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Wie sich Möbel auf Ihre Gesundheit auswirken können

Wie sich Möbel auf Ihre Gesundheit auswirken können

Wie sich Möbel auf Ihre Gesundheit auswirken können

Die Bedeutung von Möbeln in Bezug auf das Raumklima wird massiv unterschätzt. Dabei haben die verwendeten Materialien und Rohstoffe großen Einfluss auf die Gesundheit, weshalb es sich lohnt beim Kauf genauer auf die Produktinformationen zu achten. Schadstoffbelastungen in Möbelstücken sind nicht zu unterschätzen. Wir zeigen auf, wie sich die unsichtbare Bedrohung vermeiden lässt.



Leider sind viele Möbelstücke mit Schadstoffen belastet. Ein bekannter Vertreter unter den Wohngiften, der bis heute in diversen Produkten präsent ist, nennt sich Formaldehyd. Körperliche Auswirkungen wie Allergien, Abgeschlagenheit und Konzentrationsprobleme sind nicht selten die Folge von ungesundem Mobiliar. Naturmöbel, Ökomöbel und Biomöbel könnten gesunde Alternativen sein, aber sind sie wirklich besser?

Allergene & Schadstoffe belasten Raumklima

Viele Konsumenten ahnen nicht, in wie vielen Möbeln und Einrichtungsgegenständen Schadstoffe und Allergene lauern. Eine der bekanntesten unsichtbaren Bedrohungen ist unter dem chemischen Namen Methanal und der allgemeinen Bezeichnung Formaldehyd bekannt.

Dabei handelt es sich um einen leichtflüchtigen Stoff, der von der Weltgesundheitsorganisation WHO im Jahr 2004 bereits als krebserregend deklariert wurde. Gereizte Schleimhäute, Kopfschmerzen und Atembeschwerden bis hin zu Asthma und Allergien können von Formaldehyd ausgelöst werden. Das Risiko für Erkrankungen ist deshalb so hoch, weil das Gas in geschlossenen Räumen ausreichend Zeit hat auf den menschlichen Körper zu wirken. Zwar lässt sich die Schadstoffbelastung mit häufigem Lüften eindämmen, wirkungsvoller ist es aber Wohngifte von vorneherein zu vermeiden.

Auch Schädlingsbekämpfungsmittel können in Wohnungen vorkommen. Der Giftstoff Pyrethroide wird zum Beispiel eingesetzt, um textile Bodenbeläge vor Mottenbefall zu schützen. Das zentrale Nervensystem kann aber auch von Lösemitteln angegriffen werden, die in Lasuren und Farben für Möbel nachweisbar sind. Darüber hinaus stellte die deutsche Verbraucherorganisation Stiftung Warentest in einer Analyse von Hausstaubproben diverser Leser fest, dass der als Weichmacher bekannte Stoff Diethylhexylphthalatim im Hausstaub vertreten war. Dieses Wohngift wird von der Industrie dazu genutzt Kunststoffe nutzbar und biegsam zu machen. Aus Flammschutzmitteln dünsten zudem Polychlorierte Biphenyle aus, ein Schadstoff, welcher dem Immunsystem langfristig schadet.

Problem Formaldehyd

Giftiges Formaldehyd kommt insbesondere in Spanplatten aus Holz vor, da sie einen hohen Kleberanteil enthalten, welcher wiederum aus rund 25 Prozent Formaldehyd besteht. Der Kleber wird bei Spanplatten benötigt, um das Grundmaterial (holzhaltige Faserstoffe) zu Platten zu formen und zu verkleben. Formaldehydhaltige Kunstharze sind bei rund 90 Prozent der Werkstoffe verarbeitet. Weil das enthaltene Formaldehyd kontinuierlich ausgast, wird die Raumluft ständig mit dem Wohngift belastet.

Bis zu 20 Jahre könne formaldehydhaltige Möbel ausgasen. Ist ein Möbelstück als „furniert“ beschrieben, kommen dünne Holzblätter zum Einsatz, die auf ein Trägermaterial aufgeleimt werden. Spanplatten dienen oft als Trägermaterial. Handelt es sich nicht um hochwertige Produkte muss mit einer Formaldehyd-Belastung gerechnet werden. Aber auch in Teppichböden, Lacken und Farben ist der Giftstoff zu finden.

Schwerpunkt metallfreie Betten

Nicht nur Wohngifte wirken sich auf die Gesundheit aus. Elektrische Wechselfelder können beispielswiese schuld an Schlafstörungen und Nervosität sein. Aus diesem Grund erfreuen sich unter anderem metallfreie Betten zunehmender Beliebtheit. Der Grund findet sich in den elektrischen Wechselfeldern, von denen der Mensch in modernen Gebäuden umgeben ist. Sie entstehen durch Steckdosen, Netzanschlüsse, Verkabelungen und vieles mehr. Zwar fließt kein direkter Strom am Körper entlang, doch die Wechselfelder sind stets aktiv und wirken auf den Menschen.

