Do, 17.04.2014
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Erogene Zonen bei Frau und Mann | Gesundheit, Lust & Liebe

Erogene Zonen bei Frau und Mann | Gesundheit, Lust & Liebe

Sexualität und Partnerschaft: erogene Zonen

Mythos & Missverständnisse: Erogene Zonen bei Frau und Mann: Als erogene Zone wird ein Körperbereich bezeichnet, dessen geeignete Reizung bei entsprechender Lust eines Menschen dessen sexuelle Erregung hervorrufen oder steigern kann. Doch es handelt sich bei diesen Punkten nicht um Knöpfe, die einfach gedrückt werden müssen um Erregung hervorzurufen. Vielmehr sind es individuelle Bestandteile der höchst komplexen Erregungsmechanismen von Mann und Frau.



Erogen: griech. = geschlechtlich reizbar. Erogene Zonen sind besonders empfindsame Stellen des Körpers. Erotische Reize erregen sowohl Mann wie auch Frau sexuell, wenn auch oftmals auf unterschiedliche Weise. Sowohl Auge und Ohr, als auch der Geruchssinn können diese Reize vermitteln. Die Berührung der erogenen Zonen, sowie sexuelle Phantasien – also sogenannte geeignete Reizung – wecken das Lustempfinden. Die Reizung dieser Bereiche ohne entsprechendes Verlangen oder die ungeeignete Reizung kann allerdings negative Gefühle bis hin zum Schmerz hervorrufen.

Die Abenteuer finden im Kopf statt – kein Lustempfinden, wenn das Gehirn es nicht zulässt

Bei steigendem Lustempfinden sendet das Gehirn vermehrt Signale an die Sexualzentren und an die Nervenendungen der Geschlechtsorgane. Umgekehrt leiten die Nervenbahnen eine Reizung erogener Zonen über das Rückenmark an das Gehirn weiter. Das Gehirn wiederum verarbeitet die Reize als Steigerung des Lustempfindens. Werden erogene Zonen berührt, erregen sie einen Menschen sexuell. Ob jemand eine Berührung als lustvoll empfindet, hängt jedoch von seiner Stimmung und seiner Bereitschaft zum sexuellen Zusammensein ab. Zudem hat jeder Mensch seine ganz besonderen Vorlieben und Abneigungen, nicht zuletzt unterscheidet sich weibliches und männliches Sexualempfinden aufgrund der unterschiedlichen Anatomie aber auch einer gechlechtsspezifischen Erziehung wegen.

Je nach Individuum variiert die Empfänglichkeit bestimmter Bereiche mitunter beträchtlich, sie kann sich sogar auf Grund von Emotionen verändern. Die Körperzonen, die aller Wahrscheinlichkeit nach am empfänglichsten sind, lassen sich jedoch klar nennen.

Einteilung

Laut der Online-Enzyklopädie Wikipedia, lassen sich die erogenen Zonen in zwei Klassen einteilen:

Nicht spezifische erogene Zonen

Die Klasse der nicht spezifischen erogenen Zonen umfasst behaarte Hautbereiche und hat eine normale Dichte an Nervenenden und Haarfolikeln. Zu diesen Zonen gehören die Seiten des Halses und das Genick, die Füße und vor allem die Fußsohlen, die Achselhöhlen und die Seiten des Brustkorbs, die Arminnenseiten, Rücken und Rückgrat insbesondere im Bereich des Kreuzbeins, die Lenden, der Bauch, das Gesäß und die Schenkel, vor allem die Oberschenkelinnenseiten. Eine weitere nichtspezifische erogene Zone der Frau ist der Ellenbogen. Bei dessen Stimulation 65% aller Frauen stark sexuell erregt werden.

Das Gefühl, gestreichelt zu werden und die erhöhte Erwartung auf weitere Zuwendung und auf die nahe bevorstehende Stimulation der spezifischen erogenen Zonen sind für die erhöhte Erregung verantwortlich.

Spezifische erogene Zonen

Die Klasse der spezifischen erogenen Zonen umfasst Haut- und Schleimhautbereiche, die eine hohe Dichte an Nervenenden besitzen (die größte erogene Zone ist damit die Haut – unter der riesigen Hautoberfläche münden cirka 80 000 Nervendenden, die durch Berührung stimuliert werden können), und Körperbereiche, die eine direkte Stimulation empfänglicher innerer Organe des Beckenbereiches zulassen. In der Regel geht von ihnen ein wesentlich stärkeres Gefühl als von den nicht spezifischen erogenen Zonen aus.

