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Was ist eine Hornhautverkrümmung?

Was ist eine Hornhautverkrümmung?

Was ist eine Hornhautverkrümmung?

Bei einer Hornhautverkrümmung (Astigmatismus bzw. Stabsichtigkeit) ist die Augen-Hornhaut oval oder zu stark gekrümmt wodurch es zu einem besonderen Brechungsfehler des Auges kommt, durch den das Bild unscharf erscheint. Betroffene sehen Objekte sowohl in der Nähe als auch in der Ferne unscharf. Eine Hornhautverkrümmung kann gemeinsam mit Kurz- und Weitsichtigkeit auftreten, sie ist meistens angeboren und ändert sich während des Lebens nur wenig. Die Korrektur dieser weit verbreiteten Fehlsichtigkeit, die meist nur zu einer unwesentlichen Sehbeeinträchtigung führt, erfolgt mittels Sehhilfen (Brillen oder Kontaktlinsen).




Anzeichen einer Hornhautverkrümmung

Verschwommenes oder verzerrtes Sehen von nahen und fernen Objekten könnte auf eine Hornhautverkrümmung schließen lassen. Anders als anders als bei Kurz- und Weitsichtigkeit ist nicht eine Verformung des Augapfels, sondern eine nicht gleichmäßig gewölbte Hornhaut für die Sehbeeinträchtigung verantwortlich. Dadurch können einfallende Lichtstrahlen nicht in einem Punkt auf der Netzhaut gebündelt werden wodurch runde Objekte stabförmig abgebildet bzw. wahrgenommen werden – daher auch die Bezeichnung Stabsichtigkeit. Die Unschärfe im visuellen Eindruck kann unterschiedlich ausfallen, anbei einige Beispiele:

Hornhautverkrümmung - Sehbild
Es werden zwei Formen der Hornhautverkrümmung unterschieden, der reguläre (Astigmatismus rectus) und der irreguläre Astigmatismus (Astigmatismus inversus).

Die Diagnose kann einfach mittels spezieller Hilfsgeräte vom Augenarzt gestellt werden. Bei normaler Hornhaut erscheinen die Kreise rund, bei einem regulären Astigmatismus oval und beim irregulären Astigmatismus unregelmäßig verzerrt.

Die Korrektur dieser Fehlsichtigkeit, die gemeinsam mit Kurz- und Weitsichtigkeit auftreten kann, erfolgt mittels Sehhilfe. Ist der Astigmatismus stark ausgeprägt, so wird aus medizinischer Sicht den Kontaktlinsen der Vorzug gegeben.

Wir haben mit OMR Dr. Helga Azem, Dr. Gabriela Seher und Dr. Peter Gorka über den Einsatz von Kontaktlinsen bei einer Hornhautverkrümmung gesprochen.

Hornhautverkrümmung – Interview mit OMR Dr. Helga Azem, Dr. Gabriela Seher und Dr. Peter Gorka

 

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Dr. Seher: Astigmatismus bedeutet zu deutsch Stabsichtigkeit oder Hornhautverkrümmung, dabei wird ein Lichtpunkt, der fixiert wird, als Strich wahrgenommen.

Anmerkung: Die Korrektur dieser Fehlsichtigkeit, die gemeinsam mit Kurz- und Weitsichtigkeit auftreten kann, erfolgt mittels Sehhilfe. Hier wird aus medizinischer Sicht, den Kontaktlinsen oft der Vorzug gegeben. Für die Anpassung solcher torischen Kontaktlinsen ist die fachmännische Vermessung der Hornhautkrümmung und Topographie ausschlaggebend. Um ein perfektes Sehen zu gewährleisten, müssen torische Kontaktlinsen in einer vordefinierten Position sitzen. Drehen sich die Kontaktlinsen zu stark, passt die Stärke und somit auch die Sehleistung nicht mehr. Das wird durch eine asymmetrische Gewichtsverteilung der Linse erreicht.

Dr. Gorka: Wir können die Linse einerseits unten dicker machen, sodass sie durch die Schwerkraft in die richtige Lage gedreht wird, oder an zwei Stellen dicker, sodass die Lidspannung sie zurecht drückt.

Anmerkung: Das neue Stabilisationsverfahren „ASD“, stabilisiert die Kontaktlinse unabhängig von der Schwerkraft und von Kopfbewegungen. Dies macht sich zum Beispiel beim Fernsehen, im seitlichen Liegen, oder beim Sport positiv bemerkbar. Kontaktlinsen zur Korrektur von Astigmatismus können formstabil oder weich sein.

Dr. Azem: Bei den weichen Kontaktlinsen gibt es zwei Ausführungen: Die individuell angepassten weichen Kontaktlinsen, die man maßgeschneidert machen kann, welche in der Regel ein Jahr getragen werden, oder das Tauschlinsensystem.

Anmerkung: Einige Weiche sind monatlich zu tauschen. Förderlicher für die Gesundheit der Augen sind die 14-TagesLinsen. Jedoch sind Eintageslinsen die gesündeste Variante.

Dr. Seher: Die Tragedauer der Kontaktlinsen ist ein sehr wichtiger Punkt und ist bei jedem Patienten individuell zu klären, da auch die Kontaktlinsenverträglichkeit individuell ist. Ganz wichtig ist, dass bei Monatslinsen, Wochenlinsen und Tageslinsen die Tragedauer nicht überzogen werden darf, weil die Kontaktlinsen verschmutzen und dadurch die Sauerstoffdurchlässigkeit sinkt und in weiterer Folge die Infektionsgefahr steigt und sämtliche weitere Nebenwirkungen auftreten können.

Anmerkung: All diese Kriterien sind die Basis für die richtige Auswahl und Anpassung der torischen Kontaktlinse. Einerseits soll sie optimale Sehqualität und Tragekomfort bieten, andererseits den individuellen Bedürfnissen des Fehlsichtigen gerecht werden.

Dr. Helga Azem ist Präsidentin der Österreichischen Ophtalmologischen Gesellschaft. Dr. Gabriela Seher ist Fachärztin für Augenheilkunde und Optometrie. Dr. Peter Gorka ist Facharzt für Augenkunde und Optometrie.

Linktipps:

– Kurzsichtigkeit (Myopia)
– Weitsichtigkeit (Hyperopia)
– Alterssichtigkeit (Presbyopie)
– Computer & Fernsehen – Belastungsprobe für die Augen

Kave Atefie





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