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Penisprothesen bei Erektionsstörungen

Penisprothesen bei Erektionsstörungen

Penisprothese

Erektionsstörungen kennt nahezu jeder Mann und mit zunehmendem Alter wird die Angst davor, dass ER es nicht mehr bringt, immer größer. Ob Schwellkörperimplantate, bzw. Penisprothesen das richtige Mittel zur Abhilfe hartnäckiger erektiler Dysfunktion sein können, haben wir für Sie recherchiert.



Tatsächlich ist erektile Dysfunktion ein Phänomen, das die meisten Männer nicht nur vom Hören-Sagen kennen. Chirurgische Methoden zu Erhaltung oder Wiederherstellung der Erektionsfähigkeit sind oft die letzte Lösung nach einem langen Leidensweg.

Penisprothesen – zeitgemäß?

Penisprothesen sind nicht nur bei erektiler Dysfunktion (umgangssprachlich: Impotenz) ein mögliches Mittel der Wahl. Auch für den Aufbau eines künstlichen Glieds, nach schweren Penisverletzungen oder bei transsexuellen Menschen z.B. werden Penisprothesen eingesetzt. Sie werden also zeitgemäß bleiben (müssen).

Bevor man sich zu einer chirurgischen Maßnahme entschließt, gilt es bei Impotenz jedoch andere Methoden wie z.B. eine Gesprächs- oder Injektionstherapie auszuprobieren. Oft sind psychische Probleme die Ursachen für erektile Dysfuntion- oder auch ein ungesunder Lebensstil. Zunächst gilt es andere Behandlungsmethoden anzuwenden. Dazu zählen u.a.:

  • Psychotherapie
  • Paartherapie
  • Behandlung möglichen Grunderkrankungen
  • Hormonelle Behandlung z-B. bei Testosteronmangel
  • Durchblutungsfördernde Medikamente
  • Venöse und arterielle Chirurgie
  • Penispumpen zur Vergrößerung des Penis durch ein Vakuum
  • Einspritzen von Wirkstoffen in die Schwellkörper

Durch den medizinischen Fortschritt und die Entwicklung entsprechender Medikamente sind Operationen zur Wiedererlangung einer Erektion inzwischen vielfach überflüssig. Der Eingriff wird daher nur noch selten vorgenommen – aber in manchen Fällen eben doch noch.

Verallgemeinert dargestellt ist eine Penisprothese ein Implantat, das chirurgisch in den Penis eingebracht wird. Dieses Implantat ermöglicht die Versteifung des Glieds; Geschlechtsverkehr wird wie mit einem normal erigierten Glied wieder möglich.

Bei dem operativen Eingriff werden die beiden Hauptschwellkörper des Penis zerstört bzw. entnommen und durch Implantate ersetzt. Da diese Methode nicht mehr rückgängig gemacht werden kann, sollte man sich bevor man sich zu diesem Eingriff entschließt alle Alternativmethoden gut überlegt und nach Möglichkeit ausgetestet haben. Verantwortungsvolle Ärzte werden auch nur dann zu diesem Schritt raten, wenn alternative Therapien niht den gewünschten Erfolg gebracht haben.

Die Erfolgsquote dieser Maßnahme ist recht hoch: Mit Penisprothesen kann die Erektionsfähigkeit in 90 Prozent der Fälle wiederhergestellt werden. Auch nach fünf Jahren funktioniert bei rund 80 Prozent der Patienten eine Erektion.

Doch diese Methode birgt auch gewisse Risiken, bzw. sind bei manchen Verfahren unangenehme Nebenwirkungen möglich. Wir geben Ihnen einen Überblick über Operationsverfahren, wann welche Methode zur Anwendung kommen könnte und welche Risiken sie jeweils mit sich bringen.

Biegsame Penisprothese

Die biegsame oder auch rigide Penisprothese ist formstabil und dauerhaft hart. Sie wird heute allerdings kaum mehr verwendet, da sie eine Reihe von unangenehmen Begleiterscheinungen hat, die nur auf den ersten Blick ‚lustig‘ klingen.

Da bei einer rigiden Penisprothese der Penis dauerhaft künstlich erigiert ist, ergeben sich im Alltag unangenehme Situationen. Egal ob im Freibad oder auf der Tanzfläche – ganz zu schweigen von der Sauna – kein Mann möchte mit einem dauerhaft erigierten Penis rumlaufen und sich schrägen Blicke ausgesetzt fühlen.

Rein technisch werden bei dieser Methode die körpereigenen Schwellkörper des Penis operativ durch Silikon-Implantate ersetzt. Bei geplantem Geschlechtsverkehr wird der Penis einfach in die richtige Position gebogen und in die Scheide eingeführt. Im Alltag wird er nach unten umgebogen – erweckt aber nach wie vor dein Eindruck einer Dauererektion, was zu peinlichen Situationen führen kann.

Abgesehen von diesen ‚lifetstyle‘ Risiken birgt diese Art der Prothese aber auch gewisse medizinische Risiken. So sind arterielle Verkalkungen (Atherosklerose) im Penis, Nekrosen (das Absterben von Penisgewebe), Ödeme (Schwellungen) und Infektionen möglich.