Aufgrund der Tatsache, dass liegend im Bett kein Kontakt zur Erde besteht, kann der Körper die aufgenommenen, elektrischen Spannungen nicht abgeben. Die davon ausgelösten künstlichen Wirbelströme innerhalb des Körpers sind wissenschaftlich nachweisbar. Die Zellen werden gereizt. Betten ohne leitende Metalle ermöglichen es ein weiteres Spannungsfeld zu vermeiden und den Organismus in seiner Erholungsphase zu schonen.

Vorteile von Zirbenholz

Aufgrund der Tatsache, dass sich immer mehr Menschen mit dem Thema nachhaltig Bauen und gesund Wohnen beschäftigen, steigt die Nachfrage nach sinnvollen Alternativen. Die bessere Alternative zu billig verarbeiteten Möbeln aus Spanplatten oder ähnlichem sind Massivholzmöbel. Sie erleben in den letzten Jahren aufgrund ihrer positiven Eigenschaften einen markanten Aufschwung.

In Österreich sorgt in diesem Bereich das sogenannte Zirbenholz für Aufsehen. Es lässt sich wie viele andere heimische Hölzer zu diversen Möbelstöcken verarbeiten. Die Zirbe zählt zu den frostbeständigsten Bäumen der Alpen und kann Temperaturen bis zu -43°C aushalten. Laut wissenschaftlichen Studien der Human Research GmbH sowie von der Joanneum Research Forschungsgesellschaft mit Sitz in Graz bietet das Kieferngewächs besondere gesundheitsfördernde Eigenschaften. Im Vergleich zu Buche, Fichte und Co. begeistert die Zirbe mit folgenden Vorteilen:

  • hohe Konzentration an ätherischen Ölen: wirkt gegen Schlafstörungen, beugt Wetterfühligkeit vor
  • entspannende Wirkung
  • stabilisiert den Kreislauf
  • Herzschlagrate wird reduziert
  • Herzfrequenz wird reguliert
  • wirkt antibakteriell
  • Schlafqualität steigt
  • fördert das allgemeine Wohlbefinden
  • natürlicher Schutz gegen Kleidermotten

Auf der Internetpräsenz für Zirbenherz Regenerations-Systeme, einem Hersteller für Betten aus Zirbenholz, wird ergänzt: „Wissenschaftlich bewiesen, entlastet das Zirbenbett Ihr Herz im Schlaf – 3.500 Schläge pro Tag entsprechen einer Stunde Herzarbeit.“ Diese positiven Eigenschaften veranlassen viele Verbraucher dazu sich für Möbel aus Zirbenholz zu entscheiden. Zahlreiche Anbieter sind aufgrund innovativer Verbindungssysteme in der Lage Zirbenmöbel ohne Metalle anzubieten.

Naturmöbel, Ökomöbel, Biomöbel – mehr als ein Trend?

Naturmöbel

Der zunehmende Erfolg von Herstellern von umweltfreundlichen und wohngesundem Mobiliar verdeutlicht, dass die hohe Nachfrage nach Ökomöbeln und nachhaltig produzierten Produkten kein Trend ist. Vielmehr findet in der Gesellschaft ein dauerhaftes Umdenken statt. Der clevere Konsument hat erkannt, dass bei der Einrichtung nicht allein der Preis die Kaufentscheidung bestimmen darf.

Wer auf Billigware vertraut und darauf hofft dennoch in einem gesunden Zuhause leben zu können, wird in der Regel bitter enttäuscht. Wohngifte lauern an vielen Fronten und es lohnt sich angesichts der gesundheitlichen Risiken und der möglichen Langzeitfolgen nicht am falschen Ende zu sparen.

Siegel für Ökomöbel – Gesunde Produkte erkennen

Wie bei Lebensmitteln sind bei Möbeln Begriffe wie „Bio“ oder „Natur“ keine Garantie für wohngesunde Produkte. Massivholzmöbel und scheinbar ökologisches Interieur kann ebenfalls mit unerwünschten Stoffen belastet sein. Daher ist es elementar schadstoffgeprüfte Alternativen zu wählen. Schadstoffarme Möbel können mit Hilfe von Prüfsiegeln erkannt werden.

Während das Bundesumweltamt Verbrauchern den Möbelkauf mit dem „Der Blaue Engel“-Siegel erleichtert, ergänzt der Internationale Verein für zukunftsfähiges Bauen und Wohnen das Spektrum der Qualitätszeichen mit dem „natureplus“-Gütesiegel. Diese beiden Siegel kennzeichnen gesundheitsverträgliche und umweltgerechte Einrichtungsgegenstände.

Weitere Labels sind:

– ECO Institut (Tested Product)
– EMICODE®
– LGA-schadstoffgeprüft

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Quellen:

¹ Zirbenholzmöbel Hersteller ZIRBENHERZ® GMBH
² Holzarten | Arbeitsgemeinschaft der österreichischen Holzwirtschaft proHolz Austria

Linktipps:

– Ergonomie in der Küche
– Gesundes Wohnen (Teil 1): Wohlfühlen in den eigenen vier Wänden
– Pflanzen fürs Büro – bessere Raumluft durch Zimmerpflanzen
– Atmungsaktive Wände für ein gesundes Wohnklima!?