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Trockene Augen – Symptome und Behandlung

Trockene Augen – Symptome und Behandlung

Trockene Augen - Symptome und Behandlung

Das trockene Auge, auch Sicca-Syndrom genannt, ist eine der häufigsten Beschwerden beim Auge. Der Begriff bedeutet, dass durch eine verminderte Produktion der Tränenflüssigkeit oder durch eine Fehlfunktion des Tränenfilms es zu einer Erkrankung der Augenoberfläche kommt. Trockene Augen entstehen, wenn die Tränenflüssigkeit die Horhaut und die Bindehaut nicht mehr ausreichend benetzt, Augenbrennen, Fremdkörpergefühl oder Jucken sind dann die häufigsten Anzeichen. Unbehandelt kann es zu bleibenden Schäden an der Netzhaut führen.



Umweltbelastungen durch verrauchte Luft, trockene Luft (Heizung, Klimaanlage) oder stark ozonhältige Luft (Kopierer), sowie lange Bildschirmarbeit sind die Hauptursachen für trockene Augen. Alle genannten Faktoren führen zu einer verminderten Lidschlagfrequenz, wodurch der Tränenfilm und dadurch das Auge nicht mehr komplett benetzt wird. Das erklärt auch den verblüffenden Umstand der häufig stark tränenden Augen beim Sicca Syndrom. Das Tränen der Augen entsteht nämlich durch den Zusammenbruch des Tränenfilms, der darauffolgend eine überschießende Tränenproduktion zur Folge hat.


Interview mit OMR Dr. Helga Azem und Univ. Prof. Dr. Leopold Schmetterer

Im Interview mit OMR Dr. Helga Azem (Präsidentin der Österreichischen Ophtalmologischen Gesellschaft) und Univ. Prof. Dr. Leopold Schmetterer von der Medizinischen Universität Wien sprechen wir über Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten bei einer der häufigsten Augenerkrankungen in unseren Breiten. Das Interview wurde von unserem Medienpartner vielgesundheit.at geführt.

Dr. Azem: Beim Krankheitsbild des trockenen Auges handelt es sich meistens nicht um zu wenig Tränenflüssigkeit, sondern eher um eine gestörte Zusammensetzung des Tränenfilms, dadurch kommt es zu einer Benetzungsstörung der Augenoberfläche, der Hornhaut und der Bindehaut und daraus resultiert dann das Missempfinden, das der Patient verspürt. Als Ursachen für diese gestörte Zusammensetzung des Tränenfilms sind viele zu nennen. Das eine sind allgemein Erkrankungen, dann können es natürlich verschiedene Medikamente sein, dann kommen natürlich die Umweltfaktoren wie Stressfaktoren und Stresshormone hinzu, aber auch trockenes Raumklima wie es in großen Büros und am Bildschirm vorliegt. Bei Bildschirmarbeit kommt noch dazu, dass der Mensch weniger blinzelt und dadurch der Tränenfilm nicht regelmäßig erneuert wird.

Anmerkung: Unbehandelt kann es zu Schäden der Hornhaut und zur Sehbeeinträchtigung kommen, weshalb bei spezifischen Beschwerden unbedingt ein Augenarzt aufzusuchen ist.

Dr. Azem: Bei den Symptomen des trockenen Auges, wir sprechen hier auch von Sicca-Syndrom, ist unbedingt unerlässlich, dass das Auge genauestens untersucht wird. Bei der Untersuchung an der Spaltlampe, einem Biomikroskop, wird begutachtet wie stabil der Tränenfilm ist, aber auch ob es bereits irgendwelche Abtrocknungszeichen, Schäden an der Hornhautoberfläche oder Veränderungen an der Bindehaut gibt.

Anmerkung: Je nach Schweregrad gibt es unterschiedliche Therapieoptionen.

Dr. Azem: Die Therapie erster Wahl bei einer Benetzungsstörung ist sicher die Benetzung zu fördern, das heißt es werden künstliche Tränenersatzmittel verwendet. Sehr häufig müssen sie aber auch mit entzündungshemmenden Wirkstoffen kombiniert werden um die Begleitentzündung auch zu versorgen.

Anmerkung: Konservierungsstoffe in Tränenersatzmitteln können das Auge jedoch auf Dauer schädigen, weshalb sie vermieden werden sollten.

Dr. Schmetterer: In den meisten Augentropfen sind Konservierungsmittel drinnen, weil wenn sie diese Packung aufbrechen und über längere Zeit verwenden besteht die Gefahr, dass sie mit Bakterien oder Pilzen verunreinigt wird und die Tropfen nicht mehr verwendet werden können. Deshalb ist es so, dass Konservierungsmittel beigemengt werden. Diese haben natürlich eine antimikrobielle Aktivität und sind daher für Zellen schädlich. Das am häufigsten verwendete Konservierungsmittel ist Benzalkoniumchlorid und dabei ist es auch so dass es für die Zellen der Augenoberfläche schädlich ist.

Anmerkung: Ohne Konservierungsmittel, dafür mit einem patentierten Verschlusssystem ausgestattet, kommt die natürliche Substanz Trehalose aus.

Dr. Schmetterer: Dies ist ein Doppelzucker, kommt in Pflanzen vor und wird von diesen als Stressfaktor ausgeschüttet. Trehalose wird dann ausgeschüttet wenn sich die Pflanzen im trockenen Milieu befinden, also zum Beispiel wenn sie nicht gegossen werden. So ähnlich funktioniert das auch an der Hornhaut. Wenn sie es eintropfen überleben Hornhautzellen auch länger im Trockenen.

Anmerkung: Der Verschluss verhindert, dass Bakterien in die Lösung eindringen können. Gleichzeitig unterstütz die einfache Handhabung der Flasche die Therapietreue des Patienten.

Dr. Schmetterer: Dieses System ist ein Multi-Dosis System für konservierungsmittelfreie Augentropfen. Normalerweise werden solche Tropfen in Einmal-Behältern abgefüllt. Mit dem patentieren System ist es so, dadurch dass hier eine Membran verwendet wird, können sie das als Multi-Dosis-Fläschchen bis zu zwei Monaten verwenden.

Anmerkung: Tränenersatzmittel ohne Konservierungsstoffe können auch von Kontaktlinsenträgern mit trockenen Augen angewendet werden. Entscheidend für den Therapieerfolg ist bei allen Patienten die regelmäßige Einnahme der Tropfen.

Linktipps:

– vielgesundheit.at – Trockenes Auge (Video)
– Trockenes Auge – Tipps & Tricks
– Ergonomie am Bildschirm-Arbeitsplatz
– Konservierungsmittel in Augentropfen: Allergien möglich
– Online-Sehtest

Kave Atefie





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