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Speiseeis: kalter Genuss an heißen Tagen – Tipps für die Eis-Saison

Speiseeis: kalter Genuss an heißen Tagen – Tipps für die Eis-Saison

Speiseeis

Sommer, Sonne, Eisgenuss – das gehört für die meisten Menschen einfach zusammen. Wird die kühle Köstlichkeit in Maßen genossen und grundlegende Hygieneregeln beachtet, gibt es dagegen auch keine gesundheitlichen Einwände. Lediglich Allergiker und Menschen, die zu Migräne neigen, sollten besondere Vorsicht walten lassen.



Ob im Freibad, der Eisdiele oder zuhause auf dem Balkon: Mit den Temperaturen steigt der Absatz von Speiseeis. Im europaweiten Vergleich liegt Österreich beim Speiseeis-Konsum mit einem jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 7,1 Liter im Mittelfeld. Der Umsatz der Branche betrug 2008 rund 318 Mio. €, bei etwa 30 Mrd. € Umsatz des Groß- und Einzelhandels im Lebensmittelsektor, also etwa 1 %. Die Deutschen wiederum schlecken durchschnittlich rund 8,5 Kilogramm Eis pro Jahr – in rund 70 unterschiedlichen Geschmacksrichtungen. 80 Prozent des Speiseeises wird in Deutschland industriell produziert, die anderen 20 Prozent in Eisdielen, Konditoreien und Gaststätten.

Speiseeis, Gelati, Glace

Viele Namen für ein und das selbe Produkt: schon die Chinesen stellten vor etwa 4.000 Jahren Eis her, indem sie Schnee mit Milch und Früchten verfeinerten. Auch die alten Griechen kannten solch eisige Süßspeise. Heutzutage wird Speiseeis unter Verwendung von Milch, Milcherzeugnissen, Ei, verschiedenen Zuckerarten, Honig, Trinkwasser, Früchten, Butter, Pflanzenfetten, Aromen und/oder färbenden Lebensmitteln produziert. Abhängig von der jeweiligen Sorte und dem Geschmack werden auch Zutaten wie Kakao, Kaffee, Nüsse, Nugat oder Rosinen verwendet. Zudem kommen zugelassene Farbstoffe sowie Stoffe mit stabilisierender, verdickender oder emulgierender Wirkung zum Einsatz.

Speiseeis – Herstellung und Hygiene

Doch wie sieht es mit der gesundheitlichen Unbedenklichkeit der kalten Kugeln aus? In jedem Fall muss während der Herstellung und Lagerung bei allen Schritten Sauberkeit oberstes Gebot sein. Denn Bakterien können sich zwar im gefrorenen Eis nicht vermehren, sind aber dennoch vorhanden. Das Tückische: Schmilzt das Eis – wie auch in Mund und Magen – können sich Krankheitskeime wie Salmonellen schnell vervielfachen. Besonders hoch ist diese Gefahr bei Softeis aus der Maschine an der Straßenecke.

In Maßen genossen, ist Speiseeis durchaus ein akzeptables Vergnügen. Eine Portion Milchspeiseeis von 75 Gramm enthält durchschnittlich 65 Kilokalorien, liefert 2,3 Gramm Eiweiß sowie Kalzium, die Vitamine B2 und B12. Das eisige Vergnügen muss also nicht unbedingt dick machen – es kommt vor allem auf die Sorte und die Zutaten an. So kann es ein Eisbecher, beispielsweise aus Vanille-Rahmeis mit Schokosoße und Schlagsahne wegen des hohen Fett- und Zuckeranteils auf mehr als 400 Kilokalorien bringen. Schlankheitsbewusste sollten also statt zum Rahmeis mit Nüssen und Sahne zum weitaus weniger kalorienhaltigen Früchtesorbet, Frucht- oder Wassereis greifen und den Eisbecher statt mit Sahne mit Früchten genießen. Übrigens ist Eis meist ziemlich stark gezuckert, weil unsere Geschmacksnerven Kaltes als weniger süß empfinden.

Aber ist nicht ein „kalter Bauch“ ungesund und könnte zu Magenproblemen führen? Die Sorge ist bei „normal-schleckendem“ Verzehr unberechtigt, denn Eis wird nie kälter als mit einer Temperatur von minus 4 Grad Celsius verspeist, und bereits in der Mundhöhle erwärmt es sich auf rund 20 Grad – dieselbe Temperatur weisen Speisen, die mit Zimmertemperatur genossen werden, ebenfalls auf.

Vorsichtig sollten zu Migräne neigende Personen sein. Besonders wenn Eis zu schnell gegessen wird, kann es bei manchen Menschen Kopfschmerzen auslösen. Eine kanadische Studie hat belegt, dass langsames Schlecken der kalten Kugeln wesentlich bekömmlicher und kopfschmerzfreier verläuft als hastiges Abbeißen und Herunterschlucken. Der bei manchen Versuchsteilnehmern auftretende „Kälte-Kopfschmerz“ war jedoch nicht schlimm und hielt nur kurz an. Bei Migräne-Patienten kann er jedoch eine Attacke auslösen.

Auch für Allergiker stellt der „coole“ Genuss ein gewisses Risiko dar. Sie sollten sich deshalb genau informieren, welche Inhaltsstoffe bei der Herstellung des Speiseeises verwendet wurden. Empfindliche Menschen sollten auf Eis mit naturidentischen Aromastoffen, Farb- und Konservierungsstoffen (so genannte E-Stoffe) am besten verzichten.

Tipps für einen ungefährdeten Eis-Genuss zuhause

  • Beim Eiskauf im Supermarkt sollte man immer einen Blick auf das Etikett werfen. Hier gilt: Finger weg von Eis mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum!
  • Die so genannte Fingerprobe testet die Güte des Eises: Knistert es, wenn man mit den Fingerspitzen leicht auf den Verpackungsdeckel drückt, haben sich bereits Kristalle im offenbar schon angetauten Eis gebildet. Dann lieber zu einer anderen Verpackung greifen.
  • Bei heißem Wetter eine Kühltasche mit zum Einkaufen nehmen. Darin bleibt das Eis etwa 20 Minuten gefroren und kann zuhause sofort in die Tiefkühltruhe gepackt werden.
  • Geschmolzenes oder aufgetautes Speiseeis nicht wieder einfrieren, um die Vermehrung der enthaltenen Keime zu verhindern.

Kleine Warenkunde: Eissorten im Überblick

  • Cremeeis, Eiercremeeis: enthält mindestens 50 Prozent Milch und auf einen Liter Milch mindestens 270 g Vollei oder 90 g Eigelb.
  • Rahmeis, Sahneeis, Fürst Pückler Eis: enthält mindestens 18 Prozent Milchfett aus der bei der Herstellung verwendeten Sahne (Rahm).
  • Milcheis: enthält mindestens 70 Prozent Milch.
  • Eiscreme: enthält mindestens 10 Prozent Milchfett.
  • Fruchteis: Der Anteil an Frucht muss mindestens 10 bis 20 Prozent betragen.
  • Fruchteiscreme: enthält mindestens 8 Prozent der Milch entstammendes Fett und einen deutlich wahrnehmbaren Fruchtgeschmack.
  • (Frucht)-Sorbet: Der Anteil an Frucht muss bei sauren Früchten mindestens 15, bei anderen Früchten mindestens 25 Prozent betragen. Ohne Milch oder Milchbestandteile.
  • Wassereis: Speiseeis mit einem Fettgehalt unter 3 Prozent und einem Trockenmassegehalt aus süßenden und/oder geschmackgebenden Zutaten von mindestens 12 Prozent.

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Quellen:

¹ Deutsche Leitsätze für Speiseeis und Speiseeishalberzeugnisse
² Grünes Kreuz e. V. – www.dgk.de

Linktipps:

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– Listerien in Milch und Käse – Nahrungsmittelvergiftung
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