Nicht jede dieser Zonen muss bei jedem Menschen aktiv sein oder starke Erregung hervorrufen. Insofern ist es völlig unangebracht und falsch, wenn in den Medien in regelmäßigen Abständen von “Super-Orgasmus-Punkten” berichtet wird.

Zu den spezifischen erogenen Zonen gehören bei Mann und Frau der Bereich der Augen, die Ohrmuscheln, Nase und Mund (Lippen, Zunge und die gesamte Mundhöhle), die Haargrenze im Bereich der Stirn, der Bereich von den Fingerbeeren bis zu den Handinnenflächen, die Achselhöhlen, der Bereich des Damms und der Anus (bei der Frau kann über ihn auch der A-Punkt und das Scheidengewebe stimuliert werden, beim Mann über ihn auch die Prostata); eher bei der Frau, seltener bei Männern die Brusthügel, die Warzenvorhöfe und die Brustwarzen; beim Mann zusätzlich Penis und Hodensack; bei der Frau zusätzlich der Venushügel mit den großen und kleinen Schamlippen, die Klitoris (von manchen modernen Autoren C-Punkt genannt), auf dem Scheidenvorhof insbesondere der Bereich der Harnröhrenöffnung (von manchen modernen Autoren U-Punkt genannt), im Bereich der Scheide insbesondere in der Scheidenvorderwand der Bereich in der Nähe der oberen Harnröhre, Gräfenberg-Zone oder G-Punkt genannt, der Bereich im Scheidengewölbe in der Nähe des Gebärmutterhalses, neuerdings A-Punkt genannt und der Muttermund (Portio).

Fest steht, dass jeder gesunde Mensch zur Reaktion auf sexuelle Reize fähig ist. Wenn auch das physiologische Grundprinzip bei allen Menschen sehr ähnlich ist, sind diese Reaktionen und deren Auslöser bei keinem Menschen genauso wie bei einem anderen. Entsprechend dieser Erfahrungswerte, wird mittlerweile auch die männliche Sexualität wissenschaftlich als weit komplexer beschrieben, als es bisher der Fall war.

Erogene Zonen des Mannes

Der Plural ist bewußt gewählt, denn, ja, es gibt beim Mann mehr Bereiche, die sexuelle Reizung hervorrufen können als der Penis alleine. Viele erogene Zonen sind bei Männern und Frauen gleich, Abweichungen und Ergänzungen ergeben sich “nur” aufgrund der unterschiedlichen Sexualorgane. Anbei die geschlechtsspezifischen Zonen:

Das männliche Glied, jene erogene Zone, deren Stimulation zumeist den Orgasmus auslöst, reagiert besonders sensibel auf sanfte Liebkosungen mit den Fingern, den Lippen oder der Zunge. Erregend wirken ebenfalls Streicheleinheiten in der Gesäßspalte hinter dem Hoden. Die sensibelste Zone ist jedoch die Spitze des Gliedes, die sogenannte Eichel und ganz besonders deren unterer Bereich.

Aber auch hier gilt: Es gibt keine erogenen Zonen, die jederzeit zwangsläufig zu einer tiefen sexuellen Befriedigung führen – selbst der Penis ist kein Objekt, das automatisch und mechanisch “auf Befehl” reagiert: Beschäftigt man sich jedoch zu lange mit dieser empfindlichen Partie, “de-sensibilisiert” man sie leicht, das heißt, man erreicht das Gegenteil von dem, was man möchte oder tut dem Anderen sogar weh. Zögern Sie daher nicht, alle Partien abwechselnd zu liebkosen. Die “Fellation” ( Oralverkehr), bei der die Frau das männliche Glied in den Mund nimmt, wird von vielen Männern geschätzt. Die Hände bleiben jedoch nicht inaktiv und streicheln dabei das Glied oder die benachbarten Zonen.

Als weitere männerspezifische erogene Zonen seien der Hodensack, sowie die Prostata (oftmals auch als G-Punkt des Mannes bezeichnet) genannt.

