1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (7 Bewertungen, Durchschnitt: 3,29 Sterne von 5)
So haben Sie gut lachen: Tipps für die richtige Zahnpflege

So haben Sie gut lachen: Tipps für die richtige Zahnpflege

Tipps für die richtige Zahnpflege

Sie sind jeden Tag im Einsatz, vom Aufstehen bis zum Schlafengehen – oder zumindest vom Frühstück bis zum Abendessen. Dazwischen müssen unsere Zähne einiges mitmachen; vor allem Süßes und Saures macht den Beißern zu schaffen. Trotzdem ist es nicht schwer, seine Zähne gesund zu halten – es kommt nur auf die regelmäßige und richtige Zahnpflege an.



Wie man seine Zähne richtig pflegt, das ist kein großes Geheimnis. Auch der Aufwand hält sich in Grenzen. Im Großen und Ganzen kommt es auf drei Komponenten an: eine passende Zahnbürste, fluoridierte Zahnpasta und Zahnseide. Bei richtiger Anwendung lassen sich die Zähne so gut in Schuss halten – und Sie verlieren garantiert nicht an Biss.


Bevor’s ans Putzen geht: die richtige Zahnbürste

Idealerweise ist der Kopf der Zahnbürste beim erwachsenen Menschen zwischen 2 und 2,5 Zentimeter groß, so können problemlos alle Zahnflächen im Mund erreicht werden. In der Breite sollten sich die Borsten auf maximal drei bis vier Reihen verteilen. Die Borsten sollten jedenfalls aus Kunststoff bestehen – aus hygienischen Gründen: Naturborsten haben einen Hohlraum, weshalb sie als unhygienisch gelten; außerdem sind sie oft scharfkantig.

Experte DDr. Erwin Jonke von der Zahnklinik Jonke empfiehlt sogenannte Multituftbürsten, also Bürsten mit vielen Borstenbüscheln. Diese sollten eng nebeneinander liegen und ein ebenes Feld ergeben. „In der Regel empfehlen wir mittelharte Zahnbürsten, bei freiliegenden Zahnhälsen sollte aber auf eine weiche Bürste ausgewichen werden“, erklärt Jonke. Harte Borsten können ab und zu verwendet werden, um hartnäckige Beläge zu entfernen; für die tägliche Zahnpflege eignen sie sich aber nicht. Biegen sich die ersten Borsten zur Seite, sollte die Bürste gewechselt werden. Auch nach einer Krankheit wie Grippe oder einer schweren Verkühlung empfiehlt sich ein Wechsel.


Guter Stoff: die richtige Zahnpasta

Welche Marke und welcher Geschmack – das sind Fragen der persönlichen Präferenz. Wichtig ist lediglich, dass die Zahnpasta Fluorid enthält. Neben gesunder Ernährung und sorgsamer Zahnpflege hat sich Fluorid nämlich als äußerst wirksames Mittel gegen Kariesbildung herausgestellt. Ein weiteres wichtiges Kriterium bei der Wahl der Zahnpasta ist außerdem ihre Abrasivität (Schmirgelwirkung).

„Werden Zahnpasten mit zu großer Abrasivität genutzt, kann es sein, dass neben Nahrungsresten und Zahnbelag auch gesunde Zahnsubstanz abgerieben wird“, klärt Jonke auf. „Im Normalfall sollte deshalb eine Zahnpasta mit mittlerer Abrasivität verwendet werden. Ein Produkt mit höherer Schmirgelwirkung empfiehlt sich nur für Menschen mit sehr starken Zahnbelägen.“ Liegen Zahnhälse frei, sollte zu einer Zahnpasta mit geringer Abrasivität gegriffen werden. Solche Zahncremes tragen oft die Bezeichnung „Sensitive“.


Die Technik macht’s: das richtige Putzen

Generell gilt: Gereinigt werden müssen alle Zahnflächen, das heißt Vorderseite, Rückseite, Kauflächen und auch Zahnzwischenräume. Laut DDr. Jonke sollte man vor allem bei Zahnfleischrand und den hinteren Zähnen besonders aufmerksam sein, denn dort sammelt sich besonders viel Plaque an. „Aus Erfahrung wissen wir außerdem, dass die Innenseiten gerne vergessen werden und dafür außen zu viel geputzt wird.“

Während man beim festen Hin- und Herschrubben Gefahr läuft, die Zahnhälse zu beschädigen, hat sich die Vibrationstechnik bewährt. Dabei setzt man die Bürste am Zahnfleischsaum im 45-Grad-Winkel auf, die Borsten sollen dabei in den Zahnzwischenraum eindringen. Mit kleinen Vibrationsbewegungen sollen dann die Zähne geputzt werden, die Borstenbüschel dürfen dabei die Zwischenräume nicht verlassen. So wird der Zahnbelag aufgelockert und man putzt maximal zwei Zähne gleichzeitig. Im nächsten Schritt sollten die gelösten Beläge von rot nach weiß weggewischt werden bevor man zu den nächsten beiden Zähnen vorrückt.

