Verhütungsmittel im Überblick

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Verhütungsmittel im Überblick

Verhütung ist keineswegs eine Erfindung der Neuzeit, doch besonders nach Einführung der Pille ist sie viel einfacher geworden. Heute stehen modernen Paaren noch zahlreiche weitere Verhütungsmethoden zur Verfügung. Je nach persönlicher Anforderung kann zwischen natürlicher, mechanischer, chemischer und hormoneller Verhütung gewählt werden. Anbei ein kleiner Überblick über die gebräuchlichsten Verhütungsmittel.

Verhütungsmittel im Überblick – Artikelübersicht:

Das Kondom

Benutzen Sie nie öl-oder fetthaltige Gleitmittel (z.B. Babyöl, Sonnenöl oder Vaseline)/ Scheidenzäpfchen solche, die für die Anwendung mit Kondomen entwickelt wurden. Erstere können das Kondom innerhalb weniger Minuten angreifen so dass kein verläßlicher Schutz mehr gegeben ist. Fragen Sie den Arzt oder Apotheker. Gleichzeitig äußerliche Anwendung rezeptpflichtiger oder rezeptfreier Medikamente an Penis oder Vagina können die Zuverlässigkeit des Kondoms beeinträchtigen. Bitte lesen Sie deshalb vor der Anwendung die Gebrauchsanweisung, oder fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker zu deren Verträglichkeit.

Es kann bereits vor dem männlichen Organsmus zu einer Spermaabgabe kommen – nehmen Sie deshalb schon bei Beginn des Liebesspiels ein Kondom.Sollten Sie noch nicht so geübt sein und das Kondom falsch herum abgerollt haben, nehmen Sie unbedingt ein neues! Es kann sonst sehr leicht zu kleinen Rissen kommenm, die die ZUverlässigkeit beeinträchtigen können. Rollen Sie ein Kondom auch nie vor dem Gebrauch zum Testen ab. Jedes Kondom ist bereits vom Hersteller einzeln elektronisch geprüft.

Die nicht-vaginale Anwendung von Kondomen erhöht das Risiko des Abrutschens oder der Beschädigung. In solchen Fällen wird ein stärkeres Kondom gemäß Europanorm EN 600 wie z.B. Durex Ultra Strong. Und last but not least: Benutzen Sie jedes Kondom nur einmal

Tipps zur Entsorgung und Lagerung eines Kondoms

  • Wickeln Sie ein gebrauchtes Kondom in ein Papiertaschentuch ein, und werfen Sie es in den Abfalleimer. Niemals in die Toilette entsorgen.
  • Entsorgen Sie gebrauchte Kondome so, dass für Dritte, besonders Kinder, keine Infektionsgefahr besteht.
  • Lagern Sie Kondome kühl und trocken. Legen Sie sie nie in den Kühlschrank, ins Auto-Handschuhfach oder in die Nähe einer Heizung. Kondome keiner direkten Sonnenstrahlung aussetzen. In der Originalfolie verpackt und richtig gelagert, bleibt ein Kondom ab Produktionsdatum mindestens 5 Jahre lang einwandfrei.

Achtung: Personen, bei denen eine Latexallergie vorliegt, dürfen nur nach Absprache mit ihrem Arzt zusammen entscheiden, ob ein Kondom benutzt werden darf oder nicht. Es gibt auch spezielle Kondome für Latex-Allergiker!

Anwendung des Kondoms

Trennen Sie ein Kondombriefchen vorsichtig an der Perforation vom Streifen ab. Reißen Sie die Folie behutsam in der Mitte ein. Bitte keine Schere verwenden. Achten Sie darauf, dass Ihre Fingernägel nicht eingerissen oder scharfkantig sind. Halten Sie das Reservoir zwischen Daumen und Zeigefinger, und setzen Sie das Kondom auf die Spitze des vollständig erigierten Penis, bevor es zum ersten Kontakt zwischen Penis und Vagina kommt. Das Reservoir könnte sonst beim Gebrauch platzen.

Das Kondom muss glatt, ohne Faltenbildung (Gefahr eines Risses) über den erigierten Penis mit etwas zurückgezogener Vorhaut abgerolt werden. Vorsicht bei eingerissenen Fingernägeln oder scharfkantigem Schmuck.

Möglichst bald nach dem Samenerguß und vor der Erschlaffung muss der Penis aus der Scheide zurückgezogen werden, ansonsten kann Sperma seitlich entweichen. Halten Sie dabei das Kondom am Gliedansatz fest, damit es nicht abrutscht.

Implanon

Das Implanon-Stäbchen ist eine neue Methode zur Empfängnisverhütung, die eine sichere und langanhaltende Wirkung gewährleistet.