Erogene Zonen der Frau

  • die Vagina ( Scheide) – das innere Genitale der Frau ist als ein gefurchter, muskulöser Kanal ausgebildet. Er erstreckt sich von der Vaginaöffnung bis zum Gebärmutterhals. Bei Erregung weitet sich die Vagina im hinteren Teil aus.
  • die Klitoris – sie ist das einzige Organ, das allein nur der Lust dient. Die Klitoris besteht aus erektionsfähigem Gewebe. Ihre Form ähnelt einem «Y» oder einem Schaft mit zwei Schenkeln. Aber nur die Spitze des Schafts befindet sich ausserhalb des Körpers und ist sichtbar. Die vollständige Klitoris misst ungefähr zehn Zentimeter. Im Erregungszustand vergrössert sich die ganze Klitoris durch verstärkte Durchblutung vom Schaft her. Häufig erhält die Spitze die Bezeichnung “Kitzler”. Berührungen der sensiblen Klitorisspitze können einen Orgasmus auslösen. Klitorale Orgasmen sind bei Frauen häufiger als vaginale Orgasmen.
  • Brust, Brustwarzen – Obwohl die Brust der Frau nur ein sekundäres sexuelles Organ ist, ist sie bei den meisten Frauen sehr reizempfindlich. Kommt es zu einer Stimulation der Brust oder sexueller Erregung allgemein, richten sich die Brustwarzen auf, weil sich das Muskelgewebe innerhalb des Brustgewebes zusammenzieht . Die Brustwarzen vergrößern sich sowohl in der Länge als auch in der Breite. Bei weiter steigender Erregung füllen sich die Venen an der Oberfläche und in der Brust mit Blut. Dies führt zu einem zunehmenden Umfang der Brust sowie einer Verdunkelung des Warzenhofes. Eine intensive Stimulationen – besonders an den Brustwarzen – können bei manchen Frauen sogar einen Orgasmus auslösen.

Die meisten sexuellen Praktiken beinhalten eine Reizung der erogenen Zonen, z.B. der Kuss, der Geschlechtsverkehr, Petting oder die Masturbation. Dazu werden von einer immer größer werden Zahl von Menschen häufig sexuelle Hilfsmittel (sogenannte Sextoys) zur Steigerung der Stimulation eingesetzt. Heute gibt es jedenfalls Sextoys in einer riesigen Anzahl an Farben und Formen mit und ohne Vibration. Dazu zählen Vibratoren (sog. Massagestäbe), Dildos, Liebeskugeln, Vaginanachbildungen ebenso, wie Penismanschetten, Puppen, Pumpen, Ringe, Wäsche, Sauger, Klammern, Fesseln, Ketten, Zwingen, Reizsrom, Massageöle, Gele und Lotionen. In einem weiter gefassten Sinn kann man auch besondere Bekleidung, Rollenspiel-Utensilien (z.B. Handschellen, Gerten, Peitschen) und ähnliches Zubehör hier hinzurechnen. Derartige Gegenstände werden in Sexshops, auf Erotikmessen, in Erotikkatalogen und auf einschlägigen Internetseiten angeboten.

Die sexuelle Reaktion des Menschen wird aber auch stark von psychischen Faktoren bestimmt, und viele Menschen können allein durch Phantasien erregt werden. Den meisten Menschen ist bewusst, dass sie nicht nur durch Berührung sexuell erregbar sind, sondern auch durch das, was sie sehen, hören, riechen oder schmecken. Der Anblick eines schönen Körpers, der Klang einer verführerischen Stimme, der Geruch eines Parfüms, der Geschmack bestimmter Gerichte oder die Drüsensekretionen eines geliebten Menschen können sehr wirksame Reize sein. So können auch Fetische für manche Menschen erregend wirken – der Fetischist findet meist durch den Anblick oder das Berühren des Gegenstandes mit oder ohne gleichzeitigem Onanieren/Geschlechtsverkehr seine sexuelle Befriedigung. Der Übergang von normaler Stimulation, die z.B. erotische Kleidung aus Leder oder Gummi (Latex) auslösen kann, bis hin zur Abhängigkeit von solchen Äußerlichkeiten, ist oftmals fließend. Sofern eine Person bestimmte Gegenstände hin und wieder zur Luststeigerung, vor allem beim Partner, verwendet, wie z.B. reizvolle Unterwäsche, ist dies sicherlich als völlig “normal” anzusehen.

Dabei können nicht nur Gegenstände zum Fetisch werden – so gibt es Fetischisten, die allein beim Betrachten von speziellen Körperteilen wie Brüsten, Händen, Pos oder Füßen auf Fotos sexuelle Erfüllung finden. Die Zahl der Fetische ist nahezu grenzenlos. So kann praktisch jeder Mensch für sich seinen eigenen Fetisch, sein eigenes Objekt der Begierde finden – was immer er sexuell bevorzugt, wird sein eigener kleiner Fetisch. Doch nur bei wenigen Menschen artet der Fetischismus in krankhafte Zustände aus, der sie für normale sexuelle Reize unempfindlich macht.

Linktipps:

- Was ihr schon immer über Sex wolltet
- Die weibliche Brust – ein Schönheitsmerkmal
- Das Sexualverhalten der Österreicher
- das Erste Mal
- die 10 größten Sex-Irrtümer
- Wie wichtig ist der Sex
- Geschlechtsspezifische Aspekte von Sexualität und Geschlecht

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