harnabsonderung
  • Venenerkrankungen
  • Wassersucht
  • Wundheilung


Dosierung und Anwendung

Die Goldrute kann als Tee, Kaltaufguss, Tinktur oder zur Wundauflage genutzt werden.

Tee:
2 TL Kraut mit ¼ Liter heißem Wasser übergießen und nach 10 Minuten abseihen. Davon 3 Mal täglich je 1 Tasse zwischen den Mahlzeiten trinken.

Kaltaufguss:
2 TL Kraut mit kaltem Wasser übergießen, kurz aufkochen, nach 2 Minuten abseihen. Davon täglich mehrere Tassen trinken.

Tinktur:
20 g zerkleinertes Kraut mit 150 ml 70 %-igem Alkohol in einer dunklen Flasche ansetzen, nach 10 Tagen abseihen und in einer dunklen Flasche aufbewahren. Davon täglich 3 Mal 10 Tropfen mit Wasser verdünnt einnehmen.

Wundauflage:
Hierfür nimmt man frische, gewaschene Blätter und legt diese auf die nicht mehr blutende Wunde.

Warnhinweise

  • Während der Schwangerschaft oder Stillzeit nicht ohne ärztlichen Rat anwenden.
  • Während der Behandlung ist auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten.
  • Bei Ödemen, hervorgerufen durch eine Erkrankung von Herz oder Nieren, sowie bei Ödemen unbekannter Herkunft Goldrute nicht anwenden, sondern ärztliche Hilfe aufsuchen.
  • Bei anhaltenden Beschwerden, bei Fieber, bei Blut im Urin oder immer wiederkehrenden Beschwerden ist ein Arzt aufzusuchen.
  • Nicht anwenden bei Überempfindlichkeit gegenüber Goldrute oder anderen Korbblütengewächsen.

Wichtiger Hinweis: Allfällige in diesem Artikel angeführte mögliche Heilwirkungen von Pflanzen und Zubereitungen sind nicht als ärztliche Handlungsempfehlungen zu verstehen und ersetzen keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.

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