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Zwangsstörungen

Zwangsstörungen

Zwangsstörungen

Der Adrian Monk in allen von uns: Es gibt Tätigkeiten, die sich täglich wiederholen – Rituale die den Alltag bestimmen. Händeschütteln, Zähneputzen oder der letzte Gang auf die Toilette vor dem Schlafengehen gehören dazu und bleiben über das gesamte Leben bestehen. Zwischen dem scheinbar harmlosen Ritual und der Zwangsstörung ist die Grenze bisweilen nur sehr unscharf erkennbar. Wann verursacht also solch ein Ritual Leid, wann wird eine Handlung zum Zwang?



Bei Zwangsstörungen handelt es sich meist um zwanghafte Gedanken oder Handlungen welche ein Ausmaß erreichen, welches zu maßgeblicher Beeinträchtigung des Alltags und der allgemeinen Lebensumstände führen. Zwangsstörungen sind psychische Störungen. Die Handlungen und Gedanken werden als quälend empfunden, müssen aber trotzdem durchgeführt werden. Es besteht meist Einsicht, dass es sich um übertriebene Reaktionen handelt. Es wird eine multifaktorielle Ursache vermutet, sowohl biologische also auch soziale und psychische Komponenten haben einen Einfluss. Eine Kombination von seelischen Ursachen (der Tod eine geliebten Menschen, sexueller Missbrauch), möglichen Konflikten in der Kindheit und Veranlagung gelten als wahrscheinlich.

Ausbruch

Zwangsstörungen zählen zu den Angsstörungen, treten aber weniger häufig auf als andere Angststörungen wie zum Beispiel Phobien. Die Krankheit bricht meist in der Pubertät oder im frühen Erwachsenenalter aus – Männer und Frauen sind dabei gleich betroffen.

Es wird zwischen einem phasischen und einem chroischen Verlauf unterschieden. Beim phasischen Verlauf treten die Störungen in Schüben auf und können zeitweilig sogar ganz verschwinden – ein ständiges Auf und Ab. Beim chronischen Verlauf verändert sich die Symptomatik nicht, die Störung bleibt ständig aufrecht.

Symptome

Bricht eine Zwangsstörung aus, so kann man meistens zwei Symptome beobachten: Zwangsgedanken – immer wiederkehrende als sinnlos erkannte Denkinhalte, die in unterschiedlichen Formen erscheinen. Die Gedanken und Phantasien haben selten einen wirklichen Bezug zur aktuellen Lebenssituation – sie spiegeln oft Ängste wieder und sind von Scham und Schuldgefühlen begleitet. Beispiele sind: das Gefühl schmutzig zu sein oder sich beschmutzt zu haben (beim Händeschütteln, auf der Toilette) oder wichtige Handlungen vergessen zu haben.

Zwangshandlungen – sind gegen den Willen ausgeführte Handlungen, deren Nichtausführung zu massiver innerer Unruhe, Unwohlsein und Angst führt. Da die Betroffenen jedoch meistens wissen, dass ihre Handlungen unsinnig sind und diese den Alltag auch massiv beeinflussen, handelt es sich hier um einen Teufelskreis dem man nur schwer entrinnt. Man möchte nicht handeln, kann aber nicht anders da der innere Druck ins unermessliche steigt und wenn man handelt ist es nur eine kurzfristige Befriedigung.

Die Ausführung der Zwangshandlung ist nicht mit einem positiven Gefühl verbunden – viele Patienten verbinden die Handlung mit einem strikten Ritual das immer exakt nach demselben Muster ablaufen muss. Geschieht dies nicht d.h. kommt es zu einer Abweichung, so muss das gesamte Ritual wiederholt werden. Unter Zwangshandlungen versteht man zum Beispiel den Waschzwang, den Kontrollzwang (ständiges Überprüfen von Herdplatten, Kaffeemaschinen, Schlössern..), den Ordnungszwang (strikte Ordnung von Büchern oder Nahrungsmitteln) oder den Zählzwang (alle Dinge des Alltags werden gezählt).

Geteiltes Leid …

Die Angehörigen leiden oft direkt mit, da die Zwangshandlung bzw. der Gedanke auf sie übertragen wird. Oft versucht der Patient, dass Angehörige nach seinen Vorstellungen handeln oder stört diese direkt durch sein Verhalten. Teilweise haben Zwangshandlungen auch eine Funktion in der Beziehung – so kommen Aggressionen nicht so stark zum Vorschein oder Konflikte werden vermieden.

Behandlung

Zwangsstörungen waren bis vor geraumer Zeit noch relativ unbekannt, weswegen sich Menschen mit dieser Krankheit zusätzlich schämten und sehr alleine fühlten. Dies führte zu einer minimierten Diagnosewahrscheinlichkeit und einer erhöhten Selbstmordrate unter den Patienten. Wenn es zur Therapie kommt, wird eine Kombination von Psychotherapie und Antidepressiva angewandt. Verläuft die Therapie optimal, so kommt es zu einer Besserung der Störung – eine vollständige Heilung ist jedoch nur in den seltensten Fällen zu erwarten. Langfristige Stabilität bei den Patienten ist fast immer möglich, jedoch meistens mit einer lebenslangen Medikamenteneinnahme verbunden. Wichtig ist jedoch, dass Hilfe gesucht – und auch angenommen wird. Das man sich jemandem anvertraut und Zwänge nicht sein Leben bestimmen lässt.

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Quellen:

www.panikattacken.at
– www.zwaenge.at

[andreber]

Linktipps:

– Psychotherapeuten-Suche
– Angst – was ist das eigentlich?
– Ursachen der Winterdepression
– Postpartum Depression
– Pillen und der kleine Unterschied
– Hypnose als Therapie
– Klaustrophobie

Kave Atefie





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