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Tipps für eine bessere Work-Life-Balance

Tipps für eine bessere Work-Life-Balance

Tipps für eine bessere Work-Life-Balance

Ein stressiger Job, von dem man auch nach Feierabend nicht abschalten kann, kleine Kinder in der Trotzphase oder große Kinder in der Pubertät, pflegebedürftige Eltern, Finanzierungsprobleme mit dem Haus, Streit mit dem Partner und so gut wie keine Zeit für sich selbst – so oder so ähnlich erleben viele Menschen ihren Alltag. Kein Wunder, dass die Ausgeglichenheit da auf der Strecke bleibt. Doch welche Möglichkeiten gibt es, auch in einen noch so hektischen Alltag etwas Ruhe und Ausgeglichenheit zu bringen?



Work-Life-Balance, also der Zustand, in dem Arbeits- und Privatleben miteinander in Einklang stehen ist immer gekoppelt an die individuelle Situation. Was für einen zur Belastung wird, ist beim anderen optimal und ausgewogen. Fest steht: Beruf und Privatleben miteinander in Einklang zu bringen, ist heutzutage eine echte Herausforderung. Der Tag hat nur 24 Stunden und daran gibt es nichts zu rütteln. Manchmal bedarf es nur einiger kleiner Änderungen, um die Zeit, die uns gegeben ist, sinnvoller zu nutzen.

Faktoren, die das Wohlbefinden im Alltag maßgeblich beeinflussen

Bevor wir uns den Tipps für mehr Ausgeglichenheit im Alltag zuwenden, sollen in einer kleinen Übersicht diejenigen Faktoren beleuchtet werden, die das Wohlbefinden im täglichen Leben am meisten beeinflussen:

Stress und Druck im Job

Für viele Menschen gehört es fast schon zum guten Ton, gestresst zu sein und ständig unter Zeitdruck zu stehen. Wer gestresst ist, hat schließlich was zu tun und ist ein wichtiges und unverzichtbares Mitglied der produktiven Leistungsgesellschaft. Doch leider führt anhaltender Stress dauerhaft häufig zu Folgeerkrankungen, wie einem gestörten Stoffwechsel, hoher Infektanfälligkeit und psychischen Leiden und kann schließlich im Burn-out münden.

Mangelnde Bewegung

Aus dem Bett ins Auto, aus dem Auto an den Schreibtisch und vom Schreibtisch wieder ins Auto, um danach auf dem Sofa zu liegen. So ähnlich sieht der Alltag vieler Arbeitnehmer aus. Am Wochenende stehen dann bereits die nächsten Verpflichtungen an und Zeit für Sport oder ausreichende Bewegung bleibt kaum. Dies begünstigt Fettleibigkeit und Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems genauso, wie psychische Unausgeglichenheit.

Ungesunde Ernährungsweise

Ungesunde Ernährung

Ähnlich sieht es mit der Ernährung aus. Schnell muss es gehen, dies ist das Credo vieler Österreicher. In der Mittagspause geht’s zur nächsten Pizzeria und am Abend wird häufig auch nicht mehr selbst gekocht. Statt Gemüse und Obst landen leider allzu oft Fastfood und zuckerhaltige Speisen auf dem Teller. Auf diese Weise wird dem Körper jedoch eine Vielzahl an essentiellen Vitaminen und Mineralstoffen vorenthalten und die Gesundheit und das Wohlbefinden leiden darunter.

Schlechte Schlafqualität

Die Qualität des Schlafes beeinflusst das Wohlbefinden und die körperliche und psychische Gesundheit in großem Maße. Wer zu wenig oder schlecht schläft, ist unausgeglichen, gereizt und unkonzentriert. Wer unter chronischen Schlafstörungen leidet, kann Folgeerkrankungen, wie Herzkreislauf-Beschwerden oder auch Depressionen entwickeln.

Work-Life-Balance: praktische Tipps für mehr Ausgeglichenheit, trotz stressigem Alltag

Seminare, Coachings, Workshops – mittlerweile lebt bereits eine ganze Branche von Work-Life-Balance, also Tipps zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Auch wenn in manchen Fällen professionelle Hilfe tatsächlich sinnvoll und notwendig sein kann, so lassen sich viele Problem oftmals schon durch ganz einfache Verhaltensregeln beheben. Wir haben die wichtigsten davon zusammengefasst:

  • Aufgaben delegieren und sich Hilfe holen

Gerade die Phase der Mittdreißiger und –vierziger ist für viele Menschen die stressigste im Leben. In dieser Zeit wachsen die Kinder auf, die Karriere fordert die volle Aufmerksamkeit und oft muss sich zusätzlich noch um die Eltern und/oder Schwiegereltern gekümmert werden, die im Alter pflegebedürftig sind. Wer dann nebenbei noch ein Haus baut und Konflikte mit dem Partner hat, sieht sich schnell an den Grenzen der eigenen Belastbarkeit angekommen. Deshalb ist essentiell, Aufgaben zu delegieren. Sei es nun, dass im Job einiges an die neue Praktikantin übergeben, für die Eltern eine Pflegekraft gesucht oder eine Haushaltshilfe eingestellt wird.