Das Implanon Stäbchen

  • ist ein kleines flexibles Kunststoffstäbchen ohne Silikon
  • wird der Frau an der Innenseite des Oberarms unter die Haut eingesetzt
  • ist kleiner als ein Streichholz – nur 4cm lang und 2mm dick
  • gibt gleichmäßig eine kleine Menge des Gelbkörperhormons Etonogestrel (Gestagen) ab
  • verhütet 3 Jahre lang sorgenfrei und sicher eine Schwangerschaft
  • kann bei Kinderwunsch jederzeit entfernt werden

Spirale

Die Spirale ist ein kleiner, zarter meist T-förmiger Plastikkörper, dessen senkrechter Arm mit einem feinen Kupfer-Silber-Draht umwickelt ist. Die T-Form mit den flexiblen ärmchen wurde gewählt, weil sie einfach und schmerzarm einzulegen ist, sich gut in die Gebärmutterhöhle einfügt und dadurch besonders verträglich ist. Zum Ertasten und Entfernen der Spirale durch Ihren Frauenarzt befindet sich am unteren Teil der Spirale ein Kunstftoffaden.

Pille

Die in der Pille enthaltenen Hormone sind den körpereigenen Hormonen sehr ähnlich. Sie sorgen dafür, dass keine befruchtungsfähigen Eizellen mehr heranreifen. Außerdem ist durch die Einnahme der Pille das Sekret des Gebärmutterhalses um die Zeit des Eisprungs für Spermien undurchlässig und die Gebärmutterschleimhaut nicht für die Einnistung der Eizelle vorbereitet. So kommt es, dass die Pille besonders sicher vor einer Schwangerschaft schützt. Wichtig ist aber eine korrekte Einnahme. Der Frauenarzt kann heute eine Menge verschiedener Pillenpräparate verschreiben mit unterschiedlichen Wirkstoffzusammensetzungen. Die meisten von ihnen sind heute so niedrig dosiert, dass sie einen sicheren Empfängnisschutz bieten und meistens gur verträglich sind.

Neben der Minipille und sogenannten Mehrstufenpräparaten gibt es Kombinationspräparate, die jeden Tag zwei Hormonkomponeneten haben, ein Gestage und ein östrogen. Sie sind so dosiert, dass ein Eisprung sicher unterdrückt wird. Am gebräuchlichsten sind die niedrigdosierte Einphasenpille, die Mikropille genannt wird und über 21 Tage die gleiche Kombination von östrogenen und Gestagenen enthält.

Verhütungspflaster

Das 4,5 x 4,5 cm große Verhütungspflaster enthält wie die Pille ein Östrogen und ein Gestagen, die den Eisprung wirksam unterdrücken und so vor einer ungewollten Schwangerschaft schützen. Der Unterschied zur Pille: Das Pflaster wird 3 Wochen hintereinander für jeweils eine Woche aufgeklebt, die 4. Woche ist pflasterfrei.

Als „Klebepunkte“ für das Pflaster kommen vier verschiedene Bereiche am Körper in Frage: der Bauch, das Gesäß, die Außenseite des Oberarms oder der Oberkörper (nicht im Bereich der Brüste).
Einmal aufgeklebt, wird das Verhütungspflaster für eine Woche getragen. Nach sieben Tagen, immer am gleichen Wochentag, wird das Pflaster gewechselt. Dies kann zu einer beliebigen Uhrzeit erfolgen. Nach insgesamt drei Wochen ist die vierte Woche pflasterfrei, in dieser Woche kommt es zur Entzugsblutung. Der nächste Zyklus mit dem Verhütungspflaster beginnt wieder am „Pflasterwechseltag“.

Für den Wiener Gynäkologen Johannes Huber ist das Pflaster aus zwei Gründen ein Quantensprung. Erstens umgeht das Östrogen die Leber, wenn es durch die Haut aufgenommen wird. Dadurch werde die starke Produktion von Stressfaktoren in der Leber verhindert. Zweitens unterdrücke die Anwendung über die Haut nicht die natürliche Produktion von Androgenen (männlichen Geschlechtshormonen) der Frau.

Dadurch werden Nebenwirkungen vermieden, die bei der Pille vorkommen können: etwa Brustspannen, eine Minderung sexueller Lust oder Gewichtszunahme.

Mögliche Nebenwirkungen der Antibabypille:

Nur knapp 2% der Probandinnen, hatten das Pflaster wegen Hautunverträglichkeit absetzen müssen. 1,5% litten an Kopfschmerzen und 1,8% klagten über Übelkeit, was lt. Gynäkologen in einem normalen Rahmen liegt. Starke Raucherinnen und Frauen mit Neigung zu Thrombosen müssen vorsichtig sein bzw. kommen dafür nicht in Frage und sollten in jedem Fall mit ihrem Gynäkologen ein Beratungsgespräch führen. Für Frauen, welche die Pille schon über einen längeren Zeitraum einnehmen, können bedenkenlos zu dieser Art der Verhütung wechseln.

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