Magen-Darmgrippe kann die Pille unwirksam machen

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (1 Bewertungen, Durchschnitt: 4,00 Sterne von 5)

Darmgrippe

Wieder einmal grassiert in Österreich eine heftige Magen-Darmgrippe. Neben den bekannt unangenehmen Symptomen von Bauchschmerzen, Erbrechen, Fieber und Durchfall hat diese Infektion eine andere – manchmal unterschätzte – Nebenwirkung: Sie kann auch die Pille unwirksam machen.

Die Magen-Darmgrippe hat wieder Hochsaison. In unseren Breitegraden ist diese, durch Viren und Bakterien verursachte Infektion zwar meist ungefährlich, allerdings breitet sie sich oft in regelrechten Epidemien aus – wie sie auch derzeit wieder in Teilen Österreichs beobachtet wird – und ist für Betroffene sehr beeinträchtigend. Bauchschmerzen, Erbrechen, Fieber und Durchfall können das Leben zur Qual machen, führen zu Salz- und Wasserverlust und haben einen weiteren Nachteil: Sie machen herkömmliche, oral eingenommene Verhütungsmittel wie die Pille mitunter unwirksam.

Denn wenn Durchfall oder Erbrechen bis zu vier Stunden nach der Einnahme auftreten, kann es sein, dass die Wirksubstanzen vom Körper ausgeschieden werden. Nimmt frau nicht innerhalb von zwölf Stunden eine neue Pille ein, besteht bis zur nächsten Regelblutung kein Empfängnisschutz, und bis dahin heißt es dann, auf andere nicht-hormonelle Verhütungsmittel wie zum Beispiel das Kondom zurückgreifen.

Verhütung: Sicherheit durch lokale Anwendung

Unannehmlichkeiten dieser Art lassen sich mit Verhütungsmethoden, bei denen die Hormone nicht über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen werden, vermeiden. Dazu gehören etwa das Hormonimplantat oder die Hormonspirale. Aber auch der neue Verhütungsring, der aus weichem Kunststoff besteht und Hormondepots enthält, wird lokal angewendet, indem er von der Frau selbst in die Scheide eingeführt wird und dort kontinuierlich die notwendige Hormondosis freisetzt.

Vorteile des neuartigen Verhütungsringes

„Durch die lokale Anwendung werden Störungen der Sicherheit durch Magen-Darmprobleme ausgeschlossen. Der Verhütungsring wirkt auch dann, wenn Durchfall oder Erbrechen auftreten, da die Wirkstoffe nicht über den Magen-Darm-Trakt, wie das bei der Pille der Fall ist, sondern über die Scheidenschleimhaut in den Blutkreislauf gelangen“, erklärt der Gynäkologe Univ.-Prof. Dr. Christian Egarter von der Frauenklinik im Wiener AKH. Damit erfüllt der Ring auch die wichtigste Anforderung, die Frauen an ein Verhütungsmittel stellen: Laut einer Umfrage des Marktforschungsinstitutes Fessel-GfK erwarten nämlich 97 Prozent der Frauen zwischen 15 und 45 von ihrem Kontrazeptivum vor allem Sicherheit und Zuverlässigkeit in allen Lebenslagen, und 87 Prozent wünschen sich sicheren Schutz von der Verhütungsmethode ihrer Wahl auch im Fall von Magen-Darm-Problemen.

Natürlich ist nicht dieser Vorteil allein Entscheidungskriterium für den Einsatz eines Verhütungsringes, wichtig ist in jedem Fall die Absprache mit Ihrem Gynäkologen. Seit Oktober 2002 ist der Plastikring mit einem Durchmesser von cirka fünf Zentimetern jedenfalls auch hierzulande erhältlich. Und damit hat Österreich ausnahmsweise die Nase vorn – als erstes europäisches Land hat die Alpenrepublik das neue Verhütungsmittel zugelassen.

Funktionsweise und Sicherheit

Die Handhabung des Verhütungsringes ist relativ einfach. Falsch einführen kann frau den Ring nicht, denn für den Schutz vor ungewollter Schwangerschaft ist mitnichten seine Position sondern vielmehr die Hormondosis entscheidend, die er in kleinen Mengen absondert und die den Eisprung verhindert. Der Ring aus elastischem Kunststoff legt sich um den Gebärmutterhals und sondert die weiblichen Sexualhormone Gestagen und Östrogen ab, die über die Schleimhaut in den Blutkreislauf gelangen. Nach drei Wochen wird der Ring entfernt, es folgt eine Woche Pause, erst dann wird ein neuer Ring für weitere drei Wochen eingesetzt.

Laut Angaben des Produzenten dem US-Pharmaunternehmen Organon, ist die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft so gering wie bei der Pille (Pearl Index 0,65) – natürlich nur wenn der Verhütungsring genau nach Anweisung verwendet wird.

Fotohinweis: sofern nicht extra anders angegeben, Fotocredit by Fotolia.com

Linktipps

Verhütungspflaster: Infos & Links
Was ist der Pearl Index
Sterilisation beim Mann (Vasektomie)
Sterilisation bei der Frau

Das könnte Sie auch interessieren...