Nicht alles kann allein gestemmt werden und es ist völlig ok, sich Hilfe zu suchen oder auch angebotene Hilfe aus dem Umfeld anzunehmen. Vielleicht kann sich ja mit der Nachbarin abgesprochen und eine Fahrgemeinschaft gebildet werden, sodass die Kinder nur noch jede zweite Woche selbst zum Fußballtraining gefahren werden müssen. Möglicherweise hilft der nette Rentner von nebenan gerne bei der Gartenarbeit, wenn er dafür eine Parzelle des Gemüsegartens bewirtschaften darf. Dies sind natürlich nur Beispiele, die aber verdeutlichen sollen, dass man nicht allein auf der Welt ist und auch keine Angst davor haben sollte, andere um Unterstützung zu bitten. Denn nur so hat man genügend Energie für die wirklich wichtigen Dinge im Leben.¹

  • Rituale pflegen und auch mal an sich selbst denken

Rituale pflegen

Kommen wir nun zu diesen wirklich wichtigen Dingen im Leben. Gemeint ist damit natürlich Zeit für Familie, Freunde und auch sich selbst. Viele Menschen haben das Gefühl, bei all der Hektik und dem Stress, ziehe ihr eigentliches Leben wie ein Film an ihnen vorbei. Woran wird sich der Einzelne im hohen Alter wohl am liebsten erinnern? An die viele Zeit und die Nerven, die ihn der Job gekostet hat oder an die gemeinsamen Familienabend, die Feiern, das Kuscheln mit den Kindern und die abwechslungsreichen Ferien? Damit diese Zeit im Alltag nicht zu kurz kommt und auch intensiv erlebt werden kann, ist es wichtig, sich feste Rituale zu schaffen und sich auch an diese zu halten.

Denn Rituale bringen Sicherheit, Zugehörigkeit und Stabilität in den Alltag. Wer zum Beispiel festlegt, dass die ganze Familie am Abend zum Essen zusammenkommt und sowohl die Eltern als auch der Nachwuchs am Tisch Smartphone-Verbot haben, kann die gemeinsamen Tischgespräche viel aufmerksamer erleben. Auch Rituale für gemeinsame Zweisamkeit mit dem Partner sollten gepflegt werden und wenn es nur ein gemeinsames Essen im Restaurant alle zwei Wochen ist, bei welchem sich ungestört ausgetauscht werden kann. Gleiches gilt auch für Freundschaften. Nur allzu oft werden diese vernachlässigt, sobald Job und Familie einen Großteil der Zeit beanspruchen. Natürlich haben nur die wenigsten Menschen Zeit, sich jeden Abend mit den Freunden zu verabreden. Dies muss auch gar nicht sein. Doch gerade alte Freunde die sich schon ewig kennen, sollten sich vornehmen, mindestens einmal im Monat oder, wenn es nicht anders geht, auch nur einmal im Quartal zusammenzukommen.

So kann sich zum gemeinsamen Stammtisch verabredet werden oder es wird abwechselnd bei jedem zu Hause einmal gekocht und gemeinsam gegessen. Freundschaften sind ein sehr wichtiger Ausgleich zum Stress und den Verpflichtungen des Alltags und dürfen nicht vernachlässigt werden. Denn nur, wer zwischendurch auch mal Spaß hat und ausgiebig lachen kann, tankt wieder Kraft für die nächsten Herausforderungen des Alltags. Dazu gehört, auch mal „egoistisch“ zu sein und etwas rein Eigennütziges zu tun. Ein Familienvater oder eine Mutter, die nie Zeit haben, um allein zu sein und sich selbst etwas Gutes zu tun, haben irgendwann auch keine Kraft mehr, sich um andere zu kümmern.

  • Guter Schlaf

Guter Schlaf ist enorm wichtig für das Wohlbefinden. Da der Tag jedoch nur 24 Stunden hat und die Eltern nachdem der Nachwuchs im Bett ist, auch noch ein wenig ihren Feierabend genießen wollen, fällt es den meisten Menschen schwer, regelmäßig eine oder sogar zwei Stunden früher zu Bett zu gehen. Was viele jedoch nicht wissen, ist, dass es gar nicht mal auf die Dauer des Schlafes, sondern viel mehr auf seine Qualität, also die Dauer der Tiefschlafphasen ankommt.

Die Erholungsphase des Körpers leidet darunter, wenn die Tiefschlafphasen zu häufig unterbrochen werden. Für erholsamen Schlaf kommt es in erster Linie auf die passende Matratze an. So haben Untersuchungen ergeben, dass eine Wassermatratze die Schlafqualität erhöhen kann, auch, wenn de facto nicht länger geschlafen wird. Hier muss natürlich jeder selbst herausfinden, was für ihn am angenehmsten ist. Manche Menschen fühlen sich auf einer Gel-Matratze am wohlsten, andere schwören auf Federkern oder Kaltschaum.²

Dies hängt auch immer vom jeweiligen Gewicht der Person und anderen Faktoren, wie Schwitzen in der Nacht oder auch möglichen Allergien ab. Wer vor allem mit dem Einschlafen Probleme hat, kann sich auch hierfür bestimmte Rituale überlegen. Ein beruhigender Kräutertee oder ein entspannter Spaziergang am Abend können bereits Wunder wirken.

  • Sport als Stresskiller

Sport zur Entspannung

Stress ist grundsätzlich erstmal etwas Positives, hilft er uns doch, unseren Organismus auf Extremleistungen einzustellen. In der frühen Menschheitsgeschichte, als die ersten Homo Sapiens auf einen Säbelzahntiger trafen, hieß es entweder kämpfen oder flüchten. Für beide Reaktionen war die Ausschüttung von Stresshormon enorm wichtig, stellte sie doch sicher, dass dem Körper genügend Energiereserven bereitgestellt werden, um eine dieser beiden Herausforderungen zu meistern.

Heutige Säbelzahntiger sind unter anderem der eigene Chef oder der Zeitdruck, die einem im Nacken sitzen. Im Gegensatz zu unseren steinzeitlichen Vorfahren, bauen wir den Stress jedoch nur noch selten ab. So kommt es, dass sich der Einzelne in einem Zustand des Dauerstresses befindet, der auf lange Sicht krank machen kann. Dieser angestaute Stress braucht ein Ventil und Sport ist dafür optimal geeignet. Bereits 150 Minuten moderates körperliches Training verteilt auf zwei bis drei Tage in der Woche, bewirkt eine Menge. Wer auch sonst im Alltag auf ausreichend Bewegung achtet, etwa mit dem Rad zur Arbeit fährt, die Treppe statt des Fahrstuhls wählt und in der Mittagspause einen kleinen Spaziergang um den Block macht, tut seinem Körper und seinem Geist etwas Gutes und steigert so dauerhaft sein Wohlbefinden.

  • Mit gesunder Ernährung zu einem besseren Allgemeinbefinden

Die meisten Menschen ernähren sich vor allem während der Arbeitszeit recht ungesund. Zugegeben, dieser Punkt fällt besonders schwer, denn wer möchte schon gerne eine halbe Stunde früher aufstehen, um sich extra für die Mittagspause einen gesunden Salat vorzubereiten? Der Trick: Diese Dinge können am Abend erledigt werden. Am besten ist es natürlich, wenn stets selbst frisch gekocht wird. Wer einfach eine Portion mehr macht, hat dann auch noch etwas für die Mittagspause am darauffolgenden Tag. Wer es nicht schafft, regelmäßig frisch zu kochen, kann auch an den Wochenenden extra große Portionen zubereiten und einfrieren. In der Mikrowelle lassen sich dann Suppen und Co schnell und unkompliziert auftauen. Noch einfacher ist es, sich ein belegtes Vollkornbrot oder auch Gemüsesticks mit Kräuterquark-Dip vorzubereiten. Diese sind vor allem in der warmen Jahreszeit ein erfrischender Snack für zwischendurch.

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Quellen:

¹ Führungskräfte und Familie. Wie Unternehmen Work-Life-Balance fördern können
² Wasserbetten als Stresskiller

Linktipps:

– Ich kann nicht schlafen – 10 Schlafregeln für gesunden Schlaf
– Zehn Fragen rund um gesunden und erholsamen Schlaf
– Stress und Ernährung – Anleitung zum Herzinfarkt
– Probiotika für Stressabbau?
– Familien-Aktivurlaub in Bad Kleinkirchheim