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Geschlechtskrankheiten: Tripper (Gonorrhoe)

Geschlechtskrankheiten: Tripper (Gonorrhoe)

Geschlechtskrankheiten: Tripper (Gonorrhoe)

Die Gonorrhoe, umgangssprachlich auch als Tripper bezeichnet, ist eine sexuell übertragbare Krankheit. Sie befällt die Schleimhaut des Urogenitaltraktes und kann sich auf die Prostata, die Nebenhoden, den Gebärmutterhals, die Gebärmutter, den Eileiter, das Bauchfell und die Augenbindehaut ausdehnen.



Die Gonorrhoe ist eine der häufigsten Geschlechtskrankheiten überhaupt. Laut WHO treten jährlich weltweit schätzungsweise 60 Millionen Neuerkrankungen auf. Der Erreger ist ein Bakterium namens Neisseria gonorrhoeae (zählt zu den Gonokokken). Dieses Bakterium ist äußerst empfindlich gegen Kälte und Austrocknung, so dass eine Infektion praktisch nur über die Schleimhäute beim Geschlechtsverkehr möglich ist.

Übertragung

Das Bakterium wird bei allen Arten des Geschlechtsverkehrs übertragen, d. h. sowohl vaginaler als auch oraler oder rektaler/analer Sex können die Erkrankung übertragen. Der beste Schutz vor einer Tripper-Infektion ist daher safer sex – verwenden Sie ein Kondom!

Symptome & Behandlung

Es kommt zunächst zu einem Befall des gesamten Genitalbereichs. Bis zum Ausbruch der Erkrankung dauert es meist zwei bis zehn Tage. Beim Mann treten eitrige Absonderungen aus der Harnröhre, verbunden mit Brennen beim Wasserlassen auf. Bei der Frau kann es zu eitrigem Ausfluss aus dem Vaginalbereich und ebenfalls Brennen beim Wasserlassen kommen. Die Infektion kann sich bei entsprechenden Sexualpraktiken auch an anderen Körperstellen zeigen. Durch Kontakt- oder Schmierinfektion kann es zu einem Befall des Rachenraumes, der Bindehaut des Auges oder des Afters kommen (sogenannte extragenitale Infektion).

Aus dem Harnröhrensekret oder dem Sekret des Gebärmutterhalses kann ein Abstrich entnommen und der Erreger mikroskopisch oder in der Kultur nachgewiesen werden. Ein Scheidenabstrich bei der Frau ist nicht sinnvoll, da bei erwachsenen Frauen ein Befall der Scheide durch Gonokokken selten ist.

Während bis vor wenigen Jahren Penicillin als Behandlung ausreichend war, wird heute aufgrund der zunehmenden Resistenzentwicklung der Gonokokken die Gabe anderer Antibiotika (z. B. Cephalosporine) empfohlen.

Bis zur Einführung der Antibiotikatherapie war die Gonorrhoe besonders in Zeiten schlechter sozialer und hygienischer Umstände eine der häufigsten Infektionskrankheiten und durch ihre Komplikationen (z. B. Unfruchtbarkeit) sehr gefürchtet.

Mittel der Wahl sind heute Antibiotika aus der Gruppe der sogenannten Cephalosporine. Alternativ werden auch sogenannte Gyrasehemmer oder Spectinomycin eingesetzt. Die einmalige, hochdosierte Gabe ist in der Regel ausreichend. Um hohe Serum-Konzentrationen zu erreichen, geschieht dies häufig durch eine Injektion in den Muskel, manchmal auch durch orale Gabe als Tabletten oder Saft. Da die Gonorrhoe häufig von einer allgemeinen Chlamydien-Infektion begleitet wird, werden zu deren Bekämpfung manchmal noch eine Woche lang zusätzlich andere Antibiotka, sogenannte orale Tetracycline gegeben.

Wird eine Gonorrhoe rechtzeitig behandelt, müssen Sie keine Spätfolgen befürchten. Eine unbehandelte Infektion kann sich allerdings ausbreiten und bei Frauen sowie Männern zu Entzündungen des Unterleibs führen. Sterilität ist dann eine mögliche Folge. Wichtig ist auch die Behandlung des Sexualpartners, da es sonst zu einer immer wiederkehrenden wechselseitigen Ansteckung kommen kann (Ping-Pong-Effekt).

Linktipps:

– Chlamydien-Infektion: Diagnose & Behandlung
– Infektionsrisiko bei Oralsex – AIDS, Hepatitis, HPV?
– Wie man ein Kondom richtig benutzt
– Was sind Antibiotika?