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Der weibliche G-Punkt | Gesundheit, Lust & Liebe

Der weibliche G-Punkt | Gesundheit, Lust & Liebe

Sexualität und Partnerschaft: weiblicher G-Punkt

Auf der Suche nach einem weiblichen Lustpunkt abseits der Klitoris wurde der deutsche Gynäkologe Ernst Gräfenberg 1950 auf eine Region in der vorderen Scheidenwand aufmerksam, deren Stimulation von vielen Frauen als erregend empfunden wird. Der sogenannte G-Punkt beschäftigt seitdem Mediziner, Sexualforscher und Medien gleichermaßen.



Die von den US-amerikanischen Wissenschaftern John D. Perry und Beverly Whipple später zu Ehren Gräfenbergs als „G-Punkt“ bezeichnete Gräfenberg-Zone, auch G-Zone bzw. G-Punkt oder Prostata feminina, ist eine erogene Zone der Frau in der Vagina. Während nach der Entdeckung noch Ungewissheit herrschte, ob jede Frau einen G-Punkt hat, gilt dies mittlerweile als sicher, jedoch empfindet nicht jede Frau die Stimulation als erregend.

Herrschte in den 80er und 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts noch ein regelrechter Medien-Hype um diesen sogenannten Hot-Spot, so ist es mittlerweile in den Gesundheits- und Lifestyle-Magazinen ruhiger geworden um diese ergogene Zone der Frau. Vor allem die anfängliche mediale Darstellung des G-Punktes als „Lustknopf“ der Frau, der zu regelrechten Super-Orgasmen führen sollte, sorgte bei Vertretern beiderlei Geschlechts oftmals zu großer Frustration. Denn schon bald stellte sich die Erkenntnis ein, dass der G-Punkt – so man ihn überhaupt am eigenen Körper gefunden hatte – selbstverständlich kein Knopf ist, auf den bloß gedrückt werden muss, um Lustgefühle auszulösen.

Den G-Punkt finden: Anatomie & Basisinformationen

Die Zone befindet sich etwa drei bis fünf Zentimeter vom Scheideneingang entfernt an der Vorderwand des Geburtskanales, zur Bauchdecke hin, unmittelbar hinter dem Schambein, in der Glandula vestibularis major, dem ‚großen Drüsenvorhof‘. Sie hat die Form einer abgeflachten Halbkugel von ca. 2 cm Durchmesser und eine Vertiefung in der Mitte. Form und Größe können jedoch variieren. Er ist durch die Vielzahl der Nervenenden und Blutgefässe bei sexueller Erregung als ein geriffeltes Gewebe deutlich tastbar.

G-Punkt bei der Frau, benannt nach Ernst Gräfenberg

Der G-Punkt als erogene Zone

Die G-Zone stellt das weibliche Pendant der männlichen Prostata dar. Hier befindet sich Drüsengewebe, welches bei sexueller Stimulation Sekrete produziert und in der Folge zur weiblichen Ejakulation führen kann, einem mehrschübigen pulsierenden Ausstoß eines farb- und geruchlosen Sekrets mit leicht bitterem Geschmack.

Bis weit ins späte 20. Jahrhundert hinein wurde die weibliche Ejakulation übrigens fälschlich mit einem spontanen Urinabgang als Folge eines durch den Orgasmus bedingten Kontrollverlusts über den Blasenschließmuskel erklärt. 1981 konnte die weibliche Ejakulation erstmalig von F. Addiego in einer Fallstudie (The Journal of Sex Research, Vol. 17. Nr. l) nachgewiesen werden.

Ist die Scheide noch trocken, so ist die Stimulation dieser Region eher unangenehm. Erst mit steigender Lust wird die Reizung der Zone als erregend empfunden. Bei günstiger Konstellation beim Geschlechtsverkehr stimuliert die Penisspitze den G-Punkt so, dass es sehr leicht zu einem intensiven Orgasmus kommen kann. Beim Geschlechtsverkehr bevorzugen viele Frauen die Reiterposition (Frau oben sitzend) als günstigste Position zur Stimulation des G-Punkts.

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Wie findet man den G-Punkt ?

Durch die Lage des G-Punktes ist leicht nachvollziehbar, dass Frauen normalerweise ihre eigene Gräfenberg-Zone nicht einfach mit dem Finger erreichen können und daher auf eine zweite Person für die Stimulierung angewiesen sind. Mit Hilfe des Partners ist es leichter, den Bereich zu finden, wenn die Frau auf dem Bauch liegt und das Becken leicht anhebt. In dieser Position sollte der Partner zwei oder drei Finger in die Vagina einführen und mit den Fingerspitzen die vordere Scheidenwand massieren (zur Bauchdecke hin). Sollte es die Frau vorziehen, auf dem Rücken zu liegen, kann der Partner zwei Finger in die Vagina einführen, diese nach oben krümmen und so leicht an der Bauchdecke drücken, wie in der Ansicht oben schematisch dargestellt.

Mittlerweile hat die Erotikindustrie, aber auch namhafte Hersteller (z. B. Durex) bereits eine Vielzahl spezieller sogenannter Auflege-Vibratoren auf den Markt gebracht, die bei der Stimulation behilflich sein sollen.

Wenn die Frau unter vaginaler Trockenheit leidet (etwa im Wechsel bzw. aufgrund von bestimmten Medikamenten), sollten sie jedenfalls ein Gleitmittel auf Wasserbasis verwenden, da sich die vaginale Stimulation unangenehm anfühlen kann, wenn die Scheide nicht ausreichend befeuchtet ist.

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Linktipps:

– Orgasmus bei der Frau
– Die Gräfenberg Zone (G-Punkt)
– Intimchirurgie – das Geschäft mit dem Genital
– Der männliche G-Punkt
– Trockene Scheide – Was tun?