Eine Weiterentwicklung dieser Prothese ist das semirigide Implantat. Hier ist das Silikon mit einem darin eingebetteten Metallgeflecht ‚verstärkt‘. Benutzt wird die semirigide Pensiprothese genauso wie die biegsame: Bei Gebrauch nach oben biegen.

Bei Nichtgebrauch ist der auch hier dauerhaft erigierte Penis allerdings leichter zu verbergen als bei einem reinen Silikonimplantat, das weniger ‚biegbar‘ ist.

Hydraulische Penisprothese

State of the art bei Penisprothesen ist heutzutage das hydraulische Penis-Implantat. Hierbei werden vor dem Geschlechtsverkehr die künstlichen Schwellkörper manuell mit Flüssigkeit, im Regelfall destilliertes Wasser oder Kochsalzlösung gefüllt.

In Folge wird der Penis aufgerichtet und hart – ein Eindringen in die Scheide wird möglich. Die Flüssigkeit, die in den Penis gepumpt wird ist in einem künstlichen Reservoir neben der Harnblase gespeichert, die kleine Handpumpe ist im Hodensack platziert.

Durch Betätigung der Pumpe wird eine Erektion herbeigeführt – Sex wird möglich. Nach dem Geschlechtsverkehr wird das kleine Ventil der Handpumpe am Hodensack erneut betätigt und die Flüssigkeit fließt ins Reservoir zurück und der Penis erschlafft.

Problematisch ist allerdings, dass bei der Anwendung einer hydraulischen Penispumpe zwar die Schwellkörper hart werden – nicht jedoch die Eichel selbst. Das erschwert den Geschlechtsverkehr, und kann beim Eindringen in die Scheide auch zu Verletzungen an der Penisspitze führen.

Bis auf eine kleiner Narbe im Schamhaarbereich weist nichts auf die hydraulische Penisprothese hin. Im Alltageleben bleibt der Penis schlaff, was ein normales Leben ermöglicht. Geübte Männer müssen ihren Partnerinnen gegenüber oft gar nicht darauf hinweisen, dass sie eine Prothese haben, die Bedienung ist einfach, unauffällig und unkompliziert.

Allgemeine Risiken bei Penisprothesen

Chirurgische Eingriffe sind bei allem Fortschritt der Medizin mit Risiken behaftet: Narkose, Verletzungen von Nervenbahnen oder Harnröhre stellen Risiken unmittelbar bei der Operation dar, schlechte Narbenbildung ist ein weiteres Risiko. In seltenen Fällen kann es passieren, dass sich der Penis nach einer Seite hin krümmt.

Die häufigsten Komplikationen mit rund 20% sind allerdings Infektionen nach dem Eingriff. Schmerzen, Rötungen, Schwellungen und Funktionseinschränkungen der Penisprothese, sowie Brennen beim Wasserlassen sind mögliche Folgen.

Üblicherweise bringen Antibiotika rasch Abhilfe, in manchen Fällen müssen die Implantate aber entnommen und dann im Zuge einer weiteren Operation eine neue Penisprothese eingesetzt werden.

Bei den hydraulischen Prothesen sind auch mechanische Defekte möglich und aufgrund der Tatsache, dass dieser Eingriff und die Technik ‚komplex‘ sind, ist das hydraulische Systeme mit einer höheren Komplikationsrate verbunden als ein ‚fixes‘ Implantat.

Auch besteht z.B. bei querschnittsgelähmten Patienten die Schwierigkeit den Implantatdruck richtig zu dosieren. Ein möglicher Dehnungsschmerz im Penis wird nicht beziehungsweise nur vermindert wahrgenommen – die Folge sind zu stark gefüllte oder zu große Implantate, die Gewebeschädigungen mit sich bringen können.

Mögliche Folgen: Blutungen oder Geschwüre, in gravierenden Fällen ist auch eine Verletzung der Harnröhre möglich. Achten Sie zudem unmittelbar nach der OP auf Schmerzen und Rötungen im Bereich der Nähte und besprechen Sie diese gegebenenfalls mit Ihrem Urologen.

Fazit

Sollten alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sein, können Sie folgende Methoden einer Penisprothese in Betracht ziehen:

  • Rigide Penisprothese: formstabil und dauerhaft hart
  • Semirigide Penisprothese: hart, aber biegbar
  • Hydraulische Penisprothese: flüssigkeitsgefülltes Implantat

Ein Penis-Implantat ist aber immer die ‚ultima ratio‘. Klar ist auch: eine Penisprothese erzeugt keine natürliche Erektion, sie verbessert lediglich den Härtegrad des Penis. Auch mit Implantat ist ein operierter Penis deutlich kürzer oder schmäler als ein normal erigiertes Glied. Zu hohe Erwartungen müssen also zu Enttäuschungen führen.

Wenn sich beide Partner dieser Nachteile aber bewusst sind, kann eine Penisprothese durchaus dazu beitragen wieder ein erfülltes Sexualleben zu genießen. In der Anfangszeit nach der Implantation einer Penisprothese ist jedenfalls Vorsicht geboten. Testen Sie langsam aus, was möglich und angenehm ist – so gewöhnen Sie sich und Ihre Partnerin an die neuen Umstände und beugen der Verletzungsgefahr vor.

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