Hormonelle Verhütungsmethoden (Teil 1): die Hormonspirale

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Hormonspirale

In Anlehnung an die Kupferspirale (I.U.P. Intra-Uterin-Pessar) wurde das I.U.S. (Intra-Uterin-System) entwickelt. Diese Hormonspirale verbindet die Wirkungsweisen der Pille, mit jener der Spirale. Sie muss von einem Gynäkologen durch den Muttermund eingesetzt werden und entfaltet ihre Wirkung lokal in der Gebärmutter.

WIRKUNG

Aus einem Zylinder an der Spirale wird lokal das Gestagen (=Gelbkörperhormon) „Levonogestrel“, gleichmässig in die Gebärmutterhöhle abgegeben. Durch die Abgabe des Hormons verdickt sich der Zervixschleim (= wird im Gebärmutterhals gebildet. Während des Zyklus verändert sich die Struktur des Schleimes; mal zäh, mal flüssig, mal milchig oder eher durchsichtig. Dadurch kann eine Frau ihre fruchtbaren und unfruchtbaren Tage feststellen.

Durch diese Verdickung werden die Spermien in ihrer Bewegung gehindert und können so nicht mehr bis zum Ei vordringen. Des weiteren wir ein anwachsen der Schleimhaut verhindert und die Eizelle kann sich nicht mehr einnisten.

WIE SICHER IST DIE HORMONSPIRALE

Die Hormonspirale zählt mit der Antibabypille zu einer der zuverlässigsten Verhütungsmethoden überhaupt. Eine Versuchsstudie an 1000 Frauen allen Alters in einen Zeitraum von einem Jahr hat ergeben, dass gerade mal 2 Frauen schwanger geworden sind (Pearlindex 0,1 – 0,2). Der Verhütungsschutz beginnt sofort nach einsetzten der Spirale und besteht für sichere 5 Jahre. Nach entfernen der Spirale besteht nach etwa 2 Tagen kein Schutz mehr.

NEBENWIRKUNGEN / KOMPLIKATIONEN

Das abgegebene Hormon belastet den restlichen Körper nur gering, da es lokal in der Gebärmutterhöhle abgegeben wird. Wenn Nebenwirkungen bestehen, dann treten diese meist in den ersten 3 Monaten nach Einsetzten der Spirale auf. Diese können Brustspannen, Kopfschmerzen, Akne, Übelkeit und Spannungsschwankungen sein. Nur sehr selten wird von Libidoverlust geredet. Kurz nach dem einsetzten kann es zu menstruationsähnlichen Beschwerden kommen, von Langzeitwirkungen liegen (noch) keine Bericht auf.
Sollten Zwischenblutungen verbunden mit Unterleibsschmerzen auftreten, könnte eine Eileiterschwangerschaft vorliegen (weniger als 1 Fall pro 1000 Frauen).

KANN JEDE FRAU EINE HORMONSPIRALE VERWENDEN?

Grundsätzlich können alle Frauen/Mädchen eine Hormonspirale verwenden, da nur geringe Hormonschube abgegeben werden (20-30 mal geringer als bei der Pille).

Bitte informieren sie sich bei ihrem Arzt / ihre Ärztin über vergangene oder bestehende Erkrankungen, insbesondere Erkrankungen der Leber, der Geschlechtsorgane, des Herzkreislaufsystems sowie Fettstoffwechselstörungen, bevor sie sich für eine Hormonspirale entscheiden.

VOR UND NACHTEILE

PRO

· Die Hormonspirale bietet einen sehr sicheren Schutz
· Wenig Hormonbelastung durch lokale Anwendung
· Menstruationsbeschwerden werden verringert
· Jederzeit entfernbar (für gewollte Schwangerschaft)

CONTRA

· Eventuelle Zwischenblutungen in den ersten 3-6 Monaten
· Manche Frauen empfinden die Abschwächung oder den Wegfall der Periode als unangenehm.
· Eventuelles Auftreten von Akne.

Linktipps

– Hormonelle Verhütungsmethoden – Teil 2
– Welches Verhütungsmittel ist das richtige?
– Was ist der Pearl Index
– Verhütungsmittel
– www.mirena.ch

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