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Was tun gegen Hämorrhoiden?

Was tun gegen Hämorrhoiden?

Was tun gegen Hämorrhoiden?

Hämorrhoidalleiden sind eine weit verbreitete Erkrankung doch nach wie vor ein absolutes Tabuthema. Blut im Stuhl, heftiges Brennen und Jucken sind die häufigsten Krankheitsanzeichen. Hämorrhoiden sind ein Geflecht von Arterien und Venen gebildeter Schwellkörper ein wenig oberhalb der Schließmuskeln des Afters (Anus). Erst wenn sich Hämmorhoiden erweitern und nach unten sinken, kann es zu Beschwerden kommen – dann sprechen Mediziner von einem Hämorrhoidalleiden. Prof. Dr. Max Wunderlich beschäftigt sich schon seit geraumer Zeit mit diesem Volksleiden.




Hämorrhoiden und Hämorrhoidalleiden

Hämorrhoiden erfüllen bestimmet Funktionen im unteren Darmbereich, sie sind etwa gemeinsam mit dem Schließmuskel für die Abdichtung des Afters zuständig. Durch unterschiedliche Ursachen (Übergewicht, hauptsächlich sitzenden Tätigkeit, wenig Sport usw.) können sich Hämorrhoiden krankhaft verändern und Betroffenen unangenehme beschwerden bereiten. Wenngleich detaillierte Zahlen fehlen, gelten Hämorrhoidalleiden als ausgesprochen häufig – es wird vermutet, dass in den westlichen Industrienationen zumindest die Hälfte aller über 50-Jährigen bereits einmal ein Hämorrhoidalleiden hatte.

Was tun gegen Hämorrhoiden – Interview mit Prof. Dr. Max Wunderlich

 

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Univ.-Prof. Dr. Max Wunderlich, Leiter der Chirurgie im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Wien erklärt im Interview Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von Hämorrhoidalleiden.

Dr. Wunderlich: Jeder Mensch hat von Natur aus eine Hämorrhoidalzone, das ist eine Gefäßzone am Übergang vom Mastdarm in den Analkanal, also im Schließmuskelbereich unseres Kontinenzorganes. Das ist von Natur aus in dieser Weise angelegt. Wenn man von dort nichts spürt, kann man auch nicht sagen, dass jemand Hämorrhoiden hat, somit hat er schlicht nur Hämorrhoidalgefäße.

Anmerkung: Ganz entgegen der gängigen Meinung, gibt es jedoch keinen eindeutigen Zusammenhang mit bestimmten Auslösern.

Dr. Wunderlich: Im Volksmund verbreiten sich viele falsche Theorien, warum es zu Hämorrhoiden kommt. Dazu gehört auch die Assoziation mit dem Symptom der Verstopfung. „Wer verstopft ist muss zu stärker Stuhl pressen und dadurch entstehen Hämorrhoiden“. Das ist nicht war! Es gibt auch keinen Erbgang. „Der Großvater und die Großmutter haben es schon gehabt“. Nein! Das existiert alles nicht. Es gibt nur einen einzigen Zusammenhang zwischen der Entstehung von Hämorrhoiden und einer Vorbedingung, die aber keine Krankheit ist und das ist Schwangerschaft und Geburt.

Anmerkung: Die Diagnosestellung von Hämorrhoiden sollte immer durch einen erfahrenen Koloproktologen erfolgen.

Dr. Wunderlich: Die Diagnostik von Hämorrhoiden erfolgt den gleichen Diagnoseschritten wie jede Erkrankung. Dies beginnt mit der sogenannten Anamnese, also mit dem ärztlichen Gespräch. Das ist sehr wichtig, weil man den Patienten ja bei der Untersuchung nicht ins Gesicht sieht, dass man ihm vorher erklärt dass man nicht die Absicht hat ihm weh zu tun, dass es keine unangenehmen Überraschungen geben wird, dass man ihn ganz behutsam untersuchen wird. Das macht die Menschen auch lockerer. Dann wird zunächst die Analöffnung inspiziert.

Der nächste Schritt der Untersuchung ist die digitale Palpation, da wird mit dem handschuhbekleideten Zeigefinger der Analkanal und der unterste Teil des Mastdarms ausgetastet, dabei spürt man wie kräftig der Schließmuskel ist, sowohl in Ruhe als auch bei Kontraktion. Hier kann man Tumore tasten, wenn welche da sind. Hämorrhoiden kann man nicht tasten, das ist weiches Gewebe, das fühlt sich genauso an wie die umgebende Schleimhaut. Die nächsten Schritte sind Endoskopien.

Anmerkung: Hämorrhoidalleiden mit sporadischen Beschwerden sind unbedenklich und bedürfen keiner Behandlung. Sind die Symptome jedoch ausgeprägter, wird ein bedarfsgerechtes Therapiekonzept erstellt.

Dr. Wunderlich: Liegen lediglich vergrößerte Hämorrhoiden ohne Symptome vor, so werden diese nicht behandelt. Wenn jemand unter seinen Symptomen leidet und ich würde das mal beziffern mit mindestens einem Zeitraum von insgesamt drei Monaten innerhalb eines Jahres und Beschwerden hat die ihm so lästig sind, oder ihn so beeinträchtigen, dass die Lebensqualität schlecht ist, dann kann man an eine Behandlung denken.

Die muss aber überhaupt nicht gleich eine Operation sein, selbst bei großen Hämorrhoiden nicht, sondern man kann immer versuchen mit dem was die Patienten ohnedies selbst ausprobieren, Erfolge zu erzielen. Die Patienten gehen in die Apotheke, sie besorgen sich Zäpfchen und Salben, sie probieren eben alles durch. Wenn das nichts nützt kann man auch von Anfang an Präparate verschreiben, wie zB. Diosmin oder Flavonoide. Das sind ganz harmlose, natürliche Substanzen, die man schlucken kann. Diese wirken bei vielen Leuten Wunder.

Anmerkung: Durch einen vertrauensvollen Arzt-Patientenkontakt und geeigneter Therapiemaßnahmen kann den Betroffenen so der Leidensdruck genommen werden.

Behandlungsmöglichkeiten

Basis jeder Behandlung ist es, beim Patienten für einen weichen Stuhl zu sorgen, der ohne übermäßiges Pressen ausgeschieden werden kann. Dies kann mit einer Ernährungsumstellung und ausreichend Flüssigkeitszufuhr erreicht werden. Speziellen, gut verträgliche natürliche Mittel wie etwa Flohsamenschalen oder Weizenkleie können ebenso hilfreich sein und den Stuhl weicher und „geschmeidiger“ machen. Darüber hinaus bieten sich – je nach Grad des Leidens – folgende Therapiemöglichkeiten an:

  • Medikamentöse Therapie
  • Veröden von Hämorrhoiden
  • Operative Eingriffe

Linktipps:

– Hämorrhoiden | Krankheitslexikon
– Medikamente: Informationen über Arzneimittel als Kapseln, Pillen, Säfte
– Intimhygiene – Tipps & Tricks

Kave Atefie





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