Der Druck sollte dabei nicht zu stark ausfallen, denn das erhöht nicht unbedingt den Reinigungsgrad, sondern nur die Gefahr für Verletzungen. „Wer sich nicht sicher ist, wie fest er putzen sollte, kann mithilfe einer Waage einen Test durchführen: 150 bis 200 Gramm entsprechen dem passenden Druck beim Zähneputzen“, so DDr. Jonke. Geputzt werden sollte zwei bis drei Mal am Tag mindestens zwei Minuten lang. Wichtig sei es, auf jeden Fall vor dem Schlafengehen die Zähne zu reinigen.

Nach dem Genuss von säurehaltigen Getränken und Speisen wie etwa Wein oder Salat mit saurem Dressing sollten die Zähne nicht sofort geputzt werden, weil sonst die obersten Zahnschichten abgenutzt werden könnten.


Besser gründlich: Zahnzwischenräume richtig reinigen

Während Zahnbürsten die Innen- und Außenflächen der Zähne sehr gut erreichen, scheitern sie oftmals an den Zahnzwischenräumen. Bis zu 30 Prozent der Flächen, die eigentlich regelmäßig geputzt werden sollten, bleiben so ungereinigt. Zahnbeläge können sich dort also besonders leicht festsetzen, das führt zu Gingivitis (Zahnfleischentzündung) und Kariesbildung. Um auch die Zahnzwischenräume entsprechend zu reinigen, sollte einmal täglich, am besten abends, Zahnseide verwendet werden. Bei besonders großen Zahnzwischenräumen stellt auch die Reinigung mit einer Interdentalbürste, also einer speziellen Bürste für die Zahnzwischenräume, eine gute Alternative dar.


Die Königsdisziplin: die richtige Pflege der festen Zahnspange

„Wer eine festsitzende Zahnspange, also Brackets trägt, muss auf gründliche Zahnreinigung besonders achten“, betont Jonke. „Durch die Spange können sich Essensreste leichter festsetzen – sie lassen sich nur durch sorgfältige Putzen entfernen.“

Zu Beginn jeder Zahn- und Zahnspangenreinigung sollte der Mund mit Wasser gespült werden, um grobe Essensreste zu entfernen. Mit einer Zahnbürste mittlerer Härte können die Zähne dann wie gewohnt geputzt werden. Dabei sollte man darauf achten, jeden Zahn einzeln gründlich zu reinigen. Die Zahnbürste sollte dafür leicht schräg zwischen die Drähte geführt werden, um dann den Bereich zwischen Bracket und Zahnfleisch zu putzen. Aber auch die Kau- und Innenflächen müssen gereinigt werden.

Anschließend muss auch die Zahnspange gereinigt werden, hierfür gibt es eigene Ortho-Bürsten. Diese Bürsten bestehen aus unterschiedlich langen Borsten, die an einem Drahtgestell befestigt sind. Die Borsten werden zwischen den Drähten eingeführt, dann wird am Bracket entlang gebürstet. So werden auch die Bereiche rund um und unter der festsitzenden Zahnspange ordentlich gereinigt. Zum Abschluss sollten außerdem mithilfe von Zahnseide oder Munddusche auch die Zahnzwischenräume geputzt werden. So lassen sich auch mit Zahnspange Mund und Zähne gesund und rein halten.

———

Quellen:

¹ Zahnklinik Jonke für Zahnreinigung und Zahnspangen
² gesundheit.gv.at – die richtige Zahnputztechnik
³ springermedizin.at – Reinigung von Implantaten

Linktipps:

– Wie gesund sind Ihre Zähne? | Online-Test
– Professionelle Zahnreinigung: Vorbeugen statt sanieren
– Bleaching: Zahnbleichmittel können Nebenwirkungen haben
– Angst vor dem Zahnarzt – Tipps gegen Zahnbehandlungsphobie

Kave Atefie





SEO-Consultant und Gründer des unabhängigen österreichischen Gesundheitsportals gesund.co.at, das seit Jahren zu einem der beliebtesten Themenportale im deutschen Sprachraum zählt. Der Anspruch auch komplexe Themen leicht verständlich für interessierte Laien aufzubereiten wurde zum Markenzeichen des Portals.