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Die Unfruchtbarkeit des Mannes | Gesundheit, Lust & Liebe

Die Unfruchtbarkeit des Mannes | Gesundheit, Lust & Liebe

Unfruchtbarkeit beim Mann

Unfruchtbarkeit ist keine Frauendomaine – etwa 40% der Männer weltweit, leiden unter vermindeter Fruchtbarkeit (Fertilität). Zeugungsunfähigkeit, also Unfruchtbarkeit beim Mann hat mit Impotenz nicht das Geringste zu tun. Ein Mann, der einen Samenerguss hat, muss nicht automatisch zeugungsfähig sein, während ein impotenter Mann durchaus zeugungsfähig sein kann.



Kinderlosigkeit liegt nicht immer an der Frau, sondern kann auch am Mann liegen. Leider sträuben sich Männer immer wieder, der Tatsache ins Auge zu sehen, dass die ungewollte Kinderlosigkeit an ihnen liegen können. Es hat sich sogar gezeigt, dass Männer sehr viel öfters als Frauen Untersuchungen ablehnen, um nicht mit diesem unbeliebten Thema konfrontiert zu werden. Für Männer ist es häufig schwieriger, der Diagnose Unfruchtbarkeit ins Auge zu sehen. Natürlich sind alle Untersuchungen, die den Ursachen der Unfruchtbarkeit des Mannes auf die Spuren kommen sollen, nicht angenehm und häufig auch belastend.

Bei Männern kann ein schlechtes Spermiogramm oft zu Minderwertigkeitsgefühlen führen oder zu einem Verlust des Selbstvertrauens. Durch das archetypische Bild das die Gesellschaft von Männern hat, nämlich dass der Mann mit der Zeugung eines Kind, den Erhalt einer Familie sichert, fühlen sich viele Männer nach der Diagnose „nicht zeugungsfähig“ minderwertig oder nicht alles voller Mann.

Grundlagen

Ungewollte Kinderlosigkeit kann an der Sterilität oder Infertilität des Mannes oder/und der Frau liegen. Hiermit sind die Unfähigkeit der Frau zu empfangen oder eine Schwangerschaft auszutragen gemeint. Beim Mann ist es die Unfähigkeit, eine Frau mit seinem Samen zu befruchten. Von Unfruchtbarkeit spricht man, wenn ein Paar innerhalb von zwei Jahren trotz regelmäßigen und ungeschützten Geschlechtsverkehr kein Kind bekommen konnte.

Hat sich nach dieser Zeit noch kein Nachwuchs eingestellt, bedeutet dies jedoch nicht, dass das betreffende Paar unfruchtbar ist. Denn etwa jedes dritte Paar mit Kinderwunsch hat schon mindestens einmal länger als ein Jahr gewartet, bis eine Schwangerschaft dann doch spontan, das heißt ohne Behandlung eingetreten ist. Zudem gilt zu beachten, dass die Fruchtbarkeit der Frau ab dem 25. Lebensjahr langsam, vom 35. Lebensjahr an dann deutlich rascher abnimmt.

Definition

Unfruchtbarkeit bei einem Mann kann die Folge bestimmter angeborener Defekte sein, manchmal ist sie aber auch erst später entstanden. Bestimmte Krankheiten, zum Beispiel Mumps in der Jugend oder Gonorrhoe, können zur Sterilität führen. Ein anderer Grund für Unfruchtbarkeit oder unzureichende Fruchtbarkeit kann eine zu geringe Anzahl von Samenzellen sein: Das heißt, der Mann produziert lebende Samenzellen, ihre Zahl ist jedoch für eine Befruchtung nicht ausreichend. Letzten Endes ist für die Befruchtung der weiblichen Eizelle zwar nur eine Samenzelle notwendig, es müssen aber mehrere Millionen Samenzellen ejakuliert werden, damit die Wahrscheinlichkeit groß genug ist, dass eine einzelne Zelle dieses Ziel erreicht. Manchmal ist die Anzahl der Samenzellen zwar ausreichend, ihre Entwicklung oder ihre Beweglichkeit (Oligospermie – reduzierte Spermienqualität) sind jedoch gestört.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert fruchtbares Sperma wie folgt:

  • wenn pro Milliliter Samenflüssigkeit
  • über 20 Millionen Spermien vorhanden sind
  • und mehr als 50 Prozent eine normale Form oder Bewegungsfähigkeit haben.

Man schätzt, dass weltweit etwa 7% der Männer diesen Anforderungen nicht genügen.

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Ursachen

A. Es befinden sich überhaupt keine oder wenige Spermien im Ejakulat (Azoospermie). Dafür kann es verschiedene Gründe geben:

1. Es gibt eine physische Unterbrechung der Samenleiter. Dadurch gelangen die Spermien nicht in das Ejakulat.
2. Die Muskeln, die den Samen aus dem Penis pumpen funktionieren nicht richtig.
3. In seltenen Fällen produzieren die Hoden keine Spermien. Ursachen können hormonelle Störungen, ein Hodenhochstand in der Kindheit, Verletzungen, Nebenwirkungen einiger Medikamente, genetische Störungen und Mumps im Erwachsenenalter sein.

B. reduzierte Spermienqualität:

Ein häufiger Grund für eine reduzierte Spermienqualität ist die Varikozele (Schwellung im Hodensack; Ursache ist eine Blutstauung in den Venen des Samenstrangs). Der Hodensack ist dabei von vergrößerten und geschwollenen Venen durchzogen. Mittels medikamentöser bzw. operativer Verödung der Venen ist die Varikozele behandelbar und die die Fruchtbarkeit wieder verbessern.

Die Anzahl der Spermien kann auch durch Stress, Rauchen, Alkoholkonsum, durch manche Medikamente und den Kontakt mit bestimmten giftigen Substanzen vermindert sein. Zudem dürfte durch die Östrogenverunreinigung von Wasser und Fleisch, die Spermienqualität von vielen Männern insgesamt in den letzten Jahrzehnten dramatisch gesunken sein.

C. Ungeklärte Sterilität

Bei etwa 15% der unfruchtbaren Paare gibt es sowohl bei dem Mann wie bei der Frau keine organische Gründe für die Unfruchtbarkeit. Man vermutet, dass psychische Faktoren und Stress in diesen Fällen eine Rolle spielen.

Therapie

Die Behandlung der Sterilität ist in jedem Falle von der festgestellten Ursache abhängig und muss durch einen Facharzt, der sich mit der Behandlung von Genitalerkrankungen des Mannes beschäftigt, mit einzuschalten – das kann ein Urologe (Arzt für die Behandlung von Nieren- und Blasenleiden) oder ein Dermatologe (Hautarzt) sein. In zunehmendem Maße eignen sich auch Frauenärzte die dafür erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten an.

Führt eine Behandlung mit Medikamenten nicht innerhalb von maximal eineinhalb bis zwei Jahren zum Erfolg oder ist die Erfolgsaussicht einer solchen Behandlung von Anfang an sehr schlecht, wird heute im allgemeinen empfohlen, eine künstliche Befruchtung durchführen zu lassen. Dafür erfolgt die Überweisung an eine speziell darauf spezialisierte Praxis oder Krankenhausabteilung durch den behandelnden Frauenarzt.

Paaren, die auf natürlichem Weg keine Kinder zeugen können, kann heutzutage die medizinische Wissenschaft immer häufiger helfen. Die Techniken der assistierten Reproduktion – so nennt man die künstliche Befruchtung – werden ständig weiterentwickelt. Die Technik der assistierten Reproduktion macht es möglich, dass heute sogar Paare Kinder bekommen können, die weder die weibliche noch die männliche Keimzelle zur Befruchtung selbst beisteuern können. Eizellen und Samenzellen sind mittlerweile käuflich zu erwerben und auf Jahre hinaus konservierbar.

Eine Fremd-Samenspende von einer Samenbank ist in Österreich, Deutschland und Italien gesetzlich nicht erlaubt. Nur für Verheiratete oder Paare, die in einem eheähnlichen Verhältnis leben – und nur bnur bei Unfruchtbarkeit des Partners – ist eine nicht anonymisierte Insemination durch eine Samenspende möglich. D.h., es gibt keine Anonymität des Samenspenders gegenüber dem Kind (Auskunftsanspruch des Kindes nach vollendetem 14. Lebensjahr). Bei der Samenspende besteht ein Entgelt- und. Vermittlungsverbot.

Insgesamt betrachtet ist die Therapie der ungewollten Kinderlosigkeit bei Paaren in 60 bis 75 Prozent der Fälle erfolgreich. Leider kommt es aber auch immer wieder vor, dass der Kinderwunsch eines Paares nicht erfüllt werden kann. Dann bleibt als letzte Möglichkeit die Adoption eines Kindes – ein leider relativ langwieriges Verfahren, wobei auf jedes zu vermittelnde Kind ungefähr sieben Paare kommen, die sich darum bewerben.

Linktipps:

– Unfruchtbarkeit (allgemein)
– Impotenz – was ist das eigentlich?
– künstliche Befruchtung
– Wunschkinder.net
– Journal für Fertilität und Reproduktion
– Frauenarztbesuch.de