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Vorsorgeuntersuchung beim Mann

Vorsorgeuntersuchung beim Mann

Vorsorgeuntersuchung beim Mann

Die Vorsorge ist ein wesentliches Element zur Vorbeugung bösartiger Erkrankungen. Häufig treten erst relativ spät Symptome auf, die Chancen auf Heilung verringern sich dadurch massiv. Es gilt also der wohlbekannte Satz: „vorbeugen ist besser als heilen“. Leider gelten Männer nach wie vor als Vorsorgemuffel, die sinnvolle Untersuchungen lange aufschieben.



Statistisch gesehen leben Frauen durchschnittlich sechs Jahre länger als Männer. Verantwortlich für diesen Unterschied sind bei Männern hauptsächlich Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Unfälle, hoher Alkohol- und Nikotinkonsum sowie Selbstmorde. Außerdem eine höhere Risikobereitschaft, ein sorgloserer Umgang mit Körper und Psyche sowie ein nicht so ausgeprägtes Vorsorgebewusstsein wie es bei Frauen der Fall ist.

Zur Prävention der Krankheitsanfälligkeit mit zunehmenden Alter und Reduktion der Risikofaktoren ist die Vorsorgeuntersuchung ein Thema von erstzunehmender Wichtigkeit.

Vorsorge speziell in Bezug auf den Urogenitaltrakt beim Mann

Krankhafte Veränderungen im Bereich des unteren Harntraktes sowie generell Erkrankungen des Urogenitaltraktes nehmen im Alter zu und können bei verspäteter Behandlung nicht nur die Lebensqualität massiv beeinträchtigen, sondern unter Umständen sogar lebensbedrohlich werden.

Erkrankungen im Bereich des Harntraktes äußern sich beispielsweise in Beschwerden wie ständiger oder starker Harndrang (auch Nachts), unwillkürlicher Harnverlust, verstärktes Nachträufeln nach dem Harn lassen, vermehrte Blasenentzündungen mit Schmerzen.

Bei fast 90 % der Männer vergrößert sich zusätzlich ab dem 50. Lebensjahr die Prostata, 40 % leiden in Folge an den oben genannten Symptomen. Liegen bereits Symptome vor, ist der Gang zum Urologen schon längstens notwendig. Weder Scheu noch Scham sind nötig, der Urologe wird entsprechend auf den Patienten eingehen und auch die Untersuchung ist nicht so unangenehm, als das man sich eher einen Risiko aussetzt.

Gefahr Prostatakrebs

Das Risiko an einer bösartigen Erkrankung wie beispielsweise Prostatakrebs zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter deutlich an. Trat Prostatakrebs bereits in der Familie auf (positive Familienanamnese), ist das Erkrankungsrisiko etwa dreifach zur Normalbevölkerung erhöht.

Das Prostatakarzinom ist heute die häufigste bösartige Geschwulst des Mannes in Österreich und nur die Früherkennung bietet durch entsprechende Behandlung die Chance auf Heilung.

Männer über 45 Jahre sollten einmal jährlich eine entsprechend Vorsorgeuntersuchung beim Arzt in Anspruch nehmen. Der Arzt ermittelt per Tastbefund, ob eine Erkrankung der Prostata vorliegt. Diese rektale Untersuchung klingt zwar unangenehm, ist aber keinesfalls schmerzhaft und in fünf Minuten vorüber. Fünf Minuten, die eine die Lebensqualität einschränkende Erkrankung frühzeitig erkennbar und behandelbar machen. Zusätzlich werden im Rahmen dieser Untersuchung ein Harnbefund sowie ein Blutbefund erhoben.

Ein spezieller Tumormarker der Prostata (PSA) erhöht noch zusätzlich die Genauigkeit der Krebsvorsorge. Der sogenannte PSA-Test als Prostatavorsorgeuntersuchung ist allerdings nicht ganz unumstritten und nicht automatischer Bestandteil einer Vorsorgeuntersuchung beim Mann. Die Problematik in der Beurteilung der PSA-Konzentration ergibt sich aus der Tatsache, dass es keinen klaren unteren Grenzwert gibt, ab dem eine Veränderung der Prostata mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann.

Wo kann „Mann“ die Prostata Vorsorgeuntersuchung in Anspruch nehmen?

Durchgeführt kann die Prostata-Vorsorgeuntersuchung beim Urologen, aber auch bei praktischen Ärzten, oder in Ambulatorien der Kassenversicherungsträger werden. Führt die Untersuchung beispielsweise ein praktischer Arzt durch, erfolgt bei verdächtigem Tastbefund die Überweisung an den Urologen. Wichtig ist das offene Gespräch mit dem jeweiligen Arzt des Vertrauens.

Der Prostqata-Check beim Urorolgen wird für Männer ab 40 empfohlen. Bei der rektalen Tastuntersuchung wird die Konsistenz und Form der Prostata auf Veränderungen untersucht. Eine Schwellung kann auf einen Tumor hinweisen. Die Untersuchung ist vollkommen schmerzfrei.

„Vorsorge-Muffel“ Mann?

Nur etwa ein Drittel der Männer nimmt die Möglichkeit Vorsorgeuntersuchung in Anspruch. „Ursache dafür ist, dass Männer zögern über ihre Schmerzen und Beschwerden zu reden, und daher erst sehr oder zu spät zum Arzt gehen. Eine Vorsorgeuntersuchung kann früher helfen.“

Bestandteile der Vorsorgeuntersuchung

Die Vorsorgeuntersuchung ermöglicht einen Überblick über den Gesundheitszustand. Neben einer persönlichen Risikoanalyse, ist die Früherkennung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Arteriosklerose sowie Bluthochdruck ein wesentlicher Bestandteil. Auch Krebserkrankungen, mögliche Stoffwechselkrankheiten oder chronische Erkrankungen der Atmungsorgane, können durch die Vorsorgeuntersuchung früher erkannt und in Folge frühzeitig behandelt werden.

Am Ende dieses Gesundheitschecks stellt das Abschlussgespräch einen wesentlichen Bestandteil der ganzen Untersuchung dar, denn hier werden dem Patienten die Ergebnisse erläutert, mögliche Risikofaktoren analysiert und das allgemeine Befinden besprochen. Der Patient wird informiert, wie er gegebenenfalls Risikofaktoren vermindern und seinen Gesundheitszustand verbessern kann.

Fazit

Eine bewusste Lebensweise, die einerseits gesunde Essgewohnheiten und körperliche Bewegung beinhaltet sowie andererseits Risikofaktoren wie rauchen, Alkohol vermeidet, kann viel zu Gesundheit und Wohlbefinden beitragen.

Zusätzlich gibt die Möglichkeit der Vorsorgeuntersuchung Sicherheit, gesund zu sein oder mögliche Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und zu heilen. Besonders der Gang zum Urologen sollte aus falschem Schamgefühl nicht auf die lange Bank geschoben werden. Bei Problemen beim Harnlassen, abgeschwächten Harnstrahl und/oder Nachträufeln machen Sie sofort einen Termin für die Vorsorgeuntersuchung der Prostata beim Urologen aus.

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¹ Ablauf – Vorsorgeuntersuchung für Erwachsene (MA 15 Wien)
² Männergesundheit – Risiko Lebensstill (MEDIZIN populär)

Linktipps:

– Die Gesundenuntersuchung
– Prostatabeschwerden – noch immer ein Tabu-Thema
– Pflanzliche Heilmittel bei Blasenschwäche
– Impotenz – was ist das eigentlich?