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Vorhautverengung (Phimose) | Krankheitslexikon

Vorhautverengung (Phimose) | Krankheitslexikon

Vorhautverengung Mann

Unter einer Phimose versteht man eine angeborene oder erworbene Verengung der Vorhaut, so dass diese nicht mehr über die Eichel geschoben werden kann. Etwa jeder 10. Bub hat Probleme mit seiner Vorhaut. Es gibt zwei Ursachen dafür, dass sich die Vorhaut nicht zurückschieben lässt. Entweder sie ist ringförmig verengt oder aber mit der Eichel verklebt. Es gibt unterschiedliche Wege, eine Phimose zu behandeln, das reicht von einer Dehnung der mit Hilfe einer speziellen Salbe, bis zum opreativen Eingriff, der Beschneidung.



Lässt sich die Vorhaut nicht oder nur unter Schmerzen über die Eichel (Glans) schieben, so bezeichnet man dies beim Mann als Vorhautverengung. Fast alle Buben kommen mit einer verengten Vorhaut auf die Welt: Die Haut um Penis und Eichel ist noch verklebt und lässt sich nicht zurückschieben. Im Kleinkindalter ist die Vorhaut meist noch mit der Eichel verwachsen, spätestens ab dem dritten Lebensjahr sollte sich das allerdings ändern. Ist das nicht der Fall sprechen Ärzte von einer „Phimose“. Unbehandelt kann sie im Erwachsenenalter Entzündungen – unter der Vorhaut bildet sich das sogenannte Smegma (das ist eine weißliche Substanz), das beim Waschen regelmäßig entfernt werden muss, da sich dort sonst Krankheitserreger ansiedeln können – und auch Schmerzen beim Sex verursachen.

Woran erkennt man eine Vorhautverengung ?

Grundsätzlich gilt zwischen den Begriffen „verengte Vorhaut“ und Vorhautverengung (Phimose) zu unterscheiden. Während eine verengte Vorhaut bei Kindern häufig auftritt und durch regelmäßiges (sanftes) Spannen und langsames Ziehen über die Eichel – etwa nach dem Bad, denn dann ist auch die Haut etwas elastischer – gedehnt werden kann, gilt bei einer schweren Vorhautverengung medizinischer Handlungsbedarf, denn sie führt nicht selten zu Komplikationen wie lokalen Entzündungen, Harnabflussstörungen oder Harnwegsinfektionen. Lässt sich die Vorhaut nicht über die Eichel zurückschieben oder gibt es gar Probleme beim Wasser lassen (verdrehter Wasserstrahl, aufgeblähte Vorhaut), so spricht man von einer Phimose und es ist eine Operation, die Beschneidung, nötig.

Eine Verengung der Vorhaut liegt vor, wenn die Vorhaut nicht leicht und ohne Schmerzen über die Eichel zurückgezogen werden kann. Eine Vorhautverengung kann die Funktion des Penis mehr oder weniger stark beeinträchtigen: Manche Männer haben ihr ganzes Leben überhaupt keine Beschwerden, andere wiederum klagen über Entzündungen, Probleme beim Wasserlassen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.

Denn das Liebesspiel kann durch eine Vorhautverengung erheblich gestört werden: Bei einer vollständigen Phimose lässt sich die Vorhaut beim erigierten Penis überhaupt nicht zurückschieben. Bei einer so genannten unvollständigen Phimose wird der Penis zwar steif, das anschließende Zurückziehen der Vorhaut bereitet den Männern aber große Schmerzen. Die Vorhaut kann nicht wieder zurückgezogen werden, bis der Penis erschlafft.

Bei zu enger Vorhaut kann es außerdem beim Sex passieren, dass die zurückgestreifte Vorhaut hinter der Penisspitze einen Schnürring bildet, den „spanischen Kragen“ (Paraphimose). Die Schnürringbildung hat eine schmerzhafte Schwellung von Eichel und Vorhaut zur Folge, insbesondere bei der Erektion. Die Eichel ist auf Grund einer Mangelversorgung des Gewebes mit Blut meist blaurot verfärbt. Die Eichel kann anschwellen, die Blutzirkulation wird unterbrochen, der Penis kann Schaden nehmen. Ursache: Die blutzuführenden Adern liegen innen im Penis, die blutabführenden Gefässe außen, und diese werden durch die Vorhaut abgeschnürt. Die Paraphimose muss schnell behandelt werden, da Gewebe absterben kann und sich anschließend Narben bilden können.

Behandlung

Die Therapie der Phimose besteht in der Beseitigung der Vorhautverengung durch operative Erweiterung oder Entfernung der engen Vorhaut. Der Eingriff kann in der Regel ambulant erfolgen. Bei Kindern ist der beste Zeitpunkt ab dem dritten Lebensjahr. Zum einen sind viele Kinder dann schon relativ trocken, zum Anderen kann bis zum dritten Lebensjahr immer noch eine spontane Verbesserung der Vorhautweite erfolgen. Liegen jedoch bei extremer Verengung Schwierigkeiten beim Wasserlassen, wiederholte Entzündungen oder eine vernarbte Vorhautöffnung vor, so sollte bereits vor dem dritten Lebensjahr eine Beseitigung der Phimose angestrebt werden, um Folgeschäden zu verhindern.

Für die Beseitigung der Phimose bieten sich verschiedene Techniken an. In den allermeisten Fällen erfolgt eine sparsame Beschneidung, wobei ein Teil der Vorhaut erhalten bleibt, oder eine radikale (vollständige) Beschneidung (Zirkumzision) der Vorhaut mit komplett freiliegender Eichel.

Als zweite Möglichkeit für die Patienten, die keine Beschneidung wünschen, bietet sich eine Erweiterungsplastik an. Dabei wird durch eine spezielle Schnittführung und Nahttechnik die Vorhautöffnung erweitert, die Vorhaut selbst wird dabei aber fast völlig erhalten. Bei Verengungen im nicht fortgeschrittenen Stadium können auch spezielle Salben und Streckübungen helfen.

Jedenfalls sollten bei schwerer Phimose keine Selbsttherapien vorgenommen werden und Gewalt sollte auf keinen Fall beim Zurückziehen der Vorhaut angewendet werden, da diese reissen kann. Das Gewebe vernarbt beim Heilen, und die Phimose wird sogar noch stärker – Therapiemaßnahmen deshalb immer mit Ihrem Vertrauensarzt absprechen.

Linktipps:

– Unten ohne – wie sinnvoll ist eine Beschneidung beim Mann?
Die Pubertät – was ist normal, wann ist ärztlicher Rat gefragt?
– weitere medizinische Informationen zum Thema